Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 3 (1842)
- Issue
- Heft 25 (18.6.1842)
- Date
- 1842-06-18
- Page
- Seite 200 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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I — 200 - von fünf sehr V ehrenwerthen Mitgliedern unserer Gemeinde revidiren lassem Das' Bild, das diese fünf Revisoren in ihrem' Bericht vom 8. März von dem Zustande dieser /Kalmud - Schule, entworfen habenist das abschreckendste, das Ln neuester 'Zeit von einer Lehranstalt im civilisirterr Deutschland möchte entworfen worden sein. Gleichzeitig aber Hab sich.aus dieser Revision ergeben, daß. Herr R. T i k t i n in dem 12 Jahren, da er Vorsteher der - Talmud-Schule ist,' ni emals dieselbe besucht .und. daß er niemals den Unterricht in . b erselben inspi cirt oder rev idirt hat.,— ' (Fortsetzung folgt.) .. Personalchronik und Miseellen. 1 Von L. Duke's- Geschichte der relig. Poesie der Juden im Mittelalter sind bereits mehrere.Bogen gedruckt. Auf den kürzlich, erwähnten, vom Staatsrathe Hoffmann verfaßten statistischen Aufsatz - in' der preüß. Staatszeitung ist in der. Haude- und Spenerschen.Zeitung ■ vom 28,• Mai eine würdige und besonnene Entgegnung erfolgt.- , _ Der hamburger Senat hat vor einigen Wochen durch seinen Secretair Dr. Goßler dem Aktuar Thiele, Verfasser des vielbesprochenen Werkes: „die jüdischen Gauner in Deutschland" . für die Uebersendung desselben ein DanMreHey und eine Denkmünze zustellem lassen. — Die Anzeige^ davon enthielten. bis jetzt nur. preußische politische Zeitungen. —- Beiläufig gesagt, kann der Titel jener Schrift , hier noch weniger gerechtfertigt erscheinen, als in irgend einer andern Gegend. Der Piloc (herausg. v. Mündt) enthalt in seiner 57sten . diesjähr. Nummer eine kurze Anzeige der Geigerschen Schrift . über den (mm, so Gott will, für immer selig entschlafenen) Hamburger Tempelstreit. Der Ausdruck „Judenheit", analog mit dem Worte „Christenheit^ gebildet, will dem Äeser. im Piloten, nicht ganz passend erscheinen. Aus H am bürg. Die'Hamburger Feucrsbrunst hat' in ganz Deutschland, und selbst im 'Auslande , namentlich aber, an Ort und'. Stelle, eine wahre Fluth . von- Gelegenheitsgedichten, Liedern,. Visionen, Predigten und Broschüren erzeugte — Der. beiden im neuen israel. Tempel am Sonnabende vor' dem Wochen feste und . am ersten Tage desselben' gehaltenen Vorträge habe, ich bereits in einer besonder» Anzeige gedacht. —. Unter den bei der allgemein, ersehnten Regeneration des Hamb. Staat.swesens hervortretenden .Erwartungen steht auch die , daß die Stellung der hiesigen Juden in vielen und wesentlichen Punkten .eine' Veränderung zum Bessern erfahrenwerde, in einer der ersten Reihen. Wie es Hamburgs Bewohner auch in dieser Roth für unziemlich gehalten haben, um Unterstützung zu flehen (ein von hier aus ergangener Aufruf zur Aufführung von Concerten im - übrigen Deutschland ,hat sogar öffentlichen Tadel tzervorgerufen), / so. erachtete es der edlere Theil der hiesigen Juden bisher für unzeitig und arger Mißdeutung fähig/ schon jetzt, seine Sonderinteressen geltend zu machen, obgleich, diesen das begründetste und klarste Recht zur Seite steht. Eine solche edle Haltmrg nach so zahlreichen und großen Opfern sollte billigerweife Jeden. Gegner.''entwaffneiu.Hoffen wir, daß es so geschehen werde! Den ersten Anstoß dazu, die Nothwendigkeit der Becbefferung der jüdischen Verhältnisse in Hamburg zur Sprache zu'bringen, gab/ die rhein. Zeitung vom 17. Mas in einem, Hamburg den /13. Mai datirten Schreiben (abgedruckt in der A. Zei t. v. 2 t. Mai). Auch eine vorgestern hier aus gegebene Brochüre: //Hoffnungen, Wünsche und Vorschläge an Hamburgs Senat und Bürgerschaft re. Leipzig bei. Böhme; 1842.).Bogen/8/Vstimmt, sich, der Juden an./.Ihr Motto ist, wie sie es nennt, der „Mosaischen Dichtung^ entlehnt. ' Es ist eine .offen austretende Tendenzschrift, deren Werfaffec vielleicht mit dem der kürzlich erschienenen Philalethenbro'- chüre identisch ist. Im Ganzen scheint dem Autor das I«- denihum eben so sehr zuwider zu seyn, als das'Christenthum. - Daß er den. krassen Aberglauben, der sich nicht selten noch hier kundgiebt, und den Fanatismus,, der die Gottheit durch- - aus als eine zürnende, strafende,'/rächende darstellt, bekämpft, findet unfern: ganzen; Beifall z aber theils geschieht dies ii\ einer sehr trivialen, an Gemeinplätzen reichen, und doch nicht . weniger, als wahrhaft populären, obendrein auch ineorrectem . Sprache, theils sind/ die Ausfälle auf den geistlichen Stand überhaupt, weil unmotivirt-gelassen, doppelt Herbst Daß er den Handwerkern -.die'' Ausnahme jüdischer Lehrlinge Vorschläge und dieselben fremden Meistern und Gesellen bei dem jetzt in Aussicht stehenden Mangel an Arbeitern, der. Hamburg seine Zuflucht '. zu - Fremden werde nehmen lassen, vorgezog-m wissen will, finden wir. ganz in der Ordnung, obgleich die Nachfrage, bis dahin, wo die Lehrlinge zu Gehülfen aujstngen, schon .wieder bedeutend geringer werden dürste. Auch mit der Handhabung'der'polizeilichen Gewalt von Seiten der ' Vorsteher und mit der hier bestehenden Einrichtung eines getrennten jüdischem Paß- und Fremdenwesens Ist er gleich vielen Andern, nicht einverstanden. Aber was hat -die von ihm gebilligte, > ja sogar als heilsam proklamirte, Abschaffung der Sabbat- und Speisegesetze.mit der Reform der jüd. Verhältnisse in Hamburg zu thun? Man wolle doch ja nicht in' die /Domäne'des eigenen' Willens und der Privarüberzeugung störend eingreifen. Zur Bibliographie. Erschienen sind: Das Buch : Hiob von Prof. Stickel in Jena. — Hebr. Grammatik von Martinet u. Ringler. Neue Ausg. Angekündigt ist:. Das hohe Lied von Magnus. - - Außer, dem von Wien aus angekündigten isr. Kalender / beabsichtigt - Herr Rabbiner . Dr. Klein in- Stolp ebenfalls ' einen Kalender für die Juden Deutschlands herauszugeben. Unter den stimmfähigen - Rittern, aus. der deutschen Nation (für die Kunst), welche vom König v. Preußen am 31. Mai d. I/. mit dem Orden pour le mente belehnt wurd^^ befindet sich auch, ein I u d e: Meyerbeer. Also doch, wenig; stens Einern Juden ist die deutsche Nationalität in Preußen , zugestanden worden. Verlag von C. L. Fritz sch e. - Drück von I. H. Na g el.