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Der Orient · 1842-07-23 · 30 (23.7.1842) · p. Spalte 465-466

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Journal
Der Orient
Volume
1842
Issue
30 (23.7.1842)
Date
1842-07-23
Page
Spalte 465-466 (sequence 1)
Language
German
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jfiteratnrbktt des Orients. Berichte» Studien und Kritiken für Jüdische Geschichte und Frteratur. JVs ^O» Leipzig, den 23. Juli 1842» Neu heb ratsche Poesie. Die Jahreszeiten von Louir Lewy. Beurtheilt von Herz selb. — Zolkiew'sche Druckwerke. — Methodik des Talmuds. Der Geist der talmudischen Auslegung der Bibel von Hirschfeld. Beurtheilt v. Dav. Cassel, (Fortsetzung.) — Sit. Ankündigungen. Nenhebräische Poesie. fij&'ij rv^pF), eine hebräische Dichtung auf die vier Jahreszeiten, von Louis Levy. 8. XV. 98, Berlin 1842, , Der Herr Verfasser hatte die Güte, sich einer vor Jahren mir zu Theil gewordenen flüchtigen Bekanntschaft mit ihm zu erinnern, und überschickte mir in Folge dessen das genannte Büchlein mit dem Ersuchen, es zu recenfimu Ich komme diesem Verlangen um so lieber nach, weil ich fand, daß sein Inhalt fast durchweg gelungen zu nennen ist. Zunächst gilt dies von der Wahl des Stoffes. Ich hatte früher einmal Gelegenheit, darüber zu schreiben, was mir als Gegenstand hebräischer Dichtung paffend oder unpassend erscheine; das religiöse Element, jedoch im weitesten Sinne des Wortes, wies ich der ersteren Kategorie zu, der zweiten alles nicht dahin Einschlagende. Naturbettachtungen, wenn sie von einem frommen Sinne angestellt werden und in das Lob Eortes anslaufen, sind hiernach so recht eigentlich ein Gegenstand hebräischer Dichtung, sie sind, wenn auch selten gepflegte, doch einheimische Pflanzen des hebräischen Lebens, daher ihre Cultur so'natürlich erscheint, und der adäquate, sogar geschmeidige Ausdruck dafür dem -hebräischen Sprachschätze leicht zu entnehmen ist, während ein rmjüdischer d. h. also ein mit der Religion in keinerlei Beziehung stehender Sloff selbst unter der Hand Desjenigen, der sehr gut einen Stoff zu bewältigen versteht und Meister der Sprache ist, seine ausländische Physiognomie bewahrt, und den Mißgriff unvermeidlich durch den holperigen Ausdruck straft, - Man vergleiche nur diese Dichtung mit der S. X—-XIII. mitgetheilten Uebersetzung von Schillers Handschuh, und man wird mit mir jene ein Kunstwerk, diese ein Kunststück nennen. Der Dichter erzählt, daß er die kenLons von. Thomson seiner Dichtung zu Grunde gelegt habe. Er hat nämlich fast alle Motive des englischen Dichters zu den seinigen gemacht, jedoch mit solcher Freiheit, daß die Durchführung derselben in bei weitem den meisten Fallen selbstständig genannt werden darf. Nicht immer ist dies indessen zum Vortheil seiner Dichtung geschehen. So giebt er S. 10 nur Eine magere Strophe für die ausnehmend schöne Stelle über die Liebe I. 959—1172. — S. 27 Läßt er das herrliche Gleichniß II. 462—465 weg, daß vor . der Sonnengluth den kühlen Wald aufzusuchen, sei LmMern inslrucliye of die Yirtuoiis man, Wlio keeps liis iemper’d mind serene and pure. And eyery passion aptly liarmoniz’d, Amid a yarring wrld wiüi yiee Manul. Eben so ungern vermiste ich S. 28 die Engelsstimme, welche II. 540 — 560 so erhaben und in Ausdrücken spricht, die dem hebräischen Dichter so leicht wiederzugeben sein mußten. Bei Th. hängt damit die köstliche Apostrophe an die frühverstorbene Stanley zusammen, deren Uebertragung mutatis mutandis unser Werkchen sehr geschmückt haben würde. Auch ist nicht.abzusehen, warum der freilich weitausgesponnene, aber gleichwohl durchweg ansprechende Ausflug in die tropischen Länder II. 626 —1090 nicht wenigstens im Auszuge wiedergegeben ist. Dafür bildet einen schmalen und vielleicht hinsichtlich des poetischen Werthes sogar bedenklichen Ersatz, daß der Vers. S. 29 bei Gelegenheit des Badens auf das ungesunde Aussehen und die von ihm dafür angegebe Urfache, die Verzärtelung der Kinder der Reichen hinweist. — Für die ausgezeichnet schöne Hymne auf Britannien II. 1442 — 1619 hätte uns der Vers, etwas Aehnliches geben sollen; es ist keine Entschuldigung für ihn, daß wir kein Vaterland haben, das uns zu Derartigem Begeisterung einflößen könnte, denn die Sehn- 30

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