Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1842
- Issue
- 31 (30.7.1842)
- Date
- 1842-07-30
- Page
- Spalte 495-496 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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495 Englisch-israelitische Literatur. Literarische Ankündigungen. 496 wir hier für überflüssig halten, folgt nun in wörtlicher! Uebersetzung. Der Sultan hatte mit eigener Hand auf das I Original geschrieben: „Es möge geschehen, was dieser Ferman befiehlt." Der Herausgeber schließt mit einigen Andeutungen über sein Verfahren bei der englischen Übertragung; wir erfahren daraus, daß er genöthigt war, sich hier und da einige leichte Freiheiten mit dem Originaltexte zu erlauben, namentlich da, wo der ursprüngliche Ausdruck, buchstäblich übersetzt, in englischer Sprache unbehülfüch erschienen und dem Verständnis' der Ideen des Verfassers hinderlich gewesen wäre. Uebrigens erkläre er, nicht immer mit den Ansichten des jüdischen Rabbi Maimonidks — eine Figur, mit der wir uns sogleich naher beschäftigen werden — einverstanden zu sein; um jedoch die Aufmerksamkeit des Lesers für den Text nicht zu schwächen, habe er es vermieden, seine abweichende Meinung in Notenform anzufügen. Gehen wir nun von der so reichhaltigen Vorrede zum Werke selbst über. Es bringt die Unterhaltungen zweier gelehrter Männer von verschiedener Confession, deren Einer, Sr'mm ias, als Patriarch der griechischen Kirche zu Jerusalem und der Andere, Maimon, als einer der jüdischen Hauptrabbinen derselben Stadt, aufgeführt ist. Dieser Unterhaltungen finden wir 9, deren jede mit einem Scharfsinne und einer logischen Gründlichkeit, die von Seite zu Seite glänzender sich entfaltet, jene furchtbare Blut-Anklage nach allen Richtungen hin beleuchtet, zergliedert, auf ihren Ursprung zurücksührt, endlich in ihr Nichts zurückschleudert. Die Gesprächsform ist hier um so glücklicher gewählt, da sie allen den grundlosen Beschuldigungen, frechen Lügen, vagen Hypothesen, die seit dem Auseinandersprengen der jüdischen Nation bis zu unsern Tagen gegen sie erhoben wurden, den freiesten Spielraum läßt, der dann natürlich auch der Entkräftigung und Verteidigung zu Gute kommt, und sockst die Arena des Kampfes dem Für wie dem Wider eine gleich günstige. Hier muß sofort bemerkt werden, daß die beiden Gegner, Simmias und Maimon, keinesweges in leidenschaftlicher Erbitterung ihre Waffen schwingem Im Gegentheil und wir halten es für eine sehr schöne und zarte Idee des Autors! sie schenken sich die wärmste Freundschaft, sind gegenseitig von der vollkommensten Hochachtung für ihre Religion wie für ihre Persönlichkeit durchdrungen, und ihr loyaler Kampf endet mit heißer Danksagung des griechischen Patriarchen für die Aufklärungen und Belehrungen, die ihm geworden, mit einer brüderlichen Umarmung des Gegners. Ehe wir eine kurze Analyse der wichtigsten Punkte des Werkes versuchen, kommen wir noch auf eine Andeutung in der Vorrede zurück, die aufmerksam macht, wie fast sämmtliche Argumente, durch welche Levinsohn*) die gegen das mosaische Gesetz erhobene Anklage vernichtet, den Werken der verdienstvollsten und anerkanntesten christlichen Schriftsteller entnommen sind. ' (Schluß folgt.) *) Levinsohn lebt gegenwärtig in Krzemnitz. Literarische Ankündigungen. In diesen Ankündigungen werden literarische Anzeigen aller Art, besonders in so weit sie jüdische und orientalische Geschichte und Literatur betreffen, gegen t\ Sgr. für die gespaltene Petit-Zeile oder deren Raum ausgenommen. [105,] So eben sind erschienen und durch <§. L. F r i tz s ch e in Leipzig zu beziehen: [m] Geschichte ihn ffi^> Kalender der jüdischen Gemeinde zu Berlin auf das Jahr 5603, bearbeitet von Dr. Heinemann. Dieser seit einem Jahrhundert erscheinende Kalender ist der reichhaltigste unter allen seiner Art, und in Beziehung auf den Kultusder reichhaltigste für Berlin und alle Gemeinden, die denselben Ritus haben, wie solches die vorgedruckte Approbation des Rabbinats ausdrücklich erklärt. - Preis 5 Sgr. d er Juden in KAchsen und ihre Rechtsverhältnisse. Zum Theil nach archivalischen Quellen bearbeitet von Kalender der Juden auf 5603 (deutsche Schrift) für Frauen, von demselben Herausgeber. Preis 5 Sgr. Jt. Sidori. Mit einer Borrede von Wandkalender, hebräischer, auf 5603 zum Gebrauch in den Synagogen und in den Geschäftszimmern, von demselben. Preis 6-| Sgr. Prof. Fr. Bülau in Leipzig. 8. br. Preis 26 Ngc. Verlag von C. L. Fritz sch e. Druck von I. H. Nagel.