Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1842
- Issue
- 32 (6.8.1842)
- Date
- 1842-08-06
- Page
- Spalte 509-510 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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509 Englisch-israelitische Literatur. Methodik des Talmuds. 510 seinen Landsleuten und Glaubensgenossen das Verwerfliche, Thörichte und Verderbliche der Intoleranz, von Juden gegen Juden ausgeübt, in den überzeugungskräftigsten Worten darzulegen. Der so erfreuliche Contrast zwischen den gegenwärtigen und früheren Verhältnissen der Juden wird herausgehoben; „früher hätten die Juden das Entsetzlichste von der Verfolgung, dem Fanatismus zu erdulden gehabt, nun erfreuten sie sich des gesetzlichen Schutzes, und des mehr oder weniger vollständigen Genusses der bürgerlichen und politischen Rechte. Kaum aber sei das unerträgliche Gewicht der Unterdrückung abgewälzt von ihnen, so verschwinde der milde Geist brüderlicher Liebe und Anhänglichkeit, der sie getröstet und aufrecht erhalten unter dem Drucke und dem Leide, und es zeige sich Uneinigkeit, Feindseligkeit, gegenseitiger Haß." Nun entwickelt der Verfasser seine so ehrenwerthcn, von jedem echten Israeliten unserer Tage gewiß getheilten Ansichten von der Nothwendigkeit einer unbeschränkten Gewissensfreiheit in Bezug auf religiöse Dinge, Meinungen, Prinzipien. Man solle bedenken, heißt es dann, welch böses Schauspiel man den christlichen Brüdern, deren Achtung und Sympathien man doch so gern in vollstem Maße zu erringen wünsche, mit unseligen Zwistigkeiten gebe! Die Vorurtheile, welche früher ungerechter Weise die Juden trafen, würden bald von neuem ausflackern und dann als gerechte Strafurtheile erscheinen! Der Verfasser läßt über die Partei,Ider er selbst in religiösen Dingen angehört, nichts durchblicken und zwar aus dem sehr richtigen Grunde, „weil seine persönlichen Ansichten in Betreff der streitigen Punkte, auf die von ihm vorgetragenen Argumente nicht den mindesten Einfluß übten. „Die Prinzipien religiöser Freiheit, für welche ich kämpfe," sagt er am Schluffe, „sind nicht das Privilegium irgend einer abgeschlossenen Sette, im Gegentheil, sie sollten das Gemeingut alter sein!" 3) Jeus Enfant School. Eortablished A. M. 561. Ädress on the opening of the school', 28 Eiul 5601 (14. Sept. 1841.) Der Geist der Wohlthätigkeit und des brüderlichen Handelns, wenn es gilt, ein gutes segensreiches Wort zu schaffen, ist eine Zierde jeder israelitischen Corporation, und, wie. schön er sich in London aufs Neue bewährte, davon Zeugen diese Blätter. Seit lange hatte man das Bedürfniß einer Schulanstalt für die Kinder der Unbemittelten gefühlt; christliche Proselytenmacher hatten mit schlauer Berechnung gerade in den Stadttheilen, wo die jüdische Armuth zusammengedrängt wohnt, dergleichen Institute eröffnet und es mag ihnen zu verschiedenen Malen gelungen sein, die Kinder jüdischer Ettern der Unwissenheit, der Verwahrlosung, aber auch dem Glauben, in welchem sie geboren, zu entreißen. Ein bereits früher angeregter Plan znr Anlegung einer israelitischen Freischule wurde nun rasch in Ausführung gebracht. Die Reichen und Edelgesinnten der londoner Judenschafr steuerten reichliche Gaben und verpflichteten sich überdies zu Zahlung jährlicher Unterstützungsgelder. Die. Anstatt, so berichtet vorliegendes Schriftchen, dem ein Namens verzeichniß der freundlichen Geber und Geberinnen, nebst Angabe der Unterzeichneten Summen angefügt ward, ist bereits im gedeihlichsten Fortschreiten begriffen. Der Vorstand, dessen einzelne Glieder namentlich aufgeführt sind, besteht aus einem Präsidenten, einem Vicepräsidenten, einem Cassirer und einem Seoretair. Außerdem ward ein Generalcomite gewählt; auch scheinen die londoner Damen, deren 19 als Patroneffen und als „Eaclie's visiting Comitee“ aufgeführt sind, ein lebhaftes Interesse an der aufblühenden Stiftung zu nehmen. 4) Prayer and Psalms for the opening of the Je'ws’ Jnfant .School. — In einfach erhabenem Style, der Feier, welche es hervorries, vollkommen angemessen, ist das Gebet gehalten, dann folgen 6 Psalmen in hebräischem Original und in englischer Uebersetzung. Die Schönheit der Psalmen ist ewig, wie Gott selbst. Das Schlichte und dennoch so Kraftvolle und Würdige der englischen Sprache eignet sich vortrefflich zu ihrer Uebertragung. Joseph Mendelssohn.- Methodik des Talmuds Der Geist der talmudischen Auslegung der Bibel von Dr. H. S. Hirschfeld. Auch unter dem Titel: rWYll rVTID »Tfein. Halachische Exegese. Ein Beitrag zur Geschichte der Exegese und zur Methodologie des Talmuds. Verlag von M. Simion. Athenäum in Berlin. 1840. 8. (X und 479 S.) (Fortsetzung.) Der Talmud sucht nun, wo möglich, diesen g e b r o ch eneu Schluß zu restituiren, und das Resultat zu retten. Nachdem nun die Widerlegung auf zweifache Weise geschehen konnte, so kann dies auch die Restitution. Hakte nämlich die erste Widerlegung bewiesen, daß das p-jJ vom -jd^D deswegen nicht auf den übertragen werden könne,' weil der jftt durch etwas Besonderes, am ißb sich nicht Findendes an den -jE>^D geknüpft sei, so wird jetzt durch die Restitution gezeigt, dass die Verbindung des Besonderen mit dem -je/? nicht die zu übertragende Gesetzbestimmung hervorzubringen pflege, also der Ma n g el des Besonderen am kein Grund sei, ihm den jj-jj abzusprechen. (Das dafür citirte Beispiel findet sich nicht Chol. 116 h, sondern 115 h. S. 250). War bei der Njvn SOTD durch Beibringung eines rroi' bewiesen, daß die berechtigende Eigentümlichkeit des nicht die am 'ißbü befindliche Gesetzbestimmung nach sich ziehen müsse, also auch hier kein Grund sei, sie vom -jeAd auf den "ID1? öu übertragen, so wird durch die Restitution gezeigt, daß die Ursache, warum an dem PPDID die Gesetztestimmung sich nicht finde, eine, diesem rrdlD allein zukommende, also auf den in Frage stehenden -j^ nicht anwendbare, und folglich die am -je&D befindliche Gesetzbestimmung auf diesen übertragbar sei. — Der so restituirte Schluß wird aber noch mannigfach angegriffen, und zwar auf eine dem bisherigen analoge Weise, indem die Beseitigung eines jeden beweisenden Gliedes durch einen, Innern d. h. an demselben sich befindenden Grund bewerkstelligt wird. Man kann nämlich zum "?d^D zurückgehen, und erweisen, daß die in dem Restitütionsgl-iede aufgefundene Eigenschaft nicht der Grund für die Gesetzbestimmung sei, da sich diese doch bei dem Hß^D ohne die Eigenschaft finde; eben so wenig die am -jD^D befindliche Eigenschaft, wogegen nämlich das Restitutionsglied spricht (\\n N*? Hl WD Ht), und doch haben beide, "ie/pD und noiD diese