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Der Orient · 1842-07-02 · 27 (2.7.1842) · p. Spalte 429-430

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Journal
Der Orient
Volume
1842
Issue
27 (2.7.1842)
Date
1842-07-02
Page
Spalte 429-430 (sequence 7)
Language
German
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429 430 Unsterblkchkeitslehre der alten Hebräer. Von Isidor Kaempf. dem zufolge noch von einer Vervollkommnung dieser Lehre durch spätere Propheten die Rede sein? •— Nie und nimmer! Die Lehre Mosis ist die ewige Wahrheit, um welche alle folgenden Propheten, wie die Planeten um die Sonne, sich bewegen, um Licht und Wärme zu empfangen; sie ist das unfehlbare Kriterium für alle übrigen Bücher der Schrift^), und nicht werde", spricht der Ewige, „nämlich: Ich lege Meine Lehre in ihr Inneres und schreibe sie ihnen i n 's Herz; so werde Ich ihr Gott, und sie werden Mein Volk bleiben", lb. ib. 33. — Also nicht die Lehre, sondern das Volk ist's, dem eine Umgestaltung bevorsteht, und zwar darin, daß Gott seinen Verstand erleuchten und sein Herz bessern wird, auf daß es, zu seinem eigenen Wohle, die durch Moses geoffenbarte Lehre ('min)-vollkommenst befolge. Was sagt dies aber mehr als die Prophezeiung Mosis: „ranx1? , *]jni m1? -nxi yd? “ nx ‘■prVpx mm toi -pn jypS piitoton pr6x mm-rux" (Deut. 30, 0. —)? — Die Worte Ieremia's sind demnach nur ein Beweis mehr, daß die Propheten nur berufen waren, die Herzen der Nation für die Lehre Mosis empfänglich zu machen, nicht aber diese dem jedesmaligen Zeit-Geist zu aceommodiren. — Wer mit dem Göttlichen sich vermählen will, darf nicht verlangen, daß dieses zu ihm sich erniedrigen soll, — sondern muß zu diesem mit aller Kraft sich erheben. So faßte der große Sohn Isai's den Geist seiner Religion auf/ In seinem berühmten Buß-Psalm wünscht er nicht eine Accommodation der Religionslehren an seine Neigungen, um in aller Bequemlichkeit ein frommer Israelit sein zu können, sondern die Göttlichkeit und folglich die Unwandelbarkeit der Lehre Mosis richtig erkennend , betet er um die Veredlung des e i g e n e n H e rz e n s ('»1 'b N*a “Iinto Ps. 51, 12.), wohl einsehend, daß dies die einzige zulässige und für sein zeitliches und ewiges Wohl wünschenswerthe Reformation ist. Und so ist auch noch heutigen Tages die Aufgabe der Religionslehrer Israels, nicht die Religion dem Zeitgeist, sondern diesen jener zu aceommodiren. — 17) Es ist Thatsache, daß die Männer der großen Versammlung (unter denen, beiläufig gesagt, die Propheten Chagi, Secharja und Malachi sich befanden) beider Feststellung des Kanon nach diesem Prinzip verfahren sind. Bergt. Men achot fol. 45: „tbobm 'Dl Nlim 2") “}DN min nn pnip mrn iw, bxpnr idd nid"; siehe auch Chagiga fol. 13. — Nicht uninteressant und für unfern Gegenstand nicht' unwichtig ist auch folgende Erzählung im Talmud: ,NXLQ : 1D1X wy p pjop, X'ÜH umgekehrt, — als ihre eigene Legitimation aber gilt jener große Tag am Sinai, dessen eine ganze Nation Aeuge war18). Rur so wird es uns klar und begreiflich, daß Gott noch durch den letzten Propheten an Israel die ^Ermahnung ergehen laßt:- npy nsPD min roi mim mix vm n^x! „Seid eingedenk der Lehre meines Dieners Moses,-die Ich auf Horeb ihm aufgetcagen für ganz Israel!" — Mal. 3, 22 — Es kann also für den Hauptzweck unserer Abhandlung ganz gleichgiltig fein, ob die von Moses erregte Hoffnung aus ein seliges Jen seit von diesem oder jenem feiner würdigen Nachfolger früher oder spater wiederholt worden ist *9). Wenn wir aber deffenohngeachtet auch auf die Aussprüche der letztern hinwiefen, so geschah es lediglich in der Absicht, um zu zeigen, wie der selige Trost, der durch Moses erst seine wahre Bedeutung erhalten, in den Herzen der Nation stets fort gelebt und gewirkt. — Ja, dieser erhabene Trost ist es, der bis auf den heutigen Tag Israel mit Muth und Beharrlichkeit beseelt, an der ewigen Wahrheit des Herrn mit unerschütterlicher Treue fest zu.halten, und allen Versuchungen seiner Widersacher tapfer zu widerstehen: I Hl!nyi d?)v — Imp Hin „D enndieserGot t" — den M oses u n s gelehrt —r „I st unser Gott i n al l e r^ E w ig k e i t l „Er führt uns siegreich über den Tod hinweg'." — Ps. 48, 15. — Halle, im Mai 1842. Isidor Kaempf. ,/ nyw * nx .nn ntaoD": nn zjiroi 'di mtorrn porm rbxo Di mixpn nra r^'x - mtopi mm ]td : xm nox Iebamot fo(. 49 b. — 18) Vergl. M. Maimonides, Eommentar über die Mschno, Sanhedrin Xk. —'More Nebuchim ii. 35. — Iad ha-Chasaka, Hilchot Jesode ha-Tora 8. rc.— I. Albo, Ikkarim 1. 18. — 19) Wir haben uns daher auch nur auf wenige Citate beschränkt.— Literarische Ankündigungen. In diesen Ankündigungen werden literarische Anzeigen aller Art, besonders in so weit sie jüdische und orientalische Geschichte und Literatur betreffen, gegen i? Sgr. für die gespaltene Petit-Zeile oder deren Raum ausgenommen. [93.] Von C. L. Fritzsche ist durch alle Buchhandlungen zu haben: cmrw W? nun oder die Pesaclt-Hagiulil, travestirt fürs Purimfest, von Dk. H. Somerhattsen, Verfasser der Lj>i- Krsm. Iiediciiea etc. Brüssel, 1842. Sehr compact und correct antographirt. 1-6 S. gr. 8. Netto 10 Ngr.

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