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Der Orient · 1842-05-14 · 20 (14.5.1842) · p. Spalte 305-306

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Journal
Der Orient
Volume
1842
Issue
20 (14.5.1842)
Date
1842-05-14
Page
Spalte 305-306 (sequence 1)
Language
German
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Literaturblatt -es Orients Berichte, Studien und Kritiken für jüdische Geschichte und Literatur. M 2O Leipzig, den 14.' Mai 1842. Dogma, lieber die Vorstellungen der alten Hebräer von der Unsterblichkeit der menschlichen Seele. Von Isidor Kaempf. (Fortsetzung.) — Jüdische A l t er t h rr m s k u n d e. Die Beschneiduug bei den Israeliten. Vom historischen, kritischen, medicinischen Standpunkte. (Horaz, Tacitus). Von Dr. Bergson. — Uebersetzungsproben. Aius Tachkemoni und Betulat bat ehuda, von Zedner. — Erwiederung eines Recensenten. Lit. Ankündigungen. Ueber die Vorstellungen der alten Hebräer von der Unsterblichkeit der menschlichen Seele. Von Isidor Kaempf. (Fortsetzung.) Noch einen Schritt weiter geht der berühmte Korachit in seinem göttlichen Lehr-Psalm (49). Nachdem er die sinnlichen Menschen in ihren eitlen Wünschen und Begierden meisterhaft charakterisirt, geht er auf ihr trauriges Ende und ihren trostlosen Zustand jenseits des Grabes über, indem er spricht:!ojn> rvp Ifräb j cni^? dd my*) — nyü) — ♦ ib bzm „Wie Schaafe fahren sie zur Gruft! Es weidet sie der Tod! Und Redliche beherrschen sie an jenem Morgen —° Ihr Körper aber — Fällt der Verwesung in dem Grab anheim, Weil dies nun seine Wohnung ist".*) — Ps. 49, 15. - 1) Herder (Vom Geist der Hebr. Poesie Th. I. S. 206) wünscht diesem Verse eine gute Erklärung, und das mit Recht, — da er guten Grund hatte, an der Richtigkeit seiner eigenen Interpretation zu zweifeln. Nicht glücklicher waren noch viele andere Interpreten in ihren Versuchen, die dunkeln Räume unseres Verses aufzuhellen; dies war M. Mendelssohn aufbehalten: er erkannte richtig, daß hiev Der Sinn dieser Worte liegt sonnenklar am Tage. Menschen, die während ihres ganzen Erdenlebens keines höhern Zweckes sich bewußt sind, als der Befriedigung vom Triumph der Tugend über das Laster jenseits des Grabes die Rede ist. Wir sind ihm daher unbedenklich gefolgt, bis auf OD*) D"»2H bei dessen Erklärung selbst dieser große Meister sich vergriffen zu haben scheint. Er nimmt an, daß sich auf die Seele beziehe und Subj e c t zu *7,^ nfaS aber ergänzendes Object sei, und das 12 in comparativen Charakter habe — was alles sehr zu bezweifeln steht, da das Verbum 7^, dem unser Nomen (11L oder -V2) vergl. jjn und angehört, überall, wo es in der Bedeutung „bilden" vorkommt, nur in plastischer Beziehung eine Anwendung findet (vgt. Pf. 139, 5; Ier. 1, 5 nach dem K'tib.). — Ganz überflüssig erscheint es uns, wenn manche Interpreten zur Erklärung unseres Nomen erst das arabische 8^^ heranbringen, da man ja auch im Hebräischen (Ezech. 43, 11) ftyx, und zwar in plastischer Beziehung findet. Keinesweges 'aber läßt sich aus der Vergleichung folgern, daß eine Bezeichnung für etwas Wesenloses sei; denn wenn üjyo auch zunächst „Schein" bedeutet, so drückt es doch auch eine concreteErscheinungaus, wie z. B. in der Moallakah von Z oheirr - 5 o. 9 ü. ruT - , - 1 gjJÜ) (jLwJ „Die Zunge ist des Jünglings eine Hälft', die andre ist das Herz, Und außerdem bleibt nur der Schein des Fleisches und des Bluts". —* Erst im Salm u d kommt 1HT& auch in psychischer Beziehung vor; so heißt es Mo*öd Kathan fol. 9, a: bv DH rm bw bbn din : rrpb r\b mn jirp:U „Da sagte er (R. Simeon ben Iocha'i, als zwei berühmte Gelehrte, die bei ihm zu Besuch waren, sich ihm empfahlen) zu seinem Sohne: „„dieß sind 20

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