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Der Orient · 1842-07-16 · Heft 29 (16.7.1842) · p. Seite 225

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Journal
Der Orient
Volume
3 (1842)
Issue
Heft 29 (16.7.1842)
Date
1842-07-16
Page
Seite 225 (sequence 1)
Language
German
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Dritter Jahrgang. ❖ Berichte, Studien und Kritiken Das Abonnement für ein Jahr ist 5 Thlr. Man abonmrt bei allen löbl. Postämtern und ollen solid. Buchhandlungen auf ein Jahr. für jüdische Geschichte und Literatur. Herausgegeben von Dr. Julius Fürst. Von dieser Zeitschrift erscheinen wöchentlich, das Literaturblalt mitgerechnet, zwei Bogen, und zwar an jedem Samstag regelmäßig. SW»_ Leipzig, den 16. Juli_ R.84E. Deutschla n d. Ham b u r g : Bericht über eine Consirmation im neuen Tempel. Berlin: 1) Votum über den Schriftenwechsel zwischen Salomon und Frankel. 2) Verordnung des Ministeriums des Innern an die Negierungen wegen einzureichender Berichte über jüdische Verhältnisse. 3). Die zuerwartende Cultusordnung. Breslau: Correspondenz über den Rabbinatsstreit. — Acht- und Schattenbilder aus der jüdischen Geschichte der Gegenwart. Bericht des Nabbinats- und Obervorsteher-Collegiums zu Breslau (Schluß.) — Personalchronik und Miscellen. Literatur des Gebetbuchs- und Rabbinarsstreites. — LB. d. Or. Deutschland. HaM'bueK, 7' Juli. Am 19. Juni fand eine Consirmationsfeier im hiesigen neuen israelit. Tempel siatt. . Hr. Dr. Salomon hielt die. Prüfung und die Weihepredigt. Die Feierlichkeit währte von 10-£ bis gegen 1 Uhr, nachdem schon am Abend vorher das eigentliche Neligionsexamen im Tempel stattgefunden hatte. Den erhebendsten und ansprechendsten Theil der Feier bildete die Jntroduktionspredigt und die Mittheilung je eines für das Leben beherzigenswerthen Spruches an die einzelnen Confirmanden. Der erstgenannte Vortrag schilderte die Gefahren des Aberglaubens und des Unglaubens, hob den Contrast zwischen der verknöchernden Buchstabenvergötterung und der skeptischen Jdololatrie, die nur das eigene Ich und den Sinnengenuß kenne, mit schneidender Schärfe, in trefflich populärer Sprache hervor. Die Einen betrachten den Aberglauben für den wahren Glauben, die Andern allen Glauben für Aberglauben. Auch der Angriffe, die der Tempel von der strengen Orthodoxie wie von der kalten Neologie erfahren, ward im Vorbeigehen gedacht. Darauf berührte der Redner zwei Hauptgebrechen der Zeit: den rafsinirten Sinnengenuß und die Frühreife der Kinder. Diesen Warnungen reihten sich wiederholte Erwähnungen an die Eltern und an die Kinder an, die Tugend höher zu achten als alle vergänglichen Schätze, über der Gegenwart die Zukunft nicht zu vergessen und zu verscherzen, vor 'Allem nie wankend zu werden in den Lehren des Judenthums. Nicht gemeinsame Sache sollten sie machen mit den Spöttern und Verächtern desselben oder gar den Schritt schmählichen Abfalles thun. — Die Prüfung war kurz. Der Examinator hielt sich blos an die wichtigsten Principien und ließ besonders die Eigenschaften oder Cardinaltugenden Gottes mit Tora-, Psalm- und Prophetenstellen belegen. Es wurde rasch und gewandt, aber zu leise geantwortet. Außer einer Anzahl der gewöhnlichen Tempelbesucher waren viele Damen, Kinder, Fremde und Christen gegenwärtig. Sehr rührend war die bei der Austheilung der Sprüche gewählte Hinweisung auf die Lebensschicksale der einzelnen Consirmanden. Auch der Segen und der Gesang verfehlten ihren Eindruck nicht. Berlin, Juni (Eingesandt)"). Ein Wort über das Sendschreiben des Dr. H. Salomon en den Oberrabbiner Dr. Z. Frankel. Nachdem Dr. Frankel in diesen Blättern sich über das Sendschreiben selbst ausgesprochen, die Angriffe widerlegt, und seine Ansicht noch klarer ins Licht gesetzt hat; da Angriff und Vertheidigung jedem Leser zur Vergleichung vocliegen, ist das sachliche Urtheil eines Dritten überflüssig. Wer Augen hat, der sehe und unterscheide, ob in S's. Spotte, oder in F's. würdigem Ernste mehr Wahrheit und innere Überzeugungskraft liege; wer Witz und Wortprunk *) Der Red. wünscht von ganzem Herzen, diesen Gegenstand als beendet anzusehen und er ersucht seine Correspondenten, ihre Aufmerksamkeit mehr wieder andern Gegenständen jüdischen Interesses zuzuwenden. Red. 29

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