Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1842
- Issue
- 35 (27.8.1842)
- Date
- 1842-08-27
- Page
- Spalte 545-546 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Literaturblatt des Orients. Berichte, Studien und Kritiken für Mische Geschichte und Literatur. JVi &«>• Leipzig, den 27. August 1842« Philosophie. Ein Wort über B. v. Spinoza's theologisch-politischen Traktat. Von Isidor Kämpf. (Fortsetzung.) — Zu den Breslauer Rab b inatswirr en: 1) Darstellung des Sachverhaltnisses in seiner Rabbinats-Angelegenheit. Von S, A. Tiktin. 2) Ansprache an meine Gemeinde.^ Von A. Geigers (Schlusi.) — Jur hebr. Grammatik: Die Lehre vom Tempus und Modus, von S chey e r. — Jur jüdisch-philosophischen Literatur: Ueber das Merkchen Ruach Chen. Von Bodenheimer. — Lit. Ankündigungen. Philosophie. B. v. Spinoza's Theo logisch-politischer Tractat. - Von Isidor Kämpf. (Fortsetzung.) Was die Gesetze des D ef alogs betrifft so findet unser Verf., in Rücksicht, daß es Deut. 5, 4 heißt: DOMDttD 'Di 131, sich genöthigt anzunehmen, daß sie. durch eine wirkliche Stimme geoffenbart worden; allein dann kann er nicht begreifen, wie diese, als ein von Gott erschaffenes Mittel, mithin zu Ihm in keiner andern Beziehung als alle andern Geschöpfe stehend,, sagnen konnte. Gleichwohl aber scheint die Schrift zu indiciren, daß Gott in Person gesprochen habe, da es Exod. 19, 20 Dl TM, und il). 24, 10 sogar INT 'Di heißt, welche Ausdrücke er in der gewöhnlichen Bedeutung zu nehmen um so mehr sich berechtigt glaubt, als , so weit sein Wissen reicht, die Schrift nirgends die Jmmaterialität Gottes lehre; vielmehr könne aus Exod. 33, 23 seiner Ansicht nach das Gegentheil entnommen werden. — Nachdem er nochmals durch zahlreiche Belege aus der Schrift zu beweisen gesucht, daß diese, außer Gesicht und Wort, keine andern Offenbarungsmittel kenne, zieht er den Schluß, daß die Offenbarungen des A. Ts. nur mittelbare, und daher nicht die vollkommensten gewesen waren. ' Hierauf folgt ein langer lexikalischer Artikel, der die mannigfachen Bedeutungen von NN und 'n darlegen, und das Resultat geben soll, daß, da der'Ausdruck 'n nn auch zur Bezeichnung natürlicher Erscheinungen gebraucht wird, die Propheten nur auf dem Wege der Imagination Offenbarungen erhalten, die aber, weil man ihre natürlichen Ursachen nicht einsah, ins Wunderbare versetzt und auf Gott selbst bezogen wurden. Nur so lasse sich die parabolische und anigmatlsche Sprache, der Propheten und ihre Abweichungen von einander in Beschreibung der Gesichte rc. erklären. Kurz, unser Autor glaubt sich dem zufolge berechtigt zu behaupten, daß es blos eine auf. außerordentlichen Tugenden beruhende Persönlichkeit gewesen sei, die den Propheten bestimmte rc. —i). Es wird nun unsere Aufgabe sein, auf die Gründe dieser Behauptung näher einzugehen und ihre Stärke zu prüfen, was uns um so leichter sein dürste, als die hebräische Linguistik, von der unser Vers, bei seinen Operationen so wesentlichen Gebrauch macht, seitdem um Vieles weiter vorgeschritten ist. Blicken wir auf die Definition zurück, die unser Aut. von Prophetie überhaupt giebt, so können wir von vorn herein um so weniger damit einverstanden sein, als sie gegen sein Versprechen, „von der Schrift nur das zu behaupten, was sie ausdrücklich lehrt1 2 3)", gewaltig verstößt. Die Schrift versteht unter dem Wesen der Offenbarung lediglich die sichere Erkenntniß des göttlichen Willens^), um danach zu leben, — 1) Unser Autor ergeht sich gern in Abschweifungen vom vorliegenden Gegenstände, auch wiederholt er sich nicht selten; wir wollen aber stets bei der Hauptsache bleiben, und zwar im höhern Zusammenhang. — 2) Et quia hodie nullos, quod sciam, habemus Prophetas, nihil nohis relinquitur, nisi sacra volumina no- bis a Prophetis relicta evolvere. Hac quidem cautione, ut nihil de similibus rebus statuamus, aut ipsis Prophetis aliquid trihuamus, quod ipsi non clare dictaverunt. — Tr. Th. Pol. Cap. I. — 3) Als Resultat der innerhalb eines Zeitraumes von 35