Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1842
- Issue
- 26 (25.6.1842)
- Date
- 1842-06-25
- Page
- Spalte 415-416 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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415 Literarische Ankündigungen. 416 schlang, noch tiefer gewurzelt. Undendlich, welchen Anspruch auf Ehrfurcht Hatte die Sprache, in der jene Lehren den Menschen mitgetheilt werden z eine Anschauung, die durch die eigenthümliche Beschaffenheit der Sprache nur erleichtert und schärfer ausgeprägt wurde. Wenn wir hierbei auch den neupythagoräischen Zahlensystemen nicht — wie der Verf. —: schon in der talmud. Epoche einen so durchgreifenden Einfluß auf die Anschauung zugestehen, und diesen vielmehr in solcher Ausdehnung der spätern, eigentlich kabbalistischen Epoche vindiciren, während im Talmud sich erst Anklänge daran finden, so ist die andere Seite dieser Auffassung der Sprache, wie sie hier dargestellt wird, höchst treffend dargestellt, und zeugt von einem tiefen Eingedrungensein in den Geist des Sprachenthums überhaupt. Die ideale und magische Verbindung, die in den orientalischen, besonders in der althebräischen Sprache zwischen Begriff und Idee herrscht, mußte sie eine geisterhafte Tiefe des Gedankens und der Bedeutung gewinnen lassen, dieser mystischen Ansicht der damaligen Zeit erst recht zusagte. Dazu kommt, daß es in der Stabilität des Orients begründet ist, da, wo er sich genöthigt sieht, ein neues Element aufzunehmen, er so lange wie möglich, die Form beibehält, wenn diese auch jetzt einen ganz, andern Geist umschließt, als früher. Daher ist wohl die hebräische Sprache bis auf den Talmud herab eine lebende geblieben, dagegen erscheint uns der innere Gehalt, wie ausgewcchselt, und zur Zeit des Talmuds verband man mit den Wörtern ganz andere Begriffe als in der alten Zeit . ... Durch die dunkle Erinnerung aber an die Urbedeutung und das Anschmiegen an die neue Jdeenbildung gewann die Sprache einen schielenden unsichern Ausdruck, eine Mannigfaltigkeit und Zweideutigkeit des Sinnes" rc. •. (Fortsetzung folgt.) Literarische Ankündigungen. In diesen Ankündigungen werden literarische Anzeigen aller Art, besonders in so weit sie jüdische und orientalische Geschichte und Literatur betreffen, gegen lj- Sgr. für die gespaltene Petit-Zeile oder deren Raum ausgenommen. [89.3 In meinem Verlage erscheint zu Anfang Juli: Volkskalender für Israeliten für 5«O3 (1843). V Herausgfgeben von K. Klein. 2ter Jahrgang/ circa 14 Bogen, mit Kunstbeilage. Geh. Preis 12-,*- Sgr. , Der erste Jahrgang dieses Kalenders wurde mit solchem Beifalle ausgenommen, daß binnen wenigen Monaten die Auflage sich vergriff. In dem nächst erscheinenden zweiten Jahrgang wird dahin gestrebt werden, denselben innerlich und äußerlich aufs Beste auszustatten. Ich bitte geneigte Aufträge und Substriptionen mir recht zeitig zukommen zu lassen. ' . I. Urban Kern in Breslau. [90J Bei Philipp Korn, Buchhändler in Preßburg, ist )o eben im Verlag erschienen, und in allen Buchhandlungen der österreichischen Monarchie vorräthig, fürs Ausland durch Herrn Ed. Ku mmer an Leipzig zu beziehen: Löv, Julie, die israelitische Köchin, oder neues vollständiges Kochbuch für Israeliten. Ein unentbehrliches Handbuch für wirthliche Frauen und Töchter. Zweite Auflage. 16 Bogen stark. 8. br. 1 fl. 20 kr. CM. 274 Sgr. Pr. Crt. Verlag von C. L. Fritzschch [91.) Von C. L. Fritzsche ist durch alle Buchhandlungen zu haben: anDa» bchb rrun oder die Pesach-Hagada, travestirt fürs Purimfest, von Dr. H Somerhaufen, Verfasser der Lxj- Zram. liebraica etc. Brüssel, 1842. Sehr . compact und correct autographirt. 16 S. gr. 8. Netto 10 Ngr. Beachtenswerth. Wir legen diesem Blatte die Ankündigung des in unserm Verlage erscheinenden; Kalenders für Israeliten bei. Wir haben keine Mühe gescheut um Etwas Treffliches, Gediegenes zu liefern, das den ganzen Beifall eines jeden Israeliten verdient, und sehen nun der lebhaftesten Theil-, nähme um so gewisser entgegen, als es uns gelungen, von so hochgeschätzten in Israel allgemein verehrten Männern Beitrage zu erhalten, daß jede fernere Anpreisung überflüssig wäre. Der bei eleganter Ausstattung äußerst niedrige Preis machen es nun vollends zum israelitischen Volksbuche, dem die allgemeinste Verbreitung gewiß nicht fehlen wird. —• Wien, 18- Mar 1842.4 Franz Edler v. Schmid u. I. I. Büsch. Druck von I. H. Nagel. Hierzu eine literarische Beilage.