Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1842
- Issue
- 43 (18.10.1842)
- Date
- 1842-10-18
- Page
- Spalte 687-688 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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6g7 Literarische Bemerkung. Bemerkung. In der „Beleuchtung des Schriftmwechsel's zwischen Dr. Frankel und Dr. Salomon" führt Hr. DK'Jolowicz,) mein Mitarbeiter an der Herausgabe des Kusari^ in' No. 27 des M. des Orients Col. 584 und 585 eine: Stelle aus dem Kusari als Beleg dafür an, daß die Idee, der'^ Wiederherstellung einer nationellen Selbstständigkeit der Juden 'schon seit 800 Jahren keine Berührungspunkte mehr im Leben der Juden finde. Nicht um hier ein Urtheil über diesen Meinungsstreit zu sprechen, sondern nur um — wie be.is unserer gemeinschaftlichen Arbeit überhaupt — die Selbstständigkeit der . Ansichten eines Jeden von uns zu bewahren, erlaube ich mir-, folgende Bemerkung. '- ) Wenn Hr. Dr. Jolowicz Kusari IL 23/;«. 24 als Beleg für die historische Behauptung, daß zur Zeit Jehuda Ha-Levüs (also vor ungefähr . 700 Jahren) jene Idee gar keine Berührungspunkte mehr im Leben der Juden gefunden habe, anführt, so ist an diesem Beweise nur das auszusetzen, daß dieser Behauptung eine zu weite Ausdehnung gegeben worden ist. Der Meister (mn) giebt nur das zu, daß man sich dem Gotte der Väter nicht mit vollkommenem Herzen und mit völligem Gemüthe zuwende ,(qot fito hüDn ttföJin nhw mta uto , in welchem Falle freilich Gebete) wie nm u. s. w. andachtloses Geplauder seien. Daraus folgt jedoch noch gar nicht, daß man damals jene Idee gänzlich aufgegeben habe. Denn der Meister tadelt ganz dasselbe an den unter Esra aus Babel heimkehrenden Exulanten, und von diesen wird''doch Niemands behaupten wollen, daß jene Idee gar keine Berührungspuncte mehr in ihrem Leben gefunden habe. Es kann wohl sein, daß unter den Juden des 12. Jahrhunderts, die von Literarische Ankündigungen. <',88 der damals herrschenden philosophischen Richtung stärker m- .fluirt waren, die Hoffnung auf.die Wiederherstellung des jüdischen Reiches etwas lauer wurde, als sie dem warmen Gesuche eines Jehuda ha-Levi zusagte; indeß waren, um dieses historische Factum in dieser Ausdehnung und noch dazu für die zwischen Jehuda Ha-Levi und heut liegenden Jahrhunderte zu erweisen, noch andere Belege anzuführen, und die für die entgegengesetzte Ansicht zeugenden zu widerlegen; keinensalls aber darf uns die beifällige Aufnahme, die der. Kusari bei allen unseren Glaubensgenossen gefunden, und die man durch die Aeußerung nDN‘ »Tnnv 'mm ausdrückte, bewegen, jede seiner Behauptungen, auch die historischen, als „unbezweifelte Wahrheiten^ anzuerkennen. . Soll jedoch bei einer dogmatischen Feststellung dieses Punktes der Kusari als einr Autorität gelten, so ist wohl kein Zweifel, daß nur in einer völligen Restauration des jüdischen Reiches und in einer unbedingten Wiederherstellung des Opferdienstes in seinem ganzen Umfange und mit allen dazu gehörigen Ritualien eine Erfüllung der messianischen Hoffnungen zu finden sei. Ich brauche dies um. so weniger hier auszuführen, als Hr. Dr. Jolowicz selbst Col. 585 unten aus dem Kusari beweist, daß „der mosaische Opfercuttus eine reine Nationalsymbolik sei, die auf's Innigste mit der Welt- und Lkbensanschauung der Juden verwachsen wäre"; aus welcher Aeußerung überhaupt sich auch darauf schließen läßt, wie Jehuda ha-Levi über eine Erkal-! tung der meffianischen Hoffnungen, wenn eine solche zu feiner Zeit stattgefunden, gedacht habe. David Cassel. Literarische Ankündigungen. In diesen Ankündigungen werden literarische Anzeigen aller Art, besonders in so weit sie jüdische und orientalische Geschichte und Literatur betreffen, gegen Sgr. für die gespaltene Petit-Zeile oder deren Raum ausgenommen. [143/] Im Verlage von H. L. Brenner in Frankfurt a. M. ist erschienen und in allen guten Buchhandlungen zu haben : Dr. S. V- Scheyer, Lehre vom Tempus und Modus hebräischen Sprache. gr. 8. geh. Preis 16 gGr. oder 1 fl. 12 kr. Die vorstehende Schrift, welche ihrem Wesen nach von allen bisherigen altexen und neueren hebräischen Sprachlehren gänzlich abweicht, behandelt diesen wichtigsten Theil der hebräischen Syntax nach den Grundsätzen der Dichotomie, auf deren Existenz in den Lempusformen aller bekannten Sprachen Herling zuerst aufmerksam machte. Der Verfasser zeigt, daß die bisherige Verkennung des dichotomischen Gesetzes in den zwei hebräischen Tempusformen sowohl auf die, Behandlung der Lehre vom Tempus u. Modus in dieser Sprache, die man mit andern Sprachen'in Conflikt brachte, als auch auf die Auslegung der heiligen Schriften, höchst nachtheilig emwirktK und sucht die vollkommenste Harmonie, in welcher die hebräische Sprache mit allen bekannten übrigen steht, nachzuweisen und durch zahlreiche Beispiele zu belegen. [142.] Im Mrlage von W. Levysohn in Grünberg ist erschienen und durch alle Buchhandlungen zu beziehen: Die Synagogengebete zum Gebrauch beim Gottesdieuste m llviömfyl geordnet und, übersetzt von Dr. I. A. Franeolm. 8. broch. Preis 25 Rgr. Verlag von C. L. Fritz sch e. Druck von I. H. Nagel.