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Der Orient · 1842-09-03 · 36 (3.9.1842) · p. Spalte 561-562

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Journal
Der Orient
Volume
1842
Issue
36 (3.9.1842)
Date
1842-09-03
Page
Spalte 561-562 (sequence 1)
Language
German
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LiteraturbLatt des Orients. Berichte, Studien und Kritiken für Mische Geschichte und Literatur. JV! 30* Leipzig, den 3. September 1842» Philosophie des Judent'hums. Dis Religion des Geistes, eine wissenschaftliche Darstellung des Ludenthums rc. vonDr. Form frech er. Beurtheilt v Dr. Sam. Hirsch. — Literarische C o r r e sp on d e n z: Dr. Creizenach und seine Bedeutung im Judenthume. — Zur jü di sch-p h il o s»ph isch eir Literatur: Ueber das Werkchen Ruach Chen. Von Bodenheimer. — Lit. Ankündigungen. Philosophie des Judenthums. Die Religion des Geistes, eine wissenschaftliche Darstellung des Iudenthums u. s. w. Beurtheilt von Dr. Samuel Hirsch. *) (Vergl. Nr. 28 LB.) u» Eklektische Werke, wie das vorliegende, bieten der Besprechung eine saure und nicht sehr dankbare Arbeit dar. Man kann da nicht, wie bei solchen, die aus einem Grundgedanken fließen, sich auf die Besprechung des Princips und auf die richtige oder minder richtige Ableitung aus demselben, auf das. Fundament und den angemessenen oder unangemessenen Ausbau beschranken, sondern muß dem Verfasser Schritt für Schritt folgen. Indessen mag das auch sein wenn auch nur temporäres Verdienst haben. Eine so junge Wissenschaft, wie die jüdische, kann gar nicht genug vor Abwegen geschützt werden und da ist es denn nolhwendig, den Eklekticismus abzuweisen. Warum? Weil er den Namen Wissenschaft nicht verdient, weil sich in der Wissenschaft nichts mit ihm leisten laßt, weil er gezwungen ist, sich tausendfach zu widersprechen, ohne ein einziges Mal durch einen Hähern Standpunkt zur Vermittelung der nicht selten schroffen Widersprüche zu gelangen. Dieses aber dem Eklekticismus selbst nachzuweisen erfordert vor Allem, daß man ihm nach seiner ganzen, bequemen Manier ') Das religionsphilosophische Werk v. Hrn. Dr. S. Hirsch hat zur Recenflon ein Freund übernommen und nur durch einen besondern Zufall ist er in der Ausarbeitung verhindert worden. Dasselbe ist mit den Schriften Dr. Steinheims der Fall. Die Besprechungen derselben werden nun aber bald erfolgen. Red. sich aussprechen lasse und das wollen wir denn auch redlich und unverdrossen thun. Das erste Kapitel unseres Verfassers ist überschrieben: Gott und die Welt. Es wird hier ungefähr folgender Gedankeninkalt rhetorisch ausgeführt. Die sinnlichen Eindrücke setzen ein diese Verursachendes voraus. Da die sinnlichen Eindrücke wechseln, so wechseln auch die Kraftäußerungen der Ursache derselben; diese nennen wir die Welt. Da die Welt wechselt, vergänglich ist, Seiendes aber nie in Nichts übergehen kann, „denn wohin auch das Sein kommen mag, muß es doch immer ein Sein bleiben", so sind es nur die Formen der Welt, die sich verändern, aber der Träger bleibt unveränderlich *). Die ganze Welt ist daher nur eine Erscheinung ihres Trägers, ihres Wesens, dem allein Dasein zukommt. Eine jede Erscheinung ist nur eine sinnlich wahrnehmbare Kraft des Welcrrägers. „Die Weltseele manifestirt sich in Kräften, sie hat aber dennoch ein Dasein, wenn sie sich nicht manifestirt; sie ist nicht ein Aggregat von Kräften, sondern ihre Kräfte bilden nur ihre Fähigkeiten, 1) Beiläufig, aber um von der philosophischen Oberflächlichkeit unseres Verfassers schon hier einen Belegs zu geben, sei noch Folgendes hier ausgeschrieben: „Da zu den Attributen der Welt alle sinnlich wahrnehmbaren, der Veränderung unterworfenen Erscheinungen gehören, so muß auch die feste Materie zu denselben gezählt werden, .und wer eine Ewigkeit des Stoffes annimmt, muß mit demselben Rechte auch die Ewigkeit der Farbe annehmen :c." Aber von einer festen Materie sprachen die Alten nicht, schon Thales nicht, der das Wasser zum Principe aller Dinge machte. Die Hyle ist kein „Objekt des Tastsinns", sondern ungefähr das, was unser Verfaffer bald Gott nennen wird. Die Alten hatten aber einen zu richtigen Takt, um dieses nicht lebende und nicht todte Wesen, dieses Prädikatlose der Eleaten Gott zu nennen. 36

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