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Der Orient · 1842-08-20 · 34 (20.8.1842) · p. Spalte 543-544

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Journal
Der Orient
Volume
1842
Issue
34 (20.8.1842)
Date
1842-08-20
Page
Spalte 543-544 (sequence 8)
Language
German
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543 Methodik des Talmuds. Literarische Ankündigungen. 544 Auffassung des Wortes in weiterem Sinne, als man gewöhnlich pflegt. Das Wort (S. 473. A. 1) kommt Kidd. 34 a b nicht vor. Das Schlußcapitel bespricht noch einige hierher gehörige Dinge, vorzüglich das Verha'ttniß von zu andern Auslegungsregeln in Bezug auf die Praxis. Indem wir hiermit diese Beurtheilung schließen, versuchen wir aus dem Gesagten ein Resultat über das ganze Werk zu ziehen. Der Werth des Geleisteten ist aber entweder durch das Verhältniß zu den früheren Werken ähnlicher Art, oder durch die Anforderungen der Wissenschaft überhaupt zu bestimmen. Was nun dm ersten Gesichtspunkt betrifft, so ist von diesem aus dem Vers, das Lob nicht zu versagen, daß die Methodologie des Talmuds, in so weit er sie behandelt, einen bedeutenden Fortschritt gemacht habe. Die übermäßige Ehrfurcht gegen das Alte, die so oft in blinden Autoritätsglauben ausartet, und kaum auf religiös-ritualen Felde ganz zu billigen ist, hat auf die methodologischen Werke den Einfluß geübt, daß selbst die neueren Werke dieser Gatrung wenig mehr bieten, als die ältesten und ersten. Bei einer Vergleichung der Hauptwerke sieht man, daß die Grundsätze, die z. B. R. Simson im Sefer ha-Keritut aufgestellt, wörtlich in Halichot Olam, von da wörtlich in Tora schebe-al Pe des R. Jesaja Hurwitz rc. übergingen, und sich so mit ihren Einseitigkeiten und Spitzfindigkeiten immer weiter vererbten; sogar die Beispiele sind traditionell (und in dieser Beziehung schließt die Kette der Tradition auch noch, den Vers, mit ein). Eine Zusammenfassung des Ganzen, eine Zergliederung desselben nach seinen Theilen, eine Betrachtung desselben von rein philosophischem Standpunkte hat erst der Verf. versucht, und mit großem Glücke durchgeführt. Aber eben so muß man gestehen, daß er im Ganzen nicht über seine sekundären Quellen hinausgegangen ist. So sehr er im Einzelnen über ihnen steht, so gründlich Manches durchgearbeitet , mit so tiefem Blicke in die Ansichten der Talmudisten Vieles auf seinen eigentlichen Grund zurückgeführt ist, so hatte doch ein selbstständigeres Studium der ersten Quellen auch ein originelleres Resultat liefern müssen. Der Verf. hat sich zwar über seine sekundären, aber nicht über die primären Quellen gestellt, was um so mehr befremdet, da sein Standpunkt „kein dogmatischer, sondern ein rein wissenschaftlicher war" (S. X.). Auch hat die Ausschließung der andern Theile der Methodologie gerade nicht dazu beigetragen, eine vollständige Anschauung der talmudischen Auslegung der Bibel zu geben. Wir erkennen aber nicht die mannigfaltigen Schwierigkeiten, die sich bei dem heutigen innerlichen wie äußerlichen Zustand der jüdischen Theologie der Bearbeitung eines solchen Werkes entgegenstellen, und müssen daher eben nach diesem Zustande dem Verf. im Namen derer, welche sich für den Fortschritt der jüdischen Wissenschaft interesflren, unseren Dank für die Bereicherung derselben durch sein Werk abstatten, und die Hoffnung aussprechen, daß seine jetzige amtliche Stellung ihn nicht ganz der Thätigkeit für Förderung jüdischen Wissens entziehen werde. Wir selbst können nur noch den Wunsch äußern, daß unter den hier gemachten Bemerkungen einige sein dürften, deren Beachtung zu einer noch größeren Vollkommenheit künftiger Geistesprodukte des geehrten Verfassers beitragen könnte. David Cassel. Literarische Ankündigungen. In diesen Ankündigungen werden literarische Anzeigen aller Art, besonders in so weit sie jüdische und orientalische Geschichte und Literatur betreffen, gegen Sgr. für die gespaltene Petit-Zeile oder deren Raum ausgenommen. [114.] Von uns ist durch alle Buchhandlungen zu beziehen: Ansprache an meine Gemeinde. Von Dr. Abraham Geiger, Rabbiner in Breslau. Preis 5 Sgr. F. E. C. Leuckart in Breslau. [115.] Von E. L. Fritzsche ist durch alle Buchhandlungen zu haben: cnw rmn oder die Pesadl-Hagada, travestirt fürs Purimfest, von Dr. Somerhanfeu, Verfasser der Epigram. hebraica etc. Brüssel, 1842. Sehr compact und correct autographirt. 16 S. gr. 8. Netto 10 Ngr. [116,] Bei Moritz Geber in Hamburg ist in Commission erschienen und durch alle Buchhandlungen zu beziehen: Der Gottgeweihete Tag in seiner dreifachen Bedeutung. Eine Predigt, gehalten an dem von den Vätern der Stadt angesetzten Buß- und Vertage (7. Juli 1842) im Neuen Israelitischen Tempel von Dr. Gotthold Salomon. Der Ertrag ist mildtbatigen Zwecken bestimmt. Vertag von C. L,. Fritz sch e. Druck von I. £>. Rage l.

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