Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1842
- Issue
- 21 (21.5.1842)
- Date
- 1842-05-21
- Page
- Spalte 335-336 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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335 Literarische Ankündigungen» 336 Es drangt sich uns nun die Frage auf, welche von den eben beschriebenen Verfahrungsweisen sich die Israeliten bedient haben mögen, um den Epispasmus an sich auszuüben. Hierüber finden wir nirgends eine befriedigende Auskunft. Der Talmud spricht zwar häufig genug von dem Factum unter dem Namen und eben so Josephus in seinen Antiquilates, indessen wird überall die Angabe des Verfahrens, das bei dieser Operation von den Israeliten geübt wurde, vermißt. — Wir entschieden uns für die Ansicht, daß das von Celsus angegebene Verfahren das auch bei den Israeliten übliche gewesen ist, aus dem Grunde, weil Celsus, der eigentlich Encyklopadist war, die obige Notiz nach einer bei den beschnittenen Nationen gebräuchlichen Methode uns hinterlassen hat. Was das Alter des Epispasmus betrifft, so soll dasselbe nach dem Talmud bis zu Esau's Zeiten hinaufreichen, und es wird vom König Achan (Josua C. 7. V. 1. vergl.), ferner vom König Jojakim (2 Chronika C. 36, D. 8 und 9.) behauptet, daß sie ebenfalls den Epispasmus geübt Haben sollen. Indessen finden wir ihn erst zu den Zeiten der Makkabäer weit verbreitet und treffen ihn von da ab unter der römischen Herrschaft bis auf die Zeiten des Kaisers Aelius Adrianus an, wo der bekannte Pseudo-Messias Barkochba den Epispasmus beschränkt haben soll. Als Grund übrigens, warum gerade zur Zeit der Makkabäer und später der Epispasmus solche Fortschritte machte, wird gewöhnlich ein doppelter Umstand angenommen, erstens daß die Israeliten unter Antiochus Epiphanes wie mit vielen andern hellenischen Sitten, so auch mit dem Ringspielen in der Palästra bekannt und bei dieser Gelegenheit, wo sie nackt erscheinen mußten, von den griechischen Kampf- und Spielgenossen ihrer Beschneidung wegen geneckt und verlacht wurden; und zweitens der, daß man, um den Verfolgungen und Gelderpressungen durch aufgelegte höhere Abgaben zu entgehen, die Zeichen der Abstammung so viel als möglich auszutilgen suchte. Für die erste Ansicht sprechen die Stellen in den Makkabäern (1 Makk. 1, 9. 2 Makk. 5, 9 u. 13, 5.) und bei Josephus (Lib. 12. Antiquität. C. 19.) woraus das Streben der damaligen Israeliten, selbst hellenische Namen, wie Jaso, Menetaus anzunehmen, die Palästra bei sich einzufühcen und sich dadurch dem Herrscher beliebt zu machen, deutlich hervorgeht, und für die zweite Ansicht die Stelle im Luelon (in Domitiani Yita Cap. 12.). (Fortsetzung folgt.) Literarische Ankündigungen. In diesen Ankündigungen werden literarische Anzeigen aller Art, besonders in so weit sie jüdische und orientalische Geschichte und Literatur betreffen, gegen Sgr. für die gespaltene Petit-Zeile oder deren Raum ausgenommen. £693 Bei mir erscheint Mitte Juli d. I.: Neuer Volkskalender für Israeliten für das Jahr? 5603 (mit Stahlstichen)s herausgegeben von einigen Rabbinen. In elegantem Umschläge geheftet Preis 10 Sgr» (8 gGr.) Auf Vervollständigung des Jahrmarktverzeichnisses wird besondere Aufmerksamkeit verwendet werden.— Vorläufige Bestellungen darauf nimmt jede gute Buchhandlung an. W. Levyfohn Ln Grimberg. £753 Bei M. I. Landau in Prag ist erschienen und durch C. L. Fritzsche ist erschienen? »V:: “i Der babylonische Talmud (in groß -Octav- Format). Er enthält alles, was in der erwähnten Folio-Auflage dieses Gegenstandes sich findet, und die Zugaben des des NßnnD und des neuen, noch nie im Drucke erschienenen rnt# von dem berühmten Rabbi :nw:n ^22» 33 Bände. Fein Druckpapier 37 Thlr. 15 Sgr. Schreibpapier 50 Thlr. Velinpapier 75 Thlr. [713 In Commission ist bei Theodor Th eile in Königsberg erschienen und durch C. L. Fritzsche in Leipzig zu beziehen: Jüdische Absonderung. Erwägung einiger Bedenken gegen die „Emancipation der Inden". Von Dr» Isaak B. Lowofitz. Preis 5 Sgr. Druck von Z. H, Nagel. Verlag von C. L. Fritzsche.