Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 3 (1842)
- Issue
- Heft 45 (1.11.1842)
- Date
- 1842-11-01
- Page
- Seite 353 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Dritter Jahrgang. Berichte, Studie« und Kritiken Das Abonnement für ein Fahr ist 5 Lhlr. Man abonnirt bei allen lob!. Postämtern und allen solid. Buchhandlungen auf ein Jahr. für jüdische Geschichte und Literatur. Herausgegeben von , Sr. Julius Fürst. Von dieser Zeitschrift erscheinen wöchentlich, das Literaturblatt mitgerechnet, zwei Bogen, und zwar an jedem Samstag regelmäßig ■M45. Leipzig, den 1. November 1842. Rückblick auf jüdische Zustande. Das Jahr 5602. Von E. C. — Hamburg. Die beiden andern freien und Hansestädte. — Großbritan ni e n. London: Reise Churchill's nach dem Orient. Montesiore's Mitgabe. — Deutschland. Frankfurt: Streit über die nach Palästina bestimmten Spenden. Nassau: Entwurf zu einem Lehrplan für die israelit. Religionsschule im Herzogtum. Hamburg: Wochenbericht über jüdische Verhältnisse. — Rußland. Alepandrow: Iudencolonie daselbst. — Personalchronik und Miscellen. Neueste Bibliographie. — LB. d. Or. Rückblick auf jüdische Iuftände. Das Jahr 5602. Bon E. C. (Fortsetzung.) Hamburg. Belege für die Wahrheit dieses Satzes hat auch das verflossene Jahr in nicht geringer Anzahl dargeboten. Der kürzlich verstorbene Vorsteher Isaac Hartvig von Essen hat nicht nur die hiesigen jüd. Armen und die Talmud-Thora reichlich bedacht, sondern auch für christliche Wohlthätigkeitsanstalten, wie für Erbauung von Synagogen in mehreren Städten, und für Stiftungen aller Art in der Nähe und. Ferne (Hamburg, Altona, Wandsbeck, Friedericia, Kopenhagen, Frankfurt a. M., Segeberg, Rendsburg, Friedrichsstadt, Elmshorn und Prag), theils seit 1839, theils in seinem letzten Witten große Geldopfer gebracht. Eben so nähert st'ch das schöne neue Krankenhaus für die Hamb. Gemeinde in der Vorstadt St. Pauli, welches den Namen der Frau Betty Heine, als der verstorbenen Gattin des Gründers, Herrn Salomon Heine, tragen wird, mit raschen Schritten seiner Vollendung und Einweihung. Im Jahre 1843, oder spätestens 1844 wird sich das neue Tempelgebäude in der Poolstraße, ein durch freiwillige Beisteuern der Mitglieder des neuen israelitischen Tempels bewerkstelligter, bereits jetzt seine großartigen Formen zur Anschauung bringender Bau, dessen Weihe durch die Grundsteinlegung am 22. Septbr. d. I. veranstaltet werden wird, dem Gottesdienste öffnen. Sehr paffend würde, wenn die Vollendung bis dahin möglich wäre, am 18. Oktober 1843, als dem Tage, an welchem 25 Jahre vorher zuerst das Tempelinstitur in's Leben trat, der feierliche Umzug in das neue Lokal stattsinden. Am 31. Oktober 1841 waren es 25 Jahre gewesen, seit eine andere Stiftung, die hiesige israelitische Freischule, die jetzt beinahe ein volles Vierteljahrhundert unter der Leitung des Oberlehrers und Mitdirektors, Herrn Or. Eduard Kley, steht, in Hamburg begründet wurde. Ihr 25jähriges Jubiläum gab zu herrlichen Festen Veranlassung, die sich hauptsächlich durch treffliche Reden, reichliche Beiträge und alle Erwartung weit überflügelnde Theilnahme der christlichen Behörden und Bürger Hamburgs auszeichnete. Auch die Ehrentage, welche einige bejahrte Mitglieder der hiesigen Gemeinde zur Erinnerung an ihre Wirksamkeit feierten, erregten nicht nur in dem Kreise ihrer Angehörigen, sondern auch unter dem größeren Publikum eine freudige Bewegung. Dahin sind die Festlichkeiten zu zählen, die zu Ehren des Herrn Ed. Michaelis, Direktors und langjährigen Prä'si'dis der Freischule und Vorstehers des trefflichen, seit mehr als 25 Jahren bestehenden Vorschußinstituts, ferner bei Hrn. Go wa, Küster am Tempel und bei dem als hebräischen Dichter bekannten Schalom Kohen gefeiert wurden. Die Erinnerung an diese frohen, wenn auch nicht die Gemeinde als eine Totalität betreffenden Vorfälle wurde durch die beiden Ereignisse, mit deren Erwähnung ich dieses Eapitel begann, außerordentlich getrübt. Die Entstehung und der Verlauf des Streites, dcx durch das Tempelgebetbuch, das (in unserer Zeit an und für sich gehässige) Interdikt desselben und den (wohl nicht ganz zu rechtfertigenden) Gegenanschlag der Tempeldirektion hervorgerusen, durch die Staats- 45