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Der Orient · 1842-07-02 · 27 (2.7.1842) · p. Spalte 417-418

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Journal
Der Orient
Volume
1842
Issue
27 (2.7.1842)
Date
1842-07-02
Page
Spalte 417-418 (sequence 1)
Language
German
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Literaturblatt des Orients Berichte, Studien und Kritiken für indische Geschichte und Literatur. JVi 2^, Leipzig, den 2. Juli 1842« Methodik des Talmuds. Der Geist der talmudischen Auslegung der Bibel von Hirschfeld. Beurtheill von Cassel. (Fortsetzung.) — Dogma. Ueber die Vorstellungen der alten Hebräer von jder Unft.'rblichkeit der menschlichen Seele. Von Isidor Kaempf. — Lit. Ankündigungen. Methodik -es Talmuds. Der Geist der talmudischen Auslegung der Bibel von Dr. H. S.. Hirschfeld. Auch unter dem Titel: mim nrib niftnn* Halachische Exegese. Ein Beitrag zur Geschichte der Exegese und zur Methodologie des Talmuds. Verlag von M» Simion.' Athenäum in Berlin. 1840. 8. (X und 479 S.) (Fortsetzung.) Der zweite Abschnitt, überschrieben: die subjektive Meinung des Talmuds über die Bibel oder den Inhalt derselben, zerfällt in'"3 Kapitel: 1) Inhalt der Gesetze und Gebräuche; 2) ihre Geschichte und ihre Auffassung z 3) ihre Classification in Beziehung auf die Bibel. Er enthält im Ganzen eine weitere Ausführung des im ersteren Abschnitte nur den Hauptmomenten nach Gesagten, mit näherer Beschränkung auf die subjective Auffassung durch den Talmud, getragen von den geistreichen Ansichten des Vers, über Entstehung, Geschichte und Bedeutung der Gebräuche überhaupt. Es wird zuerst die Frage, ob den verschiedenen Gesetzen der Bibel eine Einheit, eine Idee zu Grunde liegt, daß sie dem Leben eine Richtung und Bestimmtheit geben sollten, mit Recht bejaht, und wenn auch die Darstellung dessen, was diese sei, und wie sie sich darthue, außer dem Kreise dieser Uebersicht liegt, so ist diese doch aus dem sich hcrausftellenden Nationalcharakter der Juden genügend erwiesen. Und nicht weil „wenn man auch die Mannigfaltigkeit derselben (seil, der Gesetze) als eine zufällige Conglomeration und Eoagmentation durch historische und klimatische Ereignisse hervorgerufener knd bedingter Sitten und Institutionen, die sich durch die den Orientalen eigenthümliche Scheu vor dem Herkömmlichen und Hingebung an das Alte, zu einer venerablen, ehrsurchtgebretenden Heiligkeit hervorgearbeitet hätten, betrachten wollte" (S. 59) sich doch immer, wie aus jeder Zufälligkeit, sobald sie sich erhalte und schaffend im Leben austrete, ein Etwas herausstellt, durch dessen Existenz diese Zufälligkeit zur Nothwendigkeit wird, sondern auch in der Wirklichkeit und a priori ist ihnen eine solche Einheit und Tendenz nicht abzusprechen. Diese Einheit und diese Idee, die im Gesichtskreis der Juden involvirt lagen, durchdrangen und belebten die Gesetze, erweiterten und ergänzten sie, das Leben bildete sich fort, und Institutionen und Lehren erweiterten und vermehrten sich durch neue Lebensereigniffe und neue Ideen. Das Bewußtsein von der nothwendigen und naturgemäßen Fortbildung des Gesetzes „macht den Ausspruch erklärlich, daß alle Verordnungen und Einrichtungen von Sinai wären -, obgleich sie entschieden durch Zeitverhältnisse herbeigrführt waren" (S. 62). Was nun die Geschichte der Gebräuche selbst betrifft, so wird, „da wir über den größeren Theit der geschichtlichen Belege entbehren" (S. 63), die Untersuchung darüber vom philosophischen Standpunkt aus geführt. Daß Gebräuche so uralt seien, wie Menschen selbst, ergiebt sich nicht nur a posteriori., aug der Geschichte, sondern auch a priori daraus, daß das Gefühlsleben, dem die Gebräuche überhaupt ihren Ursprung verdanken, früher erwacht, als das Verstandesleben , das in dieser Hinsicht fortwährend mit jenem im Streit liegt. Ihren nächsten Grund haben die Gebräuche in einer religiösen - Richtung des. Gemüths, „in jenem Drange sich thatsächlich und augenfällig mit dem höchsten Wesen zu verbinden, sich seine geahnte Höhe und Erhabenheit zu vermitteln" (S. 67). Im ersten Menschen, den wir uns, da weder historische noch climatische Hindernisse entgegentraten, als das Ideal der Menschengattung zu denken haben, lag der Keim zu allem dem, was sich im Verlauf der Zeiten entfaltete, und zwar das, was zu seinem si'chtbarlichen Hervorrreten der äußern, anregenden Sinnenwelt bedarf, nur der Möglichkeit nach yicczd dvvecfuv$ dagegen das, was sich in seiner unmittelbaren Natürlichkeit o?

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