Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 3 (1842)
- Issue
- Heft 36 (3.9.1842)
- Date
- 1842-09-03
- Page
- Seite 281 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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ii Berichte, Studien uns Kritiken für Das Abonnement für ein Jahr ist 5 Thlr. Man abonnirt bei allen löbl. Postämtern und allen solid. Buchhandlungen auf ein Jahr. jüdische Geschichte und Literatur. Herausgegeben von Von biefer Zeitschrift erscheinen wöchentlich, das Literaturblatt mitgerechnet, zwei Bogen, und zwar an jedem Samstag regelmäßig. Vr. Julirrs Fürst. M 3«.. Leipzig, den 3. Sepember 1842. Kritik des Kommissionsberichts der badischen 2. Kammer, über die bürgerliche Gleichstellung der Juden, v. H. V. Oppenheim. — Orient. Jacub Anti bi. — D eutsch l and. Berlin: Rabbinats - Angelegenheit. Berlin: Circular des Gemeindevorstandes in Betreff der Oberrabbiner - Wahl. Frankfurt: Creizenach. Mainz: Erinnerung an Creizenach. Stettin: Zwei Regierungsverordnungen in jüdischen Angelegenheiten. Hamburg: Wochenbericht über jüd. Verhältnisse vom 11. bis 18. Aug. — Personalchronik u. Miscellen. — LB. d. Or. Kritik des Kommifsionsberichts der Badischen zweitem Kammer, über die bürgerliche Gleichstellung der Juden.*) Von H. B. Oppenheim, Docent in Heidelberg. Diese Kritik soll nicht die Frage selbst erörtern, über die es hcut zu Tage Leichter ist, im Interesse der Juden Wahres, als Neues zu sagen, während die Gegner den umgekehrten Ruhm anstreben müssen. Vielleicht wird wirklich deßhatb so viel für die Juden geschrieben, weil sich hier um so viel eher Geist und Gefühl zeigen läßt, als auf der entgegengesetzten Seite. 'Aber diesen Vorwurf erduldet der Schriftsteller gerne, weil er den Juden zu Gute kommt. Der Berichterstatter in der badischen Petitions - Commission, HerrZülLig, der Präsident derselben, hat die Wahrheit dieser Behauptungen e contrario belegt. Ihm gegenüber sollen nicht abermals die Waffen der Humanität in das Feld getragen werden, sondern nur die der innern Consequenz-' Jene sind fast verbraucht, ja selbst von den Gegnern tückisch benutzt worden, nt exempla docent. Die Consequenz der eigenen Gründe aber ist die gefährlichste Klippe: Möge Herr Züllig sehen, wie er mit seinen eignen Worten fertig wirdl In den zwölf Jahren, seit die badischen Landtage auch die Iudenfrage berathen, hat die anfängliche Minorität für die Juden bei jeder Debatte einen bedeutenden Zuwachs erhalten. Die Frage hat ohnedies in diesem Lande eine eigene Wendung genommen. Die Feinde sprechen sich nicht direkt gegen die s. g. Emanzipation aus, sondern knüpfen dieselbe ') Der Redaction vom geehrten Verfasser, eigenhändig zugesandt. Dasselbe war mit dem vorigen Aufsatze der Fall. Red. nur an Bedingungen, deren Unzulässigkeit schon vielfach erörtert ist. (Bergt, unter andern meine Entwickelung in der „Mannheimer Abendzeitung", No. 154, Extrabeilage.) Von Anfang an hatte eine Schrift von Paulus, dem großen „Denkgläubigen," „über die jüdische Nationalabsonderung re." den umfassendsten Einfluß geübt. Rettig, Rotteck, Schaasf waren die Berichterstatter, denen sich würdig Hr. Z. anreiht, besonders dem des letzten, wenn, auch Hr. Z. es fürüberflüssig hielt, aus Schaaff's altem Berichte die mühsam zusammengestoppelten antiquarischen Citate zu wiederholen, so sehr sonst auch seine Arbeit an seine frühere theologische Laufbahn erinnert. Paulus in Heidelberg hatte aus s. g. Aufklärung gegen die Gewissensfreiheit gekämpft. Man adoptirte das, und stellte die Bedingung religiöser Reform schon 1831. Der Jüdische „Oberrath" zu Karlsruhe wiederlegte schon damals tüchtig und muthig das ungerechte und sowohl praktisch unausführbare, als theoretisch unvernünftige Ansinnen. Dagegen erklärte er sich bereit, auf alle Reformen im Schul- und Gemeinde-Wesen und andern derartigen Instituten nach möglichsten Kräften einzugehen.— Dje Antwort des nächsten Landtags war, der Oberrath habe die Amnuthung mißverstanden", man habe gar keine religiöse Sektirung gemeint. Dennoch.siel der 2te Beschluß wieder ganz ebenso aus. Ja, Männer, wie Sander, Rindeschwender und Rettig aus Constanz, die im Namen des „Christlichen Staats" der erstere sogar im Namen des Einen Deutschlands dem: „Jüdischen ParricularismusU" gegenüber, entschieden gegen jede Erweiterung von Rechten der Juden gestimmt harten, waren zufrieden mit dem Beschluß, dieselbe an eine religiöse Reform zu knüpfen. Der christliche Staat verband sich also mit den Anforderungen des Rationalismus, um die Emanzipation unmöglich zu machen, unter dem Vorwand, daß man sie vorbereiie. Ist es diesmal etwa die fromme Gesinnung, welche gegen die Juden kämpft? — Im Gegentheil, Hr. Z. ist ein 36