Mannheim
Compact Memory

Der Orient · 1842-08-13 · Heft 33 (13.8.1842) · p. Seite 257

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Orient
Volume
3 (1842)
Issue
Heft 33 (13.8.1842)
Date
1842-08-13
Page
Seite 257 (sequence 1)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2360092-2360201-2360235--2587-3529559
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

Dritter Jahrgang. Berichte, Studien und Kritiken für Das Abonnement für ein Jahr ist 5 Lhlr. Man abonnirt bei allen löbl. Postämtern und allen solid. Buchhandlungen aus ein Jahr. Mische Geschichte und Literatur. Herausgegeben von Dr. Julius Fürst» Von dieser Zeitschrift erscheinen wöchentlich, das Literaturblatt mitgerechnet, zwei Bogen, und zwar an jedem Samstag regelmäßig. 33» Leipzig, den 13. August J.842. Großbritannien. London: Montefiore für die Juden in Jerusalem. -— Deutschland. Hamburg: Wochenbericht vom 20—27» Juli 1842. Berlin: Rabbinatswahl; Rechenschaftsforderung; Minister Mühler über die Zahl Mischer Verbrecher. Leipzig: Neuigkeits-Musterung. Halb erst adt: Verbesserungen des Cultus in Braunschweig. Aachen: Ueber bas preußische Judengesetz sBeschluß). Sond eröhausen: Israelitische Consirmationsfeierlichkeit (Beschluß). Preußen: Neskript des Ministers Mühler an die Aeltesten der Judenschaft in Berlin. Breslau: Vergebliches Bemühen eines Missionspredigers. — Böhmen. Prag: Zweiter Bericht über Trebitsch. — Personalchronik und Miscellen. — LB. d. Or. Großbritannien. London, 29. Juli. Der für die Verbesserung der Lage der Juden in Jerusalem unermüdlich thätige Sir Moses Monte si o r e hat nun zu seinen frühern Wohlthaten noch eine neue hinzugefügt. Er hat in diesen Tagen so eben ihnen ein Geschenk mit einer der besten englischen Druckmaschinen gemacht, um sie zum Fleiß und zur geistigen Thätigkeit anzuregen. Deutschland. Hamburg, 31.Juli. (Wochenbericht über jüdische Verhältnisse. 20-27. Juli 1842). Die wichtigste Mittheilung, die uns in Betreff der preußischen Juden in der verflosienen Woche zu Gesichte gekommen, ist in der L. A. Z. vom 25. Juli enthalten. Wir erfahren durch dieselbe, daß das preußische Ministerium an das jüdische Vorsteheckollegium in Berlin ein Reskript erlassen habe, des Inhalts, daß es einen Oberlandesrabbiner für ganz Preußen, der seinen Sitz in Berlin habe, wählen solle. Zugleich erneuert sich das Gerücht, Herr Dr. Frankel, früher Rabb. in Teplitz, gegenwärtig Oberrabbiner in Dresden (zugleich für das gesammte Königreich Sachsen), sei zur Bekleidung dieser Stelle ausecsehen. Daß dieses Amt ein wichtiges/ einflußreiches und bei der jetzigen Ansicht der preuß. Regierung von den jüdischen Verhältnissen ein sehr schwieriges werden müsse, ist keinem Zweifel unterworfen; dennoch hält man Herrn Frankel ganz dafür geeignet. Nur die Uebectragung einer geistlichen Diktatur auf einen Einzelnen scheint uns bedenklich, um so mehr, da Preußen sehr viele, zum Theil auf gleichen Rang mit der Berliner Anspruch machende und in Cultusangelegenheiten verschieden organisi'rte, so wie in religiösen Ansichten merklich von einander geschiedene Gemeinden zahlt, und der Umfang der preußischen Monarchie zu groß, die Grenzprovmzen zu entlegen, das deutsche und das polnische Element in noch zu heftigem Widerstreite begriffen ist, als daß die Zügel des Ganzen von Berlin aus mit fester Hand geleitet werden könnten. Auch ist die Unterordnung unter einen Einzelnen, selbst wenn man sie erzwingen könnte, drückend, während streitende Parteien sich gern und willig dem Spruche eines ganzen Collegiums unterwerfen. — Daß man den Juden in Berlin, wie m ganz Preußen, nicht günstig ist, sieht jeder, der den Streit um die größere oder geringere Sittlichkeit der Juden seit seiner Erneuerung zu verfolgen sich die Mühe gegeben hat. Die L. A. Z. vom 26. Juli will wissen, die Juden beabsichtigten diese Frage noch einmal kritisch zu beleuchten, um den Minister Eichhorn und den Staatsrath Hoffmann ein für allemal aus dem Felde zu schlagen. — Der Widerspruch in den politischen Ansichten über die Juden muß durch das schwankende, ungewisse und zweideutige Benehmen der Regierungen gegen sie immer stärker werden. Wahrend eine Anzahl Fanatiker und berechnende Verstandesmenschen jedes Streben nach Reform als die Grundstufe zu revolutionairen Umtrieben verschreit und dadurch den Regierungen unbewußter oder verwerflicher Weise Waffen gegen alle Juden in die Hände giebt und den 33

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.