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Der Orient · 1842-07-23 · Heft 30 (23.7.1842) · p. Seite 240

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Journal
Der Orient
Volume
3 (1842)
Issue
Heft 30 (23.7.1842)
Date
1842-07-23
Page
Seite 240 (sequence 15)
Language
German
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240 trefflichen Blättern sehr mäßig. Außer den erwähnten Vortheilen hat aber dieses Schulwerk noch etwas Anderes, was die Beachtung von Schulmännern wohl verdient, nämlich die französische ^Uebersetzung der Erklärungen,-' wodurch es zugleich als Uebungsbuch im Französischen gebraucht werden kann. Zu den für die jüdisch-biblische Geschichte gehörigen Kupfern gehören: l.der einzige Ueberreft von Heliopolis d. h^ On (]&), nämlich der mit Hieroglyphen beschriebene Obelisk mit feiner wilden und wüsten Umgebung. 2. Der Mosisbrunnen, Ajen Musa, am rochen Meere, wo Moses bas Siegeslied gesungen. 3. Der Sinai mit dem Horeb, mit der majestätischen, prächtigen Umgebung. 4. Das quellenreiche Thal Refidim, mit dem Felsen, aus welchem Moses das Wasser schlug. 5. Das ganze Panorama vom Sinai. 6. Das Sela der Schrift oder Petra mit seinen riesenhasten Ueberresten. 7. Der Berg Hör, wo Ahrons Grabstätte ist, die auch der wilde Beduine verehrt. 8. Bet-Lechem, die Stadt Davids. 9. Jerusalem von Nordost. 19. Der Moriah oder der Lempelberg, wo jetzt Omars Moschee, oder auch Jerusalem von Osten. 11. Die Davidsburg auf Zion. 12. Das Kidronthal mit den Gräbern Absaloms, 'Josafats und Zacharias. 13. Joseph's Grabmal bei Sichern, jetzt Nablus genannt. 14. Die Ruinen von Samarin, der alten Königstadt. 15. Der Labor, der schönste Werg der Erde. 16. Der Karmel, der majestätische und Schrecken erregende Berg. 17. Liberias, noch jetzt Sitz einer großen jüdischen Gemeinde. 18. Die Jakobsbrücke am Jordan. 19. Damaskus. 20. Der Libonon.— Die andere Halste der Kupfer behandelt iheils christlich-wichtige, theils nach Abschluß der jüdischen heiligen Schriften erst bedeutsam gewordene Orte, die aber nicht minder auch für die Jugend von Interesse sind. Außer dieser Qmartausgabe ist bei dem Verleger noch eine andere in Folio erschienen, wovon noch von der Verlagshandlung einzelne Exemplare abgelassen werden. Indem wir diese Anzeige schließen, erlauben wir uns noch den Wunsch auszusprechen, daß in Zukunft die jüdischen Schulen auf eine Verbindung des ästhetischen Elements mit dem belehrenden sehen mögen. Gerade die jüdischen haben auf eine Vereinigung dieser beiden zu achten, da selbst in unserer Gegenwart noch so viel Barockes und Unschönes aus der noch nichtttange entschwundenen Jsolirtheit hereinragt, und trotz aller Anstrengungen noch nicht ganz entfernt werden konnte. An solchen Bildwerken wird aber die steife und geschmacklose Art des Kindes verfeinert und umgewandelt und die ästhetische Anschauung prägt sich so ries ein, duß die Reife sie dann zur Gewohnheit macht. 1) Volks-Kalender für Israeliten für das Jahr 5602, herausgegeben von Karl Klein. Brieg 1841. 2) Museum zur Belehrung und Unterhaltung für die israelitische Jugend, mit Karten, Portraits, Vorschriften und Zeichnungen, herausgegeben vom Demselben. Brieg 1841 und 42. Volksbewußtsein und Jugendbildung, sind die Ecksteine der Verlag von C. L. F ritz sche. Civilisation. Die praktischen Resultate, auf die am Ende alle wissenschaftlichen Bestrebungen hinauslaufen, würden sicherlich vergebens erwartet werden, wenn das Leben, als der eigentliche Boden, in dem sie aufgehen sollen, nicht schon früher bearbeitet und vorbereitet wäre. Im Judenthum, wo von Volks- und Jugendbildung noch gar nicht lange die Rede ist, wo man, ehe man ans Bebauen denken könnte, erst ganze Wälder von Vorurtheilen und hundertjährigen Mißbräuchen urbar machen mußte, ist die Verbreitung solcher Bildungs- Elemente nicht nur eine höchst verdienstliche, sondern auch eine höchst schwierige Aufgabe. Diese nach beiden Seiten hin zu lösen, bemüht sich Herr Klein mit regem Eifer seit Jahren. Die obengenannten beiden Werke sind der Ausdruck eines tüchtigen und ernsten Bestrebens. Wenn man mit Recht heutzutage in einem Volkskalender mehr sucht als Reeepte zu schwarzer Dinte und Rattengift, Wetterprophezeiungen u. dergl. brauchbare Hausmittelchen mehr, wenn man von ihm Anregung und Belebung der größern Masse, Erweckung eines frischen freien Sinnes und Eröffnung einer angemessenen Perspektive auf die bedeutenderen Erscheinungen der Welt und der Zeit verlangt; so müssen wir gestehen, daß gegenwärtiger Kalender, indem er diesen Anforderungen nachzukommen sucht, die meisten Volkskalender an sittlichem Gehalte übertrifft. Schon die Männer, die ihm ihre Thätigkeit widmen, bürgen für den Geist, in dem er wirken will. Wir nennen nur Francolm, Saalschutz, Abraham Kohn, mit deren gediegenen Arbeiten die schönsten poetischen Productionen andrer Talente abwechftln. Man sieht leicht ein, daß der Kalender nicht im engsten Sinne nur für die untern Regionen des Volkes berechnet ist, sondern daß er dem gebildeten Publikum auch eine angenehme Gabe sein wird. Wir machen auf die bevorstehende Erscheinung des neuen Kalenders aufmerksam, und erwarten, daß in der Schilderung der wichtigen Zeitereignisse die Richtung, die der Kalender verfolgt, etwas entschiedener als in diesem Jahrgänge prononcirt fein wird. Das Museum, daß so eben den ersten Jahrgang beschlossen hat, ist ein Kranz voll lieblicher poetischer Blüthen. Durch höchst saubre und bis ins kleinste Detail höchst feine Behandlung der interessantesten Stoffe, zeichnen sich die Arbeiten von Francolm aus, durch einen gediegenen sittlich-religiösen Inhalt die vom Rabbiner Kohn, durch mannigfache Belehrung die von Saalschütz, Arnheim, Nowak rc. Die Parabeln von Günsbucg und Agnes Franz athmen die zarteste sinnigste Poesie; die Gedichte von Geisheim, Stern, Wiener, so wie die Proben aus dem Divan des Rabbi Juda Halevy in der Uebersetzung von Honigmann, reprasentiren die verschiedensten Seiten der Lyrik und geben für Geist und Gemüth der Jugend reichliche Nahrung. Die Kunstbeilagen sind eine schöne gefällige Gabe. . H. Druck von I. 3>. Na ge!.

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