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Der Orient · 1842-11-01 · 45 (1.11.1842) · p. Spalte 705-706

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Journal
Der Orient
Volume
1842
Issue
45 (1.11.1842)
Date
1842-11-01
Page
Spalte 705-706 (sequence 1)
Language
German
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Meratnrblatt des Orients. Berichte, Studie« und Kritiken für jüdische Geschichte und Literatur. Jfy§, 4A» Leipzig, den 1. November 1842» Bibel-Exegese. Der Pentateuck von Dr. Herxheimer.— Jüdisch-philosophiscke Literatur. Die neueste Ausgabe des Kusari, beurtheilt von M. Sider. — L i t. Miscelle. Die Essaer. Von Mos. Heß. — Jüdische Altert h u mskund e. Die Beschneidung bei den Israeliten. Vom historischen, kritischen und medicinischen Standpunkte. Von Dr. Bergson. — Literarische Ankündigungen. Bibel-Exegese. DWü rniD« Der Pentateuch oder die fünf Bücher Mose's im (h)ebräischen Texte, mit worttreuer Uebersetzung, fortlaufender Erklärung und homiletisch benutzbaren Andeutungen. Herausgegeben von Dr. Sal. Herxheimer, herzogl. Landesrabbiner zu Anhalt-Bernburg. Berlin, 1841. 8. Lewent. Schon oben Nr. 32 und 33, Iahrg. 1840 dieses Blattes haben wir die Anzeige des ersten Heftes dieses Bibelwerkes (die Genesis) den Lesern dieser Wochenschrift gegeben, wo wir uns auch über die Wichtigkeit solcher segensreichen Erscheinungen für die Entwickelung des Iudenthums und für die Förderung der theologischen Wissenschaft ausgesprochen und dem Publikum das Werk angelegentlich anempfohlen; wir glauben kaum, daß außer dem Neide es Jemand geben könne, der Arbeiten dieser Art, weil schon Viele sich auf diesem Gebiete versucht, für überflüssig halten wird. Aber außer dem literarischen oder wissenschaftlich theologischen Standpunkte ist bei Werken dieser Gattung noch der religiöse zu berücksichtigen' und zu würdigen. Die Bibel als Quell der religiösen Wahrheit und des Glaubens Klarheit, als einzige Basis aller Entscheidungen in dem Sturme der religiösen Skepsis, als Haltpunkt in dem Jrrsale der forschenden Wissenschaft, bedarf in unserer von neuen religiösen Formen umhergetriebenen Zeit mehr als je der gründlichen und faßlichen Behandlung; der gründlichen nämlich, weil sonst der Zweck ein verfehlter sein muß, und der faßlichen, weil das Ringen und Kämpfen nach einem Selbstbewußtsein im Glauben schon tief in das Volk gedrungen. Hr. Dr. H. hat sich über diesen Standpunkt in den Israel. Annalen und später im Vorworte zum Pentateuch ausführlich geäußert; er weist nach, wie nöthig und nützlich es sein müsse, wenn der Urtext der heiligen Schrift in möglichster Korrektheit erscheine, wenn die Uebersetzung getreu und selbstständig, damit alle Eigenthümlichkeiten des Originals sich in ihr abspiegele, wenn ein vollständiger, kurzer und zeitgemäßer Commentar das Verstehen vermittelt, und jeder Unbefangene muß gestehen, daß er, so weit es diesen Standpunkt betrifft, seine Aufgabe gewissenhaft gelöst... Der hebr. Text ist nach der Masora richtig abgedruckt, wie schon Heidenheim mit unsäglicher Anstrengung darin vorangegangen, in der Uebersetzung ist jede Willkühr bei den Wortbildungen und Verbindungen verbannt und eine gewisse Klarheit, Kernigkeit und doch Gleichmäßigkeit angestrebt worden und der Commentar ist kurz und zeitgemäß, die hebräischen Biurim nicht blos ersetzend, sondern weit überragend. In dem Commentar wurden an jüdischen Quellen die Septuaginta, die Targumim, der Talmud, der Midrasch, und in Bezug auf Interpretation die Erklärungen eines Iizchaki (Raschi) und Samuel b. Meir (Raschbam), Ibn- Esra und A. benutzt, an christlichen die Arbeiten von Luther, Herder, Michaelis, Vater, Rosenmüller, de Wette, Gesenius, Ewald, Bohlen, Tuch re. befragt, ohne daß diese Mannigfaltigkeit der beabsichtigten Kürze einen großen Abbruch that. Als eine erfreuliche Zugabe für Prediger und Religionslehrer sind die praktischen und homiletisch benutzbaren Andeutungen zu betrachten und wie der Commentar selbst der erste ist in Israel, welcher in deutscher Sprache geschrieben, eben so ist diese Idee auch neu, die später P h i l i p p s o n nachahmte. Aber nicht blos für Israeliten, sondern auch für christliche Prediger und Schulmänner ist diese Pentateuch-Ausgabe von großem Nutzen, und selbst die christlichen Commentatoren von Fach würden sehr Vieles daraus lernen; denn erstens werden sie hier zum ersten Mal in deutscher Sprache die jüdische Interpretationsweise zusammengestellt finden, zweitens könnte der dogmatische. Gegensatz nur wohlthätig und heilsam für die christliche Theologie wirken. Doch wir gehen zur Dar- 45

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