Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 3 (1842)
- Issue
- Heft 19 (7.5.1842)
- Date
- 1842-05-07
- Page
- Seite 152 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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152 Joseph rwd sein Frennd. Aus Dschamsis Beharistan.^) (MstL. der Hamb. Stabtbibliothek Nr. 201.) Aus dem Persischen übersetzt von U. D. Mordtmanm Als Joseph in Egyptenland Zn Ehren und in Ansehn stand, Ward dies in Kanaan offenbar,. Wo einer seiner Freunde imv Der reiste mü) Egypten hin, Zum Freunde stand des Freundes Sinn, Indem er einen Spiegel nimmt, Für Joseph zum Geschenk bestimmt. Und heimlich Joseph Forschung thut, Was er ihm bring' an Liebesgut. Der Freund versetzt : „Ich suchte zwar, Was meines Joseph's würdig war, Den Spiegel halt' ich stets zur Hand, Doch nie ich Deines Gleichen fand:. Er ist vom Staube rein, sieh her, So rein und klar, wie Du, ist er. Schau in ihm Deine Schönheit an, Hab' Deine Freude iipmer dran. Dich selber will ich geben Dir; Auf Erden Du der reinste bist,. . x Um Dich sie jeden Reiz vergißt." ' 'Dschami, laß andre Schönheit nur, > Sei selbst des Spiegels Politur, Daß Du Dich freust der Wange Zier,: ' Das lehre Joseph's Beispiel Dir. *) Der Uebersetzer, der auf kein weiteres Verdienst Anspruch macht, als daß er wörtlich den Originaltext übertragen .hat, bemerkt, daß. die orientalische Sage Joseph für das Muster körperlicher und geistiger Schönheit erklärt; in vielen Gedichten, wird Suleicha's Liebe zu Joseph (die mit der Liebe von Potiphar's Weibe nichts gemein hat, und überall nichts weniger als verbrecherisch ist) gepriesen; doch sind diese Liebeslieder (gleich denen von Ehosru und Schirm, Leila und Medschnun u. st w.) keine Lieder zum Preise irdischer Lust, sondern sie besingen die Liebe zur Schönheit des Menschen als die Liebe, welche die Liebe zur Schönheit des Menschenschöpfers erzeugt, und den Menschen mit der Gottheit in ein schönes Verhältniß setzt. Perfonalchromk und Miseellen. ' Sn der wissenschaftlichen Zeitschrift für jüdische Theologie, herausgegeben von Dr. Abraham Geiger. Fünften Bandes erstes Heft. 1842. findet sich in dem Aufsatz: „Der Monotheismus in sittlicher Beziehung, vom Prediger Dr. Saalschütz in Königsberg." (S. 47. Anmerkung.) ein Citat, das einer Berichtigung bedarf. Es werden nämlich daselbst zur Bekräftigung der Behauptung, daß die innere Zerrissenheit und das quälende Gefühl eines unbefriedigten höhern Verlangens, viele heidnische Proselyten zuerst dem Judenthume und später dem Christenthume zuführte, außer den vielen Stellen aus der Apostelgeschichte, wo es einmal statt Cap. 14, 43. — 13, 43 heißen muß, auch zwei Stellen aus römischen. Klassikern, nämlich aus Horaz und Cicero angeführt, die uns gar nicht dahin zu gehören scheinen. Denn an der aus Horaz (8erm. 1, 9. 69.) citirtm Stelle: Hodie tricesima sabbata; rin’ tu curtis Judaeis oppedere? wird durchaus nicht von Proselyten gesprochen, sondern von wirklichen Zsraeliten, wie wir dieses in unsrer Abhandlung über die Beschneidung (Horaz an der citir- Len Stelle) nachgewiesen haben. , Hätte der Verfasser Stellen aus den römischen Klassikern über Proselyten und Bekehrungssucht anführen wollen, so müßte er zwar viele andere, nur gerade nicht die, welche er gewählt, als paffenden Beleg für seine Behauptung aufstellen. Als solche aber können wir ihm folgende Stellen aus Horaz und Lacitus Nachweisen. Horatii. Sermon. 1, 4, letzter Vers: Ae reluti te Judaei cogenuis in hanc concedere turbarn, welche Stelle Wieland sehr treffend so wiedergiebt: r So wollen wir Dich nach Zuden-Art, zu unserer Secte zu bekehren wissen. Taoiti Historiar. V. 5. wo es heißt: Praegressi in morem eorum (Judaeorum) idem circumcidere genitalia). usurpant, diejenigen, welche die Religion der Juden annehmen, thun dasselbe, nämlich beschneiden sich. Hiermit ist das gleich darauf Folgende: Multitudini tarnen augendae consulitur mit in Verbindung zu bringen, wie wir dies am erwähnten Orte weitläufig auseinander gesetzt haben. Dr. Bergsohn. * * * Wenn, wie verlautet, St. in der Allg. Zeit, des Zudenth. Herr Dr. St ein heim in Altona ist, so bedauern wir dies innig, einmal weil doch keine Antwort von Herrn Bernays erfolgt, dann, weil man nicht umhin kann, bei solchen Gelegenheiten an. den hochverehrten verstorbenen Vater H. Dr. Ri esse rs erinnert zu werden, der Hrn. Bernays hieher zuerst und vorzugweise empfahl. Die Freundschaft, welche zwischen Hrn. Dr. Riesser und Hrn.Dr. SLeinheim zum Frommen desEmancipationsstrebcns besteht, hätte uns das Schweigen von dieser Seite alö einen unerläßlichen Akt der Pietät erscheinen lassen, die nicht gern kaum vernarbte Wunden aufteißt. Hier ist die Rücksicht gegen den Einzelnen mit der jeder Anonymität' ohnehin abholden Achtung vor der Presse so schön und so leicht zu vereinigen. — * ' * * Im bremischen Magazin für evangelische Wahrheit (Bremen bei Schünemann, drittes Heft 1842) findet sich ein, auch mit besonderem Titel ausgegebener Aufsatz von Paulus über Verfluchungen. Diezweite Abtheilung desselben heißt: Neue Untersuchungen, was das alte und das neue Testament und was späterhin die jüdische Rabbinergewalt unter Anathema und den verwandten Worten, Nidduk, Cherem, Schammata verstanden und ausgeübt hat. — * * Das Maier'sche Gutachten über die Ehescheidung (Orient 14) ist auch für christliche Juristen von nicht unbedeutendem Interesse, und hat namentlich in Hamburg mannigfache Anregung gegeben.— * * 4 „ Am 12. Juni soll dem Vernehmen nach der Grundstein zum neuen Tempel in Hamburg gelegt werden. — Verlag von. C. L. Fritz sch e< Druck von I. H. Nage!.