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Der Orient · 1842-06-18 · 25 (18.6.1842) · p. Spalte 385-386

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Journal
Der Orient
Volume
1842
Issue
25 (18.6.1842)
Date
1842-06-18
Page
Spalte 385-386 (sequence 1)
Language
German
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Meraturblatt des Orients. -- Berichte, Studien und Kritiken für zü-ifche Geschichte und Literatur. m m. Leipzig, den 18. Juni 1842. Talmudische Epegetik. Ueber die bibl. Auslegung?» des Talmuds bei seinen Ge'etzbestimmungen. Von M. Schwarzauer. (Schluß.) Veurtheilung einer Abhandlung von Geiger, die talmudiscke Schriftdeutung betreffend. — Methodik des Talmud s. Der Geist der talmudischen Auslegung der Bibel von Hirschfeld. Beurtheilt von Cassel. (Fortsetzung.) — Sit. Ankündigungen. Talmudische Cxegetik. Ueber die biblischen Auslegungen des Talmuds bei seinen Gesetzbestimmungen. Beleuchtung einer Skizze: „Das Verhältniß des natürlichen Schristsr'nnes zur talmudischen Schriftdeutung von Dr. Abraham Geiger, Rabbiner in Breslau." (Wiffenschastliche Zeitschrift für jüd. Theologie^ 5. Bandes erstes Heft. Grünberg und Leipzig 1842.) Von M. Schwarzauer. (Schluß. S. LB. Nr. 17. 18 und 19.) S. 70 und 71. „Daß die Gemaristen es mit ihren Deutungen im vollsten Ernste gemeint haben, geht unwiderleglich aus ihrem ganzen Verfahren dabei hervor. Daher nun auch die beständige Frage', mit der die Gemara die Discussion über die Worte der Mischna einleitet: yn njd oder jittö, aus welchem Verse lassen sich diese einzelnen Angaben beweisen?" — auch wird oft gebrauchtJ) — „und darauf wird dann eben gewöhnlich eine Ableitung von der besprochenen Art gegeben; sollte diese nicht als eine rechtmäßig vorgenommene und vollkommen begründete betrachtet werden, so wäre Frage wie Antwort ein unnützes Spiel, ein Scherz, der diesen Männern, welchen Alles eher als ein heiliger Lebensernst übgesprochen werden könnte, anzuheften thöricht ist." Wie wir bereits (LB. d. D. Nr. 18. S. 283) in. den von uns aufgestellten 8 Grundsätzen, von welchen aus das Deutungsverfahren des Talmuds beurtheilt weri) S. nyw j'O' zu obiy no^n S. n b0 I den muß, ad 6 und 8 bemerkt haben, so ist es dem j Talmud vollkommener, heiliger Ernst mit den biblischen Beweisen behufs seiner Gesetzbestimmungen; nicht aber um die Bibel selbst durch Erklärungen verständlich zu machen, sondern um den Gesetzen biblische Kraft und Geltung zu verschaffen und — weit dieses Nachweisen des Enthaltenseins der mündlichen Ueberlieserung im Bibel-Texte ein heiliges Werk war. Daß dieses den Talmud-Concipienten ein stetes waches Bewußtsein gewesen, scheint uns gerade eine nähere Betrachtung der vom Verfasser angeführten Worte, womit die Gemara die Discussion über die Mischna einleitet: 'Di ]7jD, jnjD zu ergeben: wie nämlich die darauf folgende Deutung nur als ein künstlich hineingelegter nicht aber als der einzige oder gar als der allein gültige Sinn des Textes angesehen wurde. Cholin 11 a heißt es: t*n^D NH NJD $on “iHD 7n pDl 'iiDN'l „Woher ist der Satz erwiesen, den die Rabbinen lehren: Richte dich nach der Majorität?-" „Wie kannst Du fragen, woher ist erwiesen, es steht ja klar geschrieben (Ex. 23, 2): „Folge nicht der Menge zum Bösen; und antworte nicht bei einem Rechtsstreite (so), daß Du anhängend der Menge das Recht -beugest." Woraus die Antwort folgt: „Meine Frage bezieht sich nicht auf eine zu ermittelnde Majorität, sondern aus eine nicht zu ermittelnde." So viel wird nun aus den replicirenden klar, daß man n u r dann diese Frage auswarf, wenn keine deutliche, natürliche Beweisstelle für die Gesetzbestimmung in der Bibel zu finden war, im entgegengesetzten Falle hielt man eine solche Frage für ganz überflüssig. Weil eben die Schrift jedem verständlich war, so gehörte deren Erklärung gar nicht zu den Bestrebungen des Talmuds. Wir haben es unterlassen, irgend eine Autorität der spätem. Rabbinen heranzuziehen, weil wir es vorzogen, unabhängig die höchst wichtige und tief ins jüdische, 25

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