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Der Orient · 1842-07-02 · Heft 27 (2.7.1842) · p. Seite 209

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Journal
Der Orient
Volume
3 (1842)
Issue
Heft 27 (2.7.1842)
Date
1842-07-02
Page
Seite 209 (sequence 1)
Language
German
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Dritter Jahrgang. Berichte, Studien und Kritiken Das Abonnement für ein Jahr ist 5 Thlr. Man abonnirt bei allen löbl. Postämtern und allen solid. Buchhandlungen auf ein Jahr. für jüdische Geschichte und Literatur. Herausgegeben von »r. Julius Fürst. Von dieser Zeitschrift erscheinen wöchentlich, das Literaturblatt mitgerechnet, zwei Bogen- und zwar an jedem Samstag regelmäßig. 1843. Leipzig, den 2. Juli Deutschland. Breslau: Die Allgew. Zeit, des Judenth. in ihrem Verhalten zu den hier schwebenden Angelegenheiten. Tübingen: Kirchenrath Rabb. Maier über israelit. Eherecht. Stolp: Zeitgemäße Rückerinnernngen aus Preußens neuester Geschichte. Berlin: Statistischer Jrrthum im Betreff der Moralität der Juden. Berlin:- Zahlungen von 1822 und 1840 (Fortsetzung). — Böh m e n. B ö h m isch - L e ip p a : Erhärtung früherer Erklärungen. — Licht- und Schattenbilder aus der jüdischen Geschichte der Gegenwart. Bericht des Rabbinats- und Obervorsteher-Eollegiums zu Breslau (Fortsetzung). — Personalchronik und Miscellem — LB. d. Or. Deutschland. Bveslau, 19. Juni. Endlich, nach langem und bangem Warten, hat sich auch der Redacteur der Allgem. Zeit, des Judenth. dazu verstanden, ein Wort über unsere Zerwürfnisse fallen zu lassen, und jetzt erst sind wir füglich berechtigt zu glauben, daß unsere Verhältnisse hier nicht ganz in der Ordnung sind. Bekanntlich betrachtet sich die Allg. Zeit, des Jud. als das ofsicielle Blatt der Judenheit, als Moniteur, und ich selbst wagte hier in loco nicht einmal die Vermuthung auszusprechen, daß das Verhältnis! zwischen Tiktin und Geiger neuerlich ein sehr schroffes geworden, ja, obgleich ich die Begräbnißscene selbst mit angesehen und gehört, hielt ich doch den ganzen Vorfall für eine optische und akustische Täuschung, weil der Moniteur des Juifs so ganz und gar gegen seine Gewohnheit still schwieg. Und warum bringen sie uns so spät Kunde von hier, Herr Dr. Philippen? „Sre sind es überdrüssig, von persönlichen Angriffen und Neuigkeiten berichten zu müssen." Glaube das, wer es kann; ich kann es nicht. Selten ist auch nur eine Nummer Ihres Blattes frei von Persönlichkeiten; oder hätten Sie schon an Gleiwitz in Nr. 16 von d. I. vergessen? Hätten Sie an Sich selbst vergessen in Nr. 18? „Sie haben alle pro unb contra fcacüber zugekommenen Berichte zurückgelegt, um zuvor amtliche Benachrichtigungen abzuwarten." So viel mir bekannt, haben Sie in Breslau durchaus keinen regelmäßigen Correspondenten, und die Ihnen, dennoch vielleicht eingegangenen spärlichen Nachrichten mögen nicht nach Ihrem Geschmacke gewesen sein, darum ließen Sie die ganze Angelegenheit bisher unberührt. Ist denn etwa der Bericht des Obervorsteher-Collegiums das einzige Aktenstück in diesem Streite? Ist der im Orient schon längst veröffentlichte Brief an Herrn Tiktin nicht auch ein Aktenstück? Warum druckten 'Sie diesen nicht ab? Warum berichteten Sie überhaupt auch nicht das Mindeste über die hiesigen Vorgänge, da Sie doch sonst viel Unbedeutenderes nicht oerschmähen? Sie berichteten neulich, daß sich ein ersäuft hat; nun ich glaube, bedeutungsloser sind unsre Streitigkeiten hier nicht als jenes Ereigniß. Dieses seltsame Stillschweigen von Ihrer Seite findet nur dann seine Erklärung, daß die bisher eingegangenen Berichte Ihren Ansichten nicht züsagten, und darum haben Sie dieselben auch dem Publikum vorenthalten. Der Bericht des ObervorsteherrCollegiums ist nach Ihrem Sinne, und gleich wird ec ausgeschrieben. Und dabei nennt sich diese Zeitung immer noch ein unpartheiisches Organ und glaubt ihre Leser von ihrer Unpartheilichkeit überzeugt! Ein unpartheiisches Organ? Nein, bei Leibe nein, das ist das Blatt nicht. Es gehört wahr- - ljch nicht viel Scharfsinn dazu, um zu erkennen, daß die Zeitung des Judenth. das Blatt der sogenannten Rationalisten, Neuerer, Reformer, Tempelanec oder wie man sie sonst nennen mag, geworden ist. Es soll damit kein Tadel auf die Farbe der Redaktion geschoben werden, durchaus nicht; warum soll sie nicht auch eine Farbe haben können wie Journ. des Debats, Times, Globe, wie die evangel. Kirchenzeitung, die deutschen Jahr- 27

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