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Der Orient · 1842-07-30 · Heft 31 (30.7.1842) · p. Seite 241

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Journal
Der Orient
Volume
3 (1842)
Issue
Heft 31 (30.7.1842)
Date
1842-07-30
Page
Seite 241 (sequence 1)
Language
German
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Dritter Jahrgang, Berichte, Studien und Kritiken für Das Abonnement für ein Jahr ist 5 Thlr. Man abonnirt bei allen Lob!. Postämtern und asten solid. Buckhand- Lungen auf ein Jahr. jüdische Geschichte und Literatur. Herausgegeben von Von dieser Zeitschrift erscheinen wöchentlich, das Literaturblatt mitgerechnet, zwei Bogen, und zwar an jedem Samstag regelmäßig. Dr. Julius Fürst. 31» Leipzig, den 30. Juli 1842« Orient. Frankfurt: Der Greis Jakub Antibi. Leipzig: Die neue smyrnaer Zeitung (Ergänzende Mittheilung). — Deutschland. Hamburg: Intoleranz und Liberalität. Wien: Obrigkeitliche Anerkennung. Posen: Freundliche Beziehungen der städtischen Obrigkeit zur Judenschaft. Altona: Ettlingers Wort über Fortschritt. Karlsruhe: Ein Standebericht über Jsraeliten-Emancipation. Berlin: Bevorstehende Rabbinerwahl. — Galizien. Lemberg: Feuersbrunst zu Rzeszow. Dank für menschenfreundliche Unterstützng. — Italien. Die Gewaltthatigkeiten zu Mantua. — Literatur: Haupts Prophetenstimmen. — Personalchronik und Miscellen. — LB. d. Or. — Außerdem eine Beilage zum Hauptblatte. Orient. Frankfurt, 13. Juli. Aus einem uns vorgezeigten zuverlässigen Schreiben des Oberrabbiners Jaßub Antibi aus Damaskus, entnehmen wir, daß dieser zweiundachtzigjahrige Greis, in Folge derwoc zwei Jahren erlittenen Folterqualen, so sehr geschwächt worden, daß er genölhigt ist, sein Rabbinatsamt niederzulegen, indem er die Funktionen desselben nicht mehr versehen kann. Der unglückliche Greis ist daher entschlossen, seine noch übrigen Tage in Jerusalem zu verleben. Der Oberrabbinec Herr Antibi ist bekanntlich einer von den Beiden, die der angeblichen Ermordung des Paters Thomas beschuldigt wurden, sich aber nicht, wie sieben ihrer Leidensgefährten gethcm, zuletzt durch die Tortur falsche Geständnisse erpressen ließen, vielmehr' die furchtbaren Martern geduldig und standhaft ertrugen und sich keinen Augenblick zum Bekenntniß einer Unwahrheit verleiten ließen. Bei Gelegenheit jener bekannten Verfolgungen büßte Herr Antibi sein ganzes, ohnehin beschranktes Vermögen ein. Es ist daher sehr zu wünschen, daß der löbliche Eifer seiner Glaubensgenossen, die im vergangenen Jahre beträchtliche Summen zu Ehrenbezeigungen für die menschenfreundlichen Bestrebungen der Herren Cremieux und Montefiore verwendeten, nun auch neue Spenden zu Gunsten des unglücklichen Antibi sammeln, damit der ehrwürdige, schwer geprüfte "Greis in den Stand gesetzt werde, seine kleinen Bedürfnisse bestreiten und sich ein vom Mangel befreites Alter verschaffen zu können. Hierzu werden theilnehmende Menschen, wie nicht zu zweifeln ist, gerne das Ihrige beitragen! Leipzig, 21. Juli. Ick Bezug auf die Nachricht über eine neu erstehende jüdische Zeitung in Smyrna, die in voriger Nummer mitgetheilt wurde, ist Nachfolgendes zu berichtigen. Die Zeitung soll nicht in Hebräischer, sondern in jüdisch-spanischer Sprache erscheinen und den Titel führen: La buena esperanza. Der Prospectus ist vom 21. Mai (12. Siwan) datirt, der Redacteur nennt sich Rafael U si el C hiub, und narider Angabe des erwähnten Prospectus sollen monatlich vier Nummern erscheinen und der Jahrg. c. 12 Thaler kosten. Aus der Angabe des Inhalts steht man aber, daß es eine gewöhnliche Zeitung werden, ohne das jüdische Interesse speciell zu berücksichtigen, und das Jüdische eigentlich nur darin besteht, daß das corrumpirte Jüdisch-Spanisch mit hebräischen Lettern gedruckt werden soll. Deutschland. Hamburg, ll. Juli. Attmalig sangt auch wieder die Intoleranz-in einigen Zeitungen zu spuken an. Schade, daß sie in manchen öffentlichen Äußerungen von Juden einen Vorwand gefunden hat. So fpridjt sich ein Breslauer Eorrespondent (Theodor Brand) * der L. A. Z. (vom 9. oder 10. d. M.) mit ungeheuerer Animosität gegen die Juden und für das neue Judengesetz aus. Auch in der Köln. Zeitung, welche si'ck) seit einigen Wochen in ihrem Denuncianteneifer gegen die Königsb. 'Zeitung zu konservativen Tendenzen hinneigt, war am 6. d. M. ein den Juden sehr feindseliger Artikel zu lesen, gegen welchen Tags darauf in der Rhein. Zeitung Wilhelm Anton Norrenbevg (?) replicirte. 31

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