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Der Orient · 1842-10-25 · 44 (25.10.1842) · p. Spalte 689-690

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Journal
Der Orient
Volume
1842
Issue
44 (25.10.1842)
Date
1842-10-25
Page
Spalte 689-690 (sequence 1)
Language
German
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Meraturblatt -es Orients. ESS<S»> Berichte, Studien und Kritiken für Mische Geschichte und Literatur. J\f? 44» Leipzig, den 25. Dctober 4842» Aufgefundene Literatur. Alte hebräische Gedichte, mitgetheilt von S. Meyer. — G r ab sch riften künde. Die Wormser Grabschrift und unsere Zeitrechnung. Von Dr. Fränkel. (Schluß.) — Literarische Ankündigungen. Alte hebräische Gedichte, mitgetheilt von S. Meyer» Es bedarf in unsrer Zeit, welche mit entschiedener Vorliebe sich historischen und antiquarischen Studien zugewendet hat, wohl nicht der Entschuldigung, wenn ich die folgenden Gedichte, welche ein glücklicher Zufall mich finden ließ, den Lesern des Orients mittheile. Als Fragmente aus der Glanzperiode der alten jüdischen Literatur werden sie gewiß Manchem willkommen sein, um so mehr, weil noch dazu einige von Abraham Jbn Esra und andren Koryphäen der jüdischen Geschichte sich unter denselben befinden. Der Pappendeckel einesAlschesch zum Jesaja war mit hebräischen Charakteren beschrieben, die mir durch ihre alterthümliche Form auffielen. Bei näherer Untersuchung fand sich, daß die ganze Pappe aus beschriebenen Papieren zusammengeklebt war. Es gelang mir, durch Anwendung von Wasser, die einzelnen Blätter, die großtentheils noch lesbar waren, von einander zu lösen, ohne daß mehr als einige Stellen verwischt wurden. So erhielt ich ein Convolut Blätter von verschiedener Größe und auch einzelne Bruchstücke von solchen. Es ist nur zu bedauern, daß fast keins der größer» Blätter ganz ist, indem von den meisten einzelne Stücke abgeschnitten sind, um sie der Größe der Pappe anzupaffen. Der Inhalt dieser Bsätter ist sehr verschiedenartig; der größte Theil gehört zu einer arabisch-jüdischen nttTH auf rh, über die ich vielleicht später Näheres mittheile; heute will ich nur das allgemein Interessante, das Fragment aus einer Gedichtsammlung bekannt machen. Dieses besteht aus fünf halben Bogen (oder zehn Blättern) in klein Quart, von denen aber keiner ganz ist, doch haben sich zu einzelnen die abgeschnittenen Stückchen noch vorgefunden. Glücklicherweise gehören drei von diesen Bogen, sowie die beiden andern zusammen, so daß sich einige Gedichte ganz erhalten haben: von andern finden sich einzelne Strophen und bei vielen ist das Papier der Länge nach durchschnitten, so daß nur der Anfang oder das Ende der einzelnen Reihen noch vorhanden ist. — Obgleich die Gedichte nur religiösen Inhalts sind, so glaube ich doch, daß es eine Gedichtsammlung und kein Machasor gewesen ist, weil die Gedichte aufeinander folgen, nur durch das Wort mit jedesmaliger Nennung des Verfassers und ohne erkennbare Ordnung, aneinander gereiht. — Das Alter des Mskr.'s scheint ziemlich bedeutend zu sein; dafür spricht die Unvollkommenheit des Papiers, welches sehr faserig, fast bastartig ist, ferner die Form der Schrift, welche in der Mitte, im Uebergange von Quadratschrift zu rabbinischer steht; die Ueberschristen sind in Quadratschrist, von sogenanntem welschem Charakter. — Dieser Punkt läßt sich erst dann bestimmter ermitteln, wenn das Alter der einzelnen Autoren, von denen Stücke ausgenommen sind, naher nachgewiesen ist; vorläufig möchte aber die folgende Betrachtung einiges Licht darüber verbreiten. — Es ist nämlich sehr wahrscheinlich, daß das Msk. von einem arabisch redenden Juden geschrieben sei, weil in den Überschriften arabische Ausdrücke öfter Vorkommen, die man in rein jüdischen Machasorim und Gedichtsammlungen nicht findet; ferner möchte schon der Umstand, daß eine arabische nt£Ti1 beiliegt, deren Schriftzüge, wenn auch größer und quadrat, doch manche Aehnlichkeit mit denen der Gedichtsammlung haben, für meine Vermuthung sprechen. Es wäre also die-Gedichtsammlung entweder aus der spanisch-arabischen Periode, oder aus dem Orient herübecgekommen. Im ersten Fall wäre sie wenigstens circa 400 Jahr alt, im andern könnte sie jünger sein, und würde dann die Art und Weise, wie sie aus dem Orient nach 44

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