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Der Orient · 1842-09-20 · Heft 39 (20.9.1842) · p. Seite 312

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Journal
Der Orient
Volume
3 (1842)
Issue
Heft 39 (20.9.1842)
Date
1842-09-20
Page
Seite 312 (sequence 15)
Language
German
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Land so Nützliches v erbiete n kann. Und wo und wie verbietet sie es denn? Wo im alten' oder neuen Testamente steht denn geschrieben zu /lesen / daß ein Mann, 'der das ß a n skrit vortrefflich versteht, an einer christlichen Universität' dasselbe nicht als Pr of ef fo v lehren darf, weil er kein Christ ist? Mose'weiß Nichts davon; Jesus auch nicht; die Apostel eben so wenig; Rabbinen und Musti's schweigen darüber, ich glaube kaum^, daß die Kirchenväter etwas -dawider haben! „Die Religion verbietet es!" Und das schreibt der Referent so hin, mir nichts / dir nichts, als wäre es ein Axiom,' eine ewige,/ eine maLhemäLische Wahrheit. O Deutschland!/o ' Deutschlands Hochschulen! - Wenn -jene Zeilen ein - Holländer, ein Engländer, ein Franzose — ein H ur o n e lesen möchte, was würde er dazu sagen? Sr würde, diese Aeußerung eben so wenig verstehen - wie er die Thatsache begrei- - fen würde , daß auf anderen deutschen Universitäten /selbst der ausgezeichnetste Mathematiker die Lehre vom Triangel oder dem Quadrat nicht vortragen darf, weil er -—/ ein Jude ist. — o— n. Verzeichniß dev in öffentlichen Blättern erschiene-! nen Reeensionen über jüdische und hebe. Lite-"! vaturerzeügnisse. (Mit kurzen.Bemerkungen begleitet). *) September 1842. . / 1) Ueber Pinners „Talmud Babli." Bd. I. 1842. P.r. 'St a a t/s z. v. ö,M>8>'ß e'p t.' sKurze literarische Anzeige nebst Angabe der Hauptkapiteg. 2) Ueber Dukes „Zur Gesch. der neuhebr. religiöse n P o e si e" (Frankst, a.- M. 1842). sH a m b. N. Z ei tu n g v o m 3. S ep t. Kurze Anzeige und Empfehlung von A. M./j.. 3) ueber Dr. Elias Oesterreich e r ' s (prakt. Arztes in Pesth) „D er Jude in Ungarn, wie er war, .wie er . ist und wie er fein, wird, oder? Wcrs ija2 das Land UNd der Staat...v on; f ctn em geistig e n gemeinnützigen Streben zu erwarten?" Humorist vom ' 29. Aug. (Aus dem Referate. ersieht man, daß der/Vers, nach vorangeschickter geschicht'l.. Einleitung den ungarischen Juden eine. große glänzende' ^Zukunft prognostizirt, auf welche sie. sich durch ein unermüdetes Streben nach intelligenter Reife vorbereiten sollten. D er Ver ft schildert auch die Schattenseiten der bisherigen Ungar. Juden, beschwört aber seine Zeitgenossen kräftig, der jüngeren Generation zu einem, glücklicheren Dasein, den Heg zu bahnen. Das Wohlwollen des Königs von Ungarn (Kaiser's von Oesterreichs) scheint er uns zmhoch anzuschlagen und -namentlich mit seiner Theorie , daß die Regierung, auch wenn sie nur schrittweise in der Ertheilung der Freiheit vorwärts gehe, im Rechte sei, könnten wir uns kaum einverstanden , erklären. Auch wir /glauben, der Ungar. 'Juden harre um so sicherereine großartige Zukunft, als dort der Liberalismus zu der in Deutschland' oft noch fehlenden Erkenntniß gelangt ist, daß man' entweder /alle Rechte, redlich theilen müsse , oderselbst auf keins gegründeten Anspruch machen dürfet 4) Ueber Ludwig August Frankl'ö „Rachel, ro- - *) Die Redaktion bittet die geehrten Herrn Mitarbeiter, namentlich die in Süd- und Ost-Deutschland wohnenden, um beiläufige/ gütige Beiträge/zur Fortsetzung- und Ergänzung dieses Verzeichnisses.. . . Verlag von C. L. F ritz s che. .;mantisches Gedich(Wien 28 ßi;.8.). Abendzer- [ t u n g. (Literatürblatt No. 70). / (Nach dem dort gefällten | Urtheile und der gegebenen Probe ist dies neueste, aus dem (Wiener) Kalender ft Israel, besonders abgedruckte Produkt des Sängers des „Colombo" u. s. w. ein hochpoetisches zu nennen. Gluth der Empfindung, innige. Wehmuth über die Zerstreuung seines Stammes, Hoffnung auf eine glorreiche Zukunft desselben , und eine glänzende Sprache charakterisiren diese Dichtung. Besonders gilt dies von der dort witgetheilten Dedikation an die franz. Schauspielerin Rachel./! - ' V (5) Ueber'den ,>Entw urf zu einer zertgemäßen Verfassung der Juden." Breslau 1842. Rhein. Zeitung vom 1. Sept. . in der Beilage. (Diese Necension erscheint hier in Form > einer /besöndern Abhandlung unter der.Aufschrift: ,,)Die gesetzliche und kirchliche Stellung der Preußen." Die ,Ungehörigkeit, die' €0catiÄi/gfaCt13feit ’tmb-bei:-IBSuft der früheren (und/ zum Th eil noch rechtskräftig bestehenden) Provinzial-Judengesetze, - Judenedikte, und - Judenordnungen wird hauptsächlich hervorgehoben*). Der Vers, des Aufsatzes führt 2 Scheeren als Zeichen.! Auch jüdische Privat- /und öffentliche Schulen denken jetzt mehr als früher, an die Einführung körperlicher Uebungen für die Jugend. So sind die Zöglinge der israel. Freischule in Hamburg in diesew Sommer zuerst auch im Turnen unterrichtet worden. ' In der Voss. /Zeit, vom 27. Aug. erklärt sich eine Einsendung ziemlich verblümt für die Wahl, eines frommen Rabbiners in Berlin, da ja vorzüglich das Interesse und'das Gewissen der Frommen im Auge behalten werden müsse. In einer übrigens nicht eben inhattreichen Correspondenz / aus Hamburg:.in der /(Dresdner) Abendzeitung vom 22. Aug. ' ( wird der Wohlthätigkeit /des Banquier Sülomon Heine und der Sülomonschen Psingstpredigt mir Anerkennung gedacht. Der Vf. ist jedenfalls kein Jude,', denn er findet, jene-Predigt deistisch. und meint,, sie sei zwar im Vergleiche zu den christlich-pietistischen die beste von allen gewesen, doch gehe ihr freilich die. christliche Wärme ab. Oe §u8tidu8 non e-st disputandum. Nach der L. Ä. Z. vom 26. August wurde am 19. und 20. Aug. die.Synagoge zu Jeßnitz eingeweiht. Die Mitwirkung des bisherigen Rabbiners in Dessau Dr. Samuel Hirsch zur Verbesserung des Schulwesens in Jeßnitz und die Anstellung des Herrn L. Lövy aus Breslau werden als erfreuliche Thätsachen hervorgehoben. Die neulich erwähnte Rec. üb. 62 von Dr. Delitzsch (Arch. isr. Mars 1842) rührt von dem geschätzten jüdischen Orientalisten Prof. Frank, in Paris her. Berichtigung. In No. 36 des Orients im Wochenberichte aus Hamburg bei Erwähnung derWallerschen Schrift, muß es anstatt ,,Jost" theißen ft,Hermes", und ich bitte'die Leser um die Berichtigung dieses Fehlers. d. Eins. ' . *) Auch Josts „legislative Fragen" rc. urgirt dieses trostlose^ Kapitel. Druck von I. H. Nagel.

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