Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1842
- Issue
- 42 (11.10.1842)
- Date
- 1842-10-11
- Page
- Spalte 671-672 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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611 Jüdische Alterthumskunde. Literarische Ankündigungen. 672' wird die Behauptung gewagt, daß, wie Dr. Großmann sagt, „die Bücher, welche unter dem Namen des Philo bekannt waren, sämmtlich nicht nur untergeschoben seien und mit falschen Namen bezeichnet, sondern auch Werke eines frommen Betruges, ersonnen und erdichtet im zweiten Jahrhundert nach Christi Geburt in den Jahren 101 — 133, woran zwar mehrere Christen, allein vorzüglich zwei Betrüger Theil gehabt hatten, welche Mitglieder eines Vereins gewesen waren, welcher unter dem falschen erheuchelten und aus der Empfehlung der Therapeuten hergenommenen Scheine jüdischen Eifers die Verbreitung des Christenthums zum Zweck gehabt habe, und welche Leute zum Theil aus dem Heidenthume zum Christenthume übergetreten waren." — Allein, wenn man sich erinnert, daß es das Streben der Apostel, so wie der Kirchenvater war, gerade die Beschneidung, als Receptionsact in die christliche Gemeinde abzuschaffen und ihr.die bequemere Taufe zu substituiren', so wird man zugeben, daß ein Mann, der, wie Philo, die Beschneidung in Schutz nimmt, sie mit vernünftigen Gründen zu rechtfertigen, den ungerechten.Spott von ihr abzuweisen und sie in ihren Observanzen beizubehalten sucht, gewiß kein verkappter Christ war und nicht mit den neuern, nach Proselyten haschenden Missionaren zusammenzustellen ist, welche unter der Maske der jüdischen Theologie die Ausbreitung der christlichen Religion bezwecken. Wer der Beschneidung das Wort redet, dessen Streben geht gewiß nicht dahin, sie abzuschaffen. Uebrigens kennt Philo, der doch ein Christ sein soll, den Ausdruck der christlichen Taufe kaum dem Namen nach, und wie läßt sich bei einem christlichen Missionar die völlige Unbekanntschaft mit dem ersten Sacrament feiner Kirche vernünftigerweise entschuldigen? — (Fortsetzung folgt.) Literarische Ankündigungen. In diesen Ankündigungen werden literarische Anzeigen aller Art, besonders in so weit sie jüdische und orienralische Geschichte und Literatur betreffen, gegen Sgr. für die gespaltene Petit-Zeile oder deren Raum ausgenommen. [137.] Um mit der geringen Anzahl noch vorräthiger Exemplare des in meinem Verlage erschienenen interessanten Taschenbuchs : Jyschirrrm. Laschenbuch für Schilderungen Und AÄklänge aus dem Leben der- Juden. Mit G Rieszer's Portccut in Stahlstich. zu räumen, verkaufe ich dasselbe von jetzt an zu dem außerordentlich billigen Preise von Zwanzig Neu- oder Silbergroschen, wozu es, so weit der Vorrath reicht, durch alle Buchhandlungen zu beziehen ist. — Sowohl durch den Inhalt, als auch durch die prachtvolle äußere Ausstattung eignet es sich zu dem schönsten Festgeschenke. Leipzig, 15. Septbr. 1842. L. Fort. [138.] Durch alle Buchhandlungen ist von L. C. Fritz sch e in Leipzig zu haben: □ > ft *i) 1 Violae. Sylloge hebraicorum carminum afcque narrationum. Auctore HlatzKo» 8. Velinpapier brock Preis 15 Ngr. [139.] Von C. L. Fritzsche ist zu beziehen: BHp DETtf Poemata lingnae sacrae hebraicae P epigit A. B. Lebensohn, Wilnensis 1842. br. 1 Rth!,.-. 10 Ngr. [140.] DOlty D'TW D’DrOD Epigrammata ac poemata varia. Adj. disserl. de epigrammaticae poeseos natura ac legibus. Auctore I. A. Benjavub, Wilnensi 1842br. 25 Ngr. [141,] Durch §. L. Fritzsche in Leipzig ist zu beziehen: Ueber die Rabbinenwahl in Breslau. 8. Preis 5 Sgr. Verlag von C. L. Fritzsche. Druck von I. H. Nagel.