Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1842
- Issue
- 28 (9.7.1842)
- Date
- 1842-07-09
- Page
- Spalte 447-448 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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447 448 Methodik des Talmuds. Literarische Ankündigungen. Einfachheit der Schrift"; fand sich so der Inhalt nichr in der Schrift, muß er durch einen natürlichen Verstandes- oder Vernunftschluß entwickelt werden, so heißt das >TOD „Verständigung"; wenn dies nicht anging, mußte man zur Verwendung eines Wortes, Buchstabens, Zeichens schreiten rucrn, „das Aufsuchen"; noch weiter zu gehen gezwungen, machte man aus eine fremdartige Wendung aufmerksam arDöDN oder -jDD, „Stütze"; oder endlich man erlaubte sich Kunstgriffe, Versetzung von Buchstaben, Setzung von andern Vocalen, ähnliche Buchstaben zu vertauschen, affonirende Worte einer andern Sprache zu benutzen, Buchstabeninversionen nach einer gewissen Norm re. „Wink". Wo indeß gar kein Zusammenhang denkbar ist, sinkt die Schrift zu einem bloßen Zeichen, zu einem Gedächtnißmittel herunter, yy „Erinnerungsmittel". — Die nähere Betrachtung dieser einzelnen exegetischen Mittel fällt der zweiten Abtheilung des Werkes zu, für die hiermit schon die Abschnitte gegeben sind, also hier nur einige Bemerkungen. Es ist einseitig, wenn man mir dem Vers, jene Versuche nur als Mittel, den einmal im Leben feststehenden Inhalt in der Bibel wiederzufinden, betrachtet, nicht aber auch Zugiebt, daß sie eben so gut als Mittel gebraucht wurden, um in zweifelhaften Fällen sich Raths zu erholen. Wenn auch zur Zeit der Mischnalehrer z. B. der Inhalt schon so ziemlich feststand, so muß er doch einmal entwickelt worden sein, und da laßt es sich freilich wohl denken, daß man zuerst an eine naturgemäße Erklärung der Schrift ging, und sich nur in eben dem Grade von ihr entfernte, als man in Widerspruch mit der Schrift selbst oder mit den durch Zeit, Ort und Ausführbarkeit gegebenen Bedingungen kam. Freilich, wo die Grenze zwischen apriorischer Entwickelung und posteriorischem Hineintragen zu ziehen sei, wird sich nicht immer, sogar nicht oft bestimmen lassen. Es kommt hier die Frage in Betracht, in wie fern der Talmud von dem Wortsinn der Schrift abweicht, indem er ihre Vorschriften entweder nur modisieirt (erleichtert oder erschwert) oder Vorschriften entdeckt, wo der einfache Wortsinn keine giebt. (Fortsetzung folgt.) Literarische Ankündigungen. In diesen Ankündigungen werden literarische Anzeigen aller Art, besonders in so weit sie jüdische und orientalische Geschichte und Literatur betreffen, gegen Sgr. für die gespaltene Petit-Zeile oder deren Raum ausgenommen. [96.] In Dresden in der Arnold'schen Buchhandlung und in Hamburg bei Hrn. B ä d e ck e r ist zu haben: Dr. Frankel, ’ Dberrabbiner in Dresden, E rwiederung auf das von Herrn Dr. Salomon (Prediger am neuen israel. Tempel in Hamburg) an mich gerichtete Sendschreiben. Preis 5 Ngr. [97.] Bei den Unterzeichneten ist erschienen und in allen soliden Buchhandlungen zu haben: vn Die S4 Bücher der Bibel im Texte mit worttreuer Uebersetzung, fortlaufender Erklärung und homiletisch benutzbaren Andeutungen, herausgegeben von Dr. S. HerxHeime r, Landesrabbiner zu Anhalt-Bernburg. Aweiler Theil. Lief. 1 u. 2. ä Sgr. Der beste Beweis für die Gediegenheit dieses Werkes ist außer den bereits darüber erschienenen günstigen Recensionen, daß die Kön. Würtemberg. israelit. Oberkirchenbehörde es allen Rabbinern und Vorstehern ihres Landes zur Anschaffung empfohlen und das herzogl. Anhalt. Consistorium zu Bernburg zu dessen Anschaffung' aus den Kirchen-Kaffen jeden Pastor des Herzogthums bereits veranlaßt hat. Der erste Theil des Werkes, den Pentateuch enthaltend, ist noch fortwährend für den billigen Subscriptionspreis von 24 Rthlr. zu haben. Berlin. Lewents Verlagsbuchhandlung. [98.] So eben sinv erschienen und durch C. L. Fritz sche in Leipzig zu beziehen: nn rotj6 mb Kalender der jüdischen Gemeinde zu Berlin auf das Jahr 5603, bearbeitet von Dr. Heinemann. Dieser seit einem Jahrhundert erscheinende Kalender ist der reichhaltigste unter allen seiner Art, und in Beziehung auf den Kultus der reichhaltigste für Berlin und alle Gemeinden, die denselben Ritus haben, wie solches die vorgedruckre Approbation des Rabbinats ausdrücklich erklärt. Preis 5 Sgr. Kalender der Juden auf 5603 (deutsche Schrift) für Frauen, von demselben Herausgeber. Preis 5 Sgr. Wandkalender, hebräischer, auf 5603 zum Gebrauch in den Synagogen und in den Geschäftszimmern, von demselben. Preis 6} Sgr. Druck von I. H. Nagel. Verlag von C. L. Fritz sch e.