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Der Orient · 1842-10-25 · Heft 44 (25.10.1842) · p. Seite 352

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Journal
Der Orient
Volume
3 (1842)
Issue
Heft 44 (25.10.1842)
Date
1842-10-25
Page
Seite 352 (sequence 15)
Language
German
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352 Das Vcrhältniß der Juden und Bauern im Elsaß ist lehrreich für alle Welt und besonders'für Deutschland. Der Fluch eines tausendjährigen gegenseitigen Unrechts fesselt zwei Sclaven aneinander und zwingt sie Schritt zu halten und denselben Karren zu ziehen/ wie tief sie sich auch gegenseitig Haffen. Ein gräßliches, herzbrech.ndes Schauspiel, in welchem nur die Liebe, nur ein Opfer, eine Selbst büße zur Versöhnung und zur wechselseitigen Befreiung führen werden. Personalchronik und Miseellen. Das englische Blatt Standard vom 13. Sept. berichtet über ein herrliches Service, welches dem Sir M. Montesiore überreicht werden soll. Die Kosten dieser Arbeit haben eine große Anzahl von Juden aus Großbritranien, Irland, den vereinigten Staaten von Nordamerika, ferner von Barbados u. Jamaika zusammengeschossen. Zwei Basreliefs stellen der, das eine den Zug der Israeliten durchs rothe Meer, das andere Scenen aus Montesiore's oriental. Reise. Vortrefflich sollen die Figuren des Moses und Esra, und die bilde. Darstellungen der Verfolgung und der Emancipation der Juden sein. Berichtigungen. Die Grundsteinlegung zum neuen Tempetgebäude in Hamburg wird erst am Wsten October, und zwar ohne öffentliche Feier siattsinden. Die von den Herren S. u. D. Oppenheim ausgegangene Denkschrift an Fr. Wilh. IV. ist im Wochenberichte als „Immediateingabe" (statt „Pro memuna"):;gü bezeichnen. Ihren Lesern ist bereits das Resultat der Berathung des Storthings über die Juden bekannt. Daß sich dessen ungeachtet jüd. Naturforscher nach Chrisiiania werden begeben dürfen und unter den obwaltenden Umständen gerade recht zahlreich dort erscheinen sollten, hoffe lch mit Zuversicht. — Es bleibt mir noch zu berichten übrig, daß die Verkündigung des Resultats der Abstimmung von der Tribüne mit Pfeifen, also mißbilligend, ausgenommen wurde und daß schon am löten Sept. Sorensen der Versammlung mittheilte, Wergeland habe seinen Antrag für das nächste Strothmg erneuert. Dieser wiederholte Vorschlag war von fast allen 51 Mitgliedern, die sich schon diesmal Wergeland angeschloffen hatten, unterzeichnet. Außerdem referirte SLrensen über einen von ihm selbst gemachten Vorschlag (der erst am 13ten Sept. discutirt werden sollte), daß die Regierung gebeten werden möge, amtliche Erkundigungen über die Juden in andern Ländern einzuziehen und dem Storthinge einen Entwurf über die für den Fall der Aufhebung des die Juden ausschließenden Constitutionsparagraphen notwendigen Veränderungen in de^r Privatgesetzgebung vorzulegen. E. C. Die Wiener Zeitung vom 18. September meldet, daß der Kaiser von Oesterreich dem Dr. med. Ludwig Aug u st Frankl, Redakteur des Sonntagsblattes und geschätztem Dichter, für die Ueberreichung seiner literarischen Arbeiten die goldene Medaille: de literis merito habe zu stellen lassen. Verlag von C. L. Fritzsche. Der bereits durch mehrere Produktionen bekannte würlcmb. Theölog Vaihinger hat so eben (bei.Cotta)' eine neue Uebersetzung des Buch es Hiob erscheinen lassen. Im zweiten Bande des gegenwärtigen Jahrganges der < von Mündt redigirren Zeitschriit: „der Freihafen" be- < findet sich ein Aufsatz betitelt: „Leffing und die Idee der / Toleranz" von Dr. St. (Steinheim?) in Altona, auf den i wir binnen Kurzem näher einzugehen gedenken. - In Ne. 153 des Telegraphen widmet der Straßburger I > A. Weil!, der Allerzeitschristenkorresspondent unserer Tage, \; dem verstorbenen Dr. Michel Creizenach einen trefflichen j < Nachruf. Besonderes Lob zollt er der reinen, uneigennützigen, i ’ erhabenen Menschenliebe des edlen Todten, der im besten j [' Sinne' Autodidakt gewesen sei und in seinem siebzehnten Lei bensjahre noch nicht habe deutsch lesen können. [ * I \ Neue Arbeiten. Von Fürst, Bezirksrabbiner in fl Heidelberg, erscheint nächstens in diesen Blättern eine sehr f wich.ige Abhandlung, welche die Beantwortung mehrer wichi tiger dogmatischer Fragen zum Gegenstände hat, als:, welche j j: Grundidee charaktcrisirt die jüdische dogmatische Auffassung \ vom höchsten Wesen? Ist der Glaube an Unsterblichkeit | und an die Ankunft des Messias wirklich Dogmen des Juden- \ thums? Erkennt das Judenthum seinen Gott als National- I gott? Welches ist eie jüdisch-dogmatische Auffassung der Idee! ' von der Verheißung Gottes? j . Die A. A. Z. vom 14. Septbr. meldet in einer Corresp. I aus Posen, bei den Juden daselbst nehme, wie bei den Kaj tholiken, die Frömmigkeit wieder sehr zu - ja der Oberrabbij neu, heißt es, habe den Besuch des Theaters und öffentlicher? Vergnügungsörter am Sabbath verboten, , so daß man dort j an diesem Tage nur noch denkgläubige Juden finde. > Der kürzlich erwählte junge jüdische Arzt in Hamburg! wird die Funktion eines Affistenzchirurgus im Innern des! Allg. Krankenhauses selbst übernehmen. Bisher waren jüdische : | Aerzte nur externe Assistenten gewesen. i Von Heinemann's Jedidja ist das dritte Vierteljahrsheft! des zweiten Bandes erschienen. Der Salon Jitteraire (Berlin b. Kleemann) enthält j (Voll. II. Livraison 3) einen kleinen Aufsatz von G. B. überschrieben: 1c Talmud et les Kabbins , in welchem der Vers, dem Talmud Gerechtigkeit widerfahren läßt und einige abenteuerliche Legenden aus demselben mittheilt» Ein in Dänemark geborner Jude, Dr. Deen, jetzt Provinzialarzt in Zwollc. ist in die aus 4, Mitgliedern bestehende Holland. Commission zur Redaction eines neuen Medizinalcodex ernannt worden. Ein anderer jüd. Arzt in Holland, Dr. Oppenheim, ist Sradtphysikus in Rotterdam geworden. Nach einer brieflichen Mittheilung wird nächstens eine deutsche Uebersetzung der von den Herren Cahen und Ben Lovi herausgegebenen, in Paris sehr beliebten Matinenes du 8 amedi und eine frcmz. Uebertragung der von Herrn Dr. G. Salomon in Hamburg verfaßten Predigtsammlung „Eliah" erscheinen. Druck von I. H. Nalgel.

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