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Der Orient · 1842-06-11 · 24 (11.6.1842) · p. Spalte 369-370

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Journal
Der Orient
Volume
1842
Issue
24 (11.6.1842)
Date
1842-06-11
Page
Spalte 369-370 (sequence 1)
Language
German
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Meraturblatt des Orients. Berichte, Studien und Kritiken für Mische Geschichte und Literatur. J\(S 24. . Leipzig, den 11. Juni 1842« Methodik des Talmuds. Der Geist der talnrudischen. Auslegung der Bibel, von Hirschfeld. Veurtheilt von Cassel. — Hymnologie. Kritische Bemerkungen und hymnolog. Forschungen über die jüd. Gebetsammlung. Von Jakob Reifmarrn. —- Liturgisches. Erwiderung des Oberrabbiners Dr. Frankel in Dresden auf ein Sendschreiben des Dr. Salomo n, israel. Perdigers in Hamburg, wegen des Tempelgebetbuches. — Sit. Ankündigungen. Methodik des Talmuds. Der Geist der talmudischen Auslegung der Bibel von Dr. H. S. Hirschfeld. Auch unter dem Titel: iWTTI NNO . roSin. Halachische Exegese. Ein Beitrag zur Geschichte der Exegese und zur Methodologie des Talmuds. Verlag von M. Simion. Athenäum ln Berlin. 1840. 8. (X und 479 S.) (Fortsetzung.) Zu der Gegenwart zurückgekehrr, finden wir die jüdische Wissenschaft säst nur auf die Kräfte jüdischer Gelehrten angewiesen. Die christlichen Gelehrten, die bei Verdrängung ihrer Vorurtheile im Gebiete der Wissenschaft mit 'eben so viele Schwierigkeiten zu kämpfen haben, als im Staatsleben, ignoriren fast ganz, und nicht ganz mit Unrecht'»), 10) Wir fühlen die Verpflichtung, uns über diese Worte „nicht ganz mit Unrecht" etwas näher auszusprechen. Die täglich mehr erwachende Thätigkeit jüdischer Gelehrten bringt unter manchen hoffnungsvollen Pflanzen auch eine Menge Unkraut hervor, wodurch jene fast überdeckt und verdeckt werden. Es ist dies eine von den nachtheiligen Folgen, welche das sonst so sehr vortheilhaste Ausbreiren von jüdischen Zeitschriften mit sich gebracht hat. So mancher, der eben angefangen, einen Schritt in das weite Feld der jüdischen Theologie zu thun, glaubt der Welt einen Dienst zu leisten, wenn er seine ersten Entdeckungen als erste Entdeckungen überhaupt der Oeffentlichkeit mittheilt, ohne sich umzusehen, ob nicht vielleicht schon früher Jemand auf diese Idee gekommen. Oder muß es nicht in der That von einem sehr niedrigen Standpunkte der jüdischen Wissenschaft zeugen, wenn man sich verwundert, daß die LXX in einigen Stellen vom masoretischen Text abweiche (Jsr. Ann. 1840. Nr. 46); wenn man die italienische Schreibart ebreo nur durch das engere Anschließen an das originale r-py, veranlaß: glaubt, und vergißt (?), daß der Italiener gar kein h hat; wenn man der gelehrten Welt Fragen vorlegt (über aram. Grundlage der die wissenschaftlichen Bestrebungen des neueren Iudenthum's, und kaum haben die Forschungen eines Zunz u. s. w., wo sie an das Biblische streifen, sich der gebührenden Anerkennung zu erfreuen gehabt. Was die Arbeiten jüdischer Gelehrten der Neuzeit für den Talmud betrifft, so stehen hier, wie natürlich, die Namen von Zunz und Napoport obenan, obgleich man bedauern muß, daß die Arbeiten dieser Männer, die überall, wo sie anschlagen, aus dem harten Fels der Vergangenheit Feuerfunken schlagen, welche die Dunkelheit von ganzen Jahrhunderten erleuchten, sich doch meist, nur vorübergehend oder in einzelnen Aufsätzen mit dem Talmud beschäftigten, ohne bisher irgend einen Zweig im Ganzen beleuchtet zu haben. Ein Gleiches läßt sich auch von den in dies Fach einschlagenden Arbeiten eines Geiger, Fürst, Luzzatto, Reggio u. s. w. sagen. Je lückenhafter daher das Feld der jüdischen Wissenschaft bebaut ist, um desto erfreulicher muß ein jedes Anzeichen einer neu erwachenden, wahrhaft wissenschaftlichen Thätigkeit sein; und diese Freude hat das hier angezeigte Buch bei uns wie bei allen, die sich für den Fortschritt jüdischer Wissenschaft interessiren, hervorgebracht. Es ist dies ein Urtheil, das auch LXX), die seit Jahrhunderten abgefertigt sind; wenn man Auszüge aus Zunz (G. V.) unter dem naiven Titel: „Paragraphen über das mündliche Gesetz, vorträgt; nicht zu gedenken des bekannten Brüsseler Gelehrten, welcher aus Leichenstcinen (Or. 1840. LB. 13. vgl. Geig. Wem. LB. 16), aus Anmerkungen einer Handschrift der k. Bibl. zu Paris (Or. 1840. LB. 29. S. 459), aus Randbemerkungen eines seligen Urahn (Ann. 1840. 3. vgl. über diese Urahnen die Bemerkung Zunz's im Lvnjumili of Tudela) oder aus ungenannten Quellen (Or. 1840. LB. 18. 24. 26.), Epigramme, sonstige Gedichte, biographische Nachrichten u. s. w. mittheilt, dagegen auf wiederholt an ihn ergangene Aufforderungen um nähere Mirtheilungen (Or- 1840. LB. 13. 16) ein tiefes Stillschweigen beobachtet w. rc.! 24

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