Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 3 (1842)
- Issue
- Heft 46 (8.11.1842)
- Date
- 1842-11-08
- Page
- Seite 368 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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368 ceperint, hanc cartam praedictae Traditionis jdoneam Testern reliqui eis. Et ut ejusdem rei memoria per temporalia saecula permaneat, manu propria subscribendo corroboravi ac sigilli mei impressione, ut infra videri potcst insigniri perfeci. Data est haec earta jdibus Septembris , Anno Dominicae lncarnationis MLXXXI11I. Indict. VII. (me* diante fere Januario,) Anno XII. ex quo caepit praesidere in eadem ei vitale praenominatus Episcopus, cujus est caractcr iste. — (Würdtwein Nova subs. dipl. I. p. 125—] über obige Vergünstigung ihnen als sicheres Zeugniß hinteclassen. Und' damit das Andenken dieser Sache durch die zeitlichen Jahrhunderte bleibe, habe ich sie durch eigene Handesunterschrist bestätigt und durch die Druntersetzung meines Siegels, wie unten zu sehen ist, bezeichnen lassen. Gegeben ist die Urkunde am 13. Septbr., im Jahre der Fleischwerdung des Herrn 1084, in der 7. Jndiktion (um die Mitte des Januars?) im 12. Jahre seitdem vorerwähnter'Bischof in dieser Stadt vorzustehen angefangen und dessen Unterschrift diese ist ... N.) Personalchronik und Miseellen. Jüdischer Adel in Holland. Zur Zeit Wilhelms (später als König von England Wilhelm IN.) befand sich in Holland ein Jude Namens Lopez Suasso, der den Titel eines Barons führte. Als König Wilhelm I. im Jahre 1815 einen holländischen Adel zu begründen suchte, befahl er, daß Alle, die auf Adelsbriefe Ansprüche zu machen im Stande wären, diese dem Heroldscollegium vorlegen sollten. Lopez Suasso, Suasso da Costa und Suasso de Pinto legten ihre Documente vor und wurden als Barone anerkannt. Wilhelm I. ertheilte einem Mitgliede der Familie Salvador den Titel eines Ritters. Ungefähr zwanzig Familien, die während der Revolution den größten Theil ihrer Reichthümer eingebüßt hatten, hielten ihr Vermögen nicht für hinreichend, um ihren Adel mit Anstand führen zu können, weshalb sie keine weitern Ansprüche erhoben. . Andere Hingegen haben obgleich reich genug aus religiösen Beweggründen ihre Rechte nicht weiter geltend gemacht- Zu diesen gehören die Texeiras de Mattos, d'Andrade, Samgayo, Nunes Henriques, Henriques de Mesquira, de Pinto ä la de .de Betmont, Nunes da Costa und Lopez Salzedo. Die Geschichte lehrt, daß Holland seine Bedeutung in der Handelswelt fast ganz den dorthin eingewanderten spanischen Juden verdankt. Arch. Isr. Confirmation in Bourdeaux. Vor Kurzem wurden hier mehrere junge Personen beiderlei Geschlechts, die das 13. Jahr erreicht hatten, consirmirt. Am 2. Juni erhielten die Mädchen, am 4. die Knaben ihre religiöse Weihe. Die Zahl der erstern betrug 32, die der andern 22. Beide Consirmationen fanden in Gegenwart einer großen Anzahl Anwesender unter paffenden Feierlichkeiten statt. Einer unter den jungen Leuten trat mit einem kurzen Gebete hervor, worauf der Oberrabbiner mit eindringlichen Worten die Feierlichkeit der Handlung hervorhob. Zuletzt legte Jeder sein Glaubensbekenntnis ab und versprach demselben unverbrüchliche Treue. Arch. Isr. Der Oberrabbiner von Zwolle (Holland) hat vor Kurzem den holländischen Löwenorden erhalten. V. of J, Bei der letzten Prüfung in der Sorbonne haben mehrere Juden sich Ehrenauszeichnungen erworben. Areh. isr. Lewald's Europa vom 3. Ott. giebt einen Beweis, daß nicht blos französische und englische, sondern auch deutsche Blätter mit Berichten aus der Heimath mystifizirt werden können. Die „Europa" bringt nämlich am Schlüsse des Feuilletons ihrer Wochenlieferung einen Nekrolog des Herrn Isaak Hartvig, der aber in diesem Referate den Namen Jsaäc Hartvig Hesse erhält, vor mehreren Jahren Wittwenhäuser in Hamburg für Wittwen aller Confessionen gestiftet und ein Freund der Kunst und Literatur gewesen sein soll. Bei. der Namensveränderung ist nun zuvörderst, zu bemerken, daß es in Altona einen Senator Hartvig Hesse giebt, der früher in Hamburg wohnhaft und zum Christenthume übergetreten, die obenerwähnten Wittwenhäuser begründet hat, und noch jetzt viele Wohlthaten ohne Unterschied der Confession übt. Der Schluß jedoch, als habe sich der verstorbene Gemeindevorsteher Jsaae Hartvig als Freund der Kunst u. Lit. erwiesen, klingt in Bezug auf die Kunst fast wie Ironie und darf auch in Betreff der Literatur, insofern die nichtjüdische stets außerhalb des Bereiches des Verstorbenen lag, als solche gelten. Ein Pröbchen von den bei der Rabbinerwahl in, Berlin stattfindenden Umtrieben l In der Voss. Zeitung vom 6. Oct. lies't man unter den Annoncen: „(Eingesandt.) Wäre es nicht rathsam, wenn alle 32 nach Dresden reis'ten? Baruch." ' In den ersten Tagen des October-Monats findet die Wahl eines Oberarztes am allgemeinen (christlichen) Krankenhause in Hamburg statt. Diese, durch Hrn. Dr. Fricke's Tod (er starb am Ende des I. 1841 in Italien) erledigte Stelle wurde bisher von Herrn Dr. Gerson, der zugleich Mitglied des Gesundheitsrathes (der höchsten Medizinalbehörde) geworden war, interimistisch zu allgemeiner Zufriedenheit verwaltet. Nicht die Religion dieses hochverehrten Arztes, sondern der eigene Wille desselben ist es, welcher der einmüthig gewünschten definitiven Uebernahme jenes hochwichtigen Amtes von Seiten dieses Ehrenmannes sich entgegenstellt; doch behält derselbe seine amtlichen Funktionen beim Gesundheitsrathe bei. Auf wen die Wahl zum Oberarzte fallen wird, ist noch ungewiß; doch läßt sich voraussehen, daß diesmal keinem jüdischen Arzte die Stelle übertragen werden wird. Indessen ist vor wenig Tagen ein junger jüdischer Arzt, der erst vor Kurzem seine Studien absolvirt und ein glänzendes Examen gemacht hat, unter 4 Mitbewerbern zum Assistenzärzte am, allg. Krankenhause erwählt worden. Verlag von C. L. Fritzsche. Druck von I. H. Na g e l.