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Der Orient · 1842-11-01 · 45 (1.11.1842) · p. Spalte 719-720

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Journal
Der Orient
Volume
1842
Issue
45 (1.11.1842)
Date
1842-11-01
Page
Spalte 719-720 (sequence 8)
Language
German
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I 719 Jüdische Merchunrskunde. Len war, verhütet wurde. Die Beschneidung bei den Leibeigenen war blos eine Prohibitivmaßregel gegen-den Götzendienst. Der Leibeigene konnte immerhin seinem innern Glaubensbekenntnisse einer andern Religion, als der israelitischen angehören, nur durste er ihr nicht äusserlich huldigen, sondern mußte den wahren Gott der Israeliten anerkennen und verehren. Demnach gewinne die Beschneidung der Leibeigenen die Bedeutung eines politischen Jncorporationsgesetzes, keineswegs die eines religiösen Gebotes. Denn zur Überzeugung und zum Glauben konnte eine dem Knechte ohne vorhergegarrgenen Unterricht ectheilte Beschneidung nicht führen. In Bezug endlich auf das Recht, das Osterlamm am Passahfest mit zu genießen, das ein Fremder nur durch vorangegangene Beschneidung erhalten konnte, macht Michaelis darauf aufmerksam, daß es ganz dem Fremden anheim gegeben ward, ob er sich beschneiden Lassen wollte, oder nicht, nur konnte er im letztem Falle nicht als zur Nation gehörig betrachtet werden, und durste das Osterlamm nicht mitgenießen. Ein Uebertritt zum Glauben sei also die Beschneidung der Frem- Literansche Ankündigungen. 729 den wenigstens im streng mosaischen Sinn durchaus nicht; denn an den Glaübensrechten, als z. B. am Opferdienst konnten selbst Unbeschnittene Theit nehmen, wie dieses 12) Salomon andeutet und aus dem Stillschweigen Mosis und dem Mangel eines Verbotes dagegen folgen soll, ja zur Zeit des zweiten Tempels habe man Opfer von Heiden, also eigentlichen unbeschnittenen Götzendienern angenommen. Auch hätte derjenige, der die geoffenbarte Religion der Juden für göttlich erkannte, dadurch nicht die geringste Verpflichtung sich beschneiden zu lassen, ein Satz, der oft verkannt worden sei, weil man sich die Beschneidung als ein der christlichen Taufe gleichgeltendes Sakrament vorgestellt und ohne einen einzigen Ausspruch der Bibel, blos aus diesem willkührlichen Satze gefolgert, daß seit Abrahams Zeit die Beschneidung für Alle zur ewigen Seligkeit nöchig gewesen wäre. (Fortsetzung folgt.) 12) 1 Könige 8, 41—43. Literarische Ankündigungen. In diesen Ankündigungen werden literarische Anzeigen aller Art, besonders in so weit sie jüdische und orientalische Geschichte und Literatur betreffen, gegen iz Sgr. für die gespaltene Petit-Zeile oder deren Raum ausgenommen. [145.] Im Verlage von W. Lev ysohn in G.r ünb er g rsc erschienen und durch alle Buchhandlungen zu beziehen: Die Synagogengebete zum Gebrauch beim Gottesdienste in Auswahl geordnet und übersetzt von Dr. I. A Franeolm. 8. broch. Preis 25 Ngr. [146.] “|SD 'nx jiiä'i’ nsvd Aramäische Grammatik, über das biblische, targumische und talmudische Aramäisch. Von Efraim Israel Blücher. In 8. Preis 25 Ngr. [147.] Durch alle Buchhandlungen ist von L. C. F ritz sch e in Leipzig zu haben: d i k vn Violae. Sylloge liebraicorum carminum atque narrationum. Anctore Klatzko* 8. Velinpapier hrocli. Preis 15 Ngr. [148.] o-ous» Qn’tsn Dicmo Epigrammata ac poemata varia. ■Adj. dissert. de epigrainniaticae poeseos natura ac legibus. Auctore L A. Benjacob, Wilnensi 1842. br. 25 Ngr. . ' Verlag von C. L. Fritzsche. Druck von I. ,H. Nagel.

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