Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1842
- Issue
- 20 (14.5.1842)
- Date
- 1842-05-14
- Page
- Spalte 319-320 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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319 320 Literarische Ankündigungen. 2. Auf dem Meere. S. 65. (:r) Ist wiederum die Sündfluth ausgesandt, Und nirgend mehr zu sehen trocknes Land? — Nicht Mensch noch Thier, kein Vogel rings umher; Sind alle denn ins Todtenreich verbannt? Mir thät' es wohl, zu schauen Berg und Thal, Ja lieblich war mir selbst der Wüste Sand. — Umsonst! es zeigt dem späh'nden Blick sich nichts, Dort grenzt der Himmel an des Meeres Rand. Zuweilen braust heran ein Ungethüm Und peitscht die Wogen an des Schiffes Wand; Und fortgeschleudert wird das Schiff, als wär's Ein Raub in des betroffnen Diebes Hand; Es tobt das Meer — die Seel' ist still beglückt, Sie fühlt sich nahen dem gottgeweihten Land'! Z ebner. Literarische Ankündigungen. Zn diesen Ankündigungen werden literarische Anzeigen aller Art, besonders in so weit sie jüdische und orientalische Geschichte und Literatur betreffen, gegen i\ Sgr. für die gespaltene Petit-Zeile oder deren Raum ausgenommen. [73.] Erklärung eines frühem Recensenten der Predigten Hold Heims, nebst einem Briefe an den Redacteur *). Ew. Wohlgeboren werden in der Zeitung des Judenthums den säubern Schmähartikel des Rabbiners Hold heim gelesen haben. H. .. widerlegt Ihrem Correspondenten nicht die von diesem ausgestellten Behauptungen, sondern schimpft und schmäht. Er stellt mich der Wahrheit gemäß nicht als den Verfasser jener beiden Artikel hin, indem er absichtlich „abgesetzter Lehrer" schreibt, worunter ich schon deshalb nicht verstanden sein kann, weil ich, wie das vom Vorstande erhaltene Abgangszeugm'ß bestätigt^ die mir nicht convenirende Stelle zum Leidwesen der dortigen Familienväter aufgegeben habe. Er selbst schrieb einen Artikel über mich in den Annalen, in welcher Nummer weiß ich nicht mehr, und erhob mich usque ad astra. Dennoch giebt er auch mir einige Seitenhiebe, weshalb ich Sie unr Aufnahme der hier befindlichen Zeilen bitte. Ich könnte für dieseDeitenhiebe ihn par korce angreifen, ich könnte ihm Nachweisen, daß er keine klassischen Studien gemacht und keine Kenntniß der Realwissenschasten besitzt, ich könnte darthun, daß er in Leipzig den Doctortitel erkauft, und daß er wegen der Ignoranz als erster im Hamburger Tempelstreit aufzutreten nicht berechtigt war; daß er früher in Frankfurt und jetzt in Schwerin nur Zank und^Streit erregt, und allenthalben durch Täuschung sich emporzuschwingen wußte u.s.w.; allein ich will einmal mit ihm Nichts zu thun haben, mit ihm, der in Zank und Streit, in Schimpfen und Schelten, am wohlsten sich befindet. Ich denke immer hü* WDlb »Tp2&y, unb erwarte, daß Ihr Correspondent jetzt offen auftretm, ihm derb die Wahrheit sagen, und alle geworfene Giftpfeile zurückschleudern wird, u. s. w. Dr. Frankel. *) Diesen Brief habe ich gegen den Willen und das Wissen des Absenders abdruckcn lassen, um dem Leser einen Blick in das To eiben eines modernen Rabbiners zu gönnen. Herrn Holdheim kann ich auf das; Heiligste versichern, daß der erste Recensent seiner Predigten, der sich hier verwahrt, nie Etwas über ihn wiedergeschrieben, und daß der andere Recensent, ein H a m b u r g e r, der oft in S ch w e r i n ist, an Charakter, Würdigkeit und Gelehrsamkeit ihn übertrrfft. Die Redaction ist aber bei beiden unbetheiligt, obgleich sie persönlich von der Wahrheit des Correspondenten überzeugt ist. Red. . In Nr. 18. der Zeit. d. Jud. wundert sich Hr. Holdheim, daß meine im Oriente abgedruckte Recensi'on seine Predigten so glimpflich behandelt, während der mir ganz unbekannte Correspondent zweier Artikel in diesem Blatte, mehrere seiner Predigten getadelt hätte. Nun ist aber jener von mir nicht einmal gekannte Correspondent ein andrer Mann als ich, ein andrer Mann hat einen andern Kopf und ein anderer Kopf eine andere Meinung; denn rot eapita tot 8LN8U8. Ferner hat jener andere Mann ganz andere Ihrer Predigten recensirt, als da sind: die rothe Kuh^rc. (Wer kennt nicht Heine's Lied von Wiswam-Mitra und der Kuh?). Also ein anderer Mann recensirt ganz andere Predigten, und fällt ein anderes Urtheil, und Sie — wundern sich Herr Holdheim? Warum lesen Sie nicht zu Ihrer eignen Beruhigung den Horaz wenigstens in deutscher Sprache? Dieser Dichter schreibt an Numicius ^Ep. lib. I, 6): Nil admirari prope res esfc una, Numici, solaque, quae possit facere et servare beatum d. h. zu deutsch: das Erste, Freund, wo nicht das Einzige, das glücklich machen und erhalten kann, ist nichts bewundern. Der Recensent. [74.] Israelitische Schulbücher. In allen- Buchhandlungen ist zu haben: . JlBTALIO ST I. Erstes Lese- und Sprachbuch für die israelitische Zugend, zur Weckung religiöser Gefühle. Von I. H. Jacobson. Preis gebunden 7-1 Sgr. ABTAIilOST II. Ein Lesebuch für die israelitische Jugend, zur Weckung und Hebung religiöser Gefühle. Von I. H. Jacobson. Vor dem Druck geprüft und zum Gebrauch für die Jugend empfohlen vom Rabbiner Dav Deutsch, Ober- Land-Rabbiner Hirsch, Dr. Lubw Philippson und Dr. I. M. Jost. Preis 15 Sgr-, gebunden 17^--Sgr. Die Berlagshandlung F. E. C. Leuckart in Breslau. Verlag von C. L. Fritz sche. Druck von I. H. Nagel.