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Der Orient · 1842-04-16 · 16 (16.4.1842) · p. Spalte 255-256

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Journal
Der Orient
Volume
1842
Issue
16 (16.4.1842)
Date
1842-04-16
Page
Spalte 255-256 (sequence 8)
Language
German
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255 Literarische Ankündigungen. Nöthige Erklärung. 25tz den/was ihr einst ein deutscher Schriftsteller prophezeiet hat. Stets bleibe sie, so lange Ihr derselben noch bedürfet, und so ^ange Euch nicht die allgemeine Presse den nöthigen Raum zu Euren besonderen Erörterungen und für Eure speciellen religiösen Interessen verstatten kann, des Gebers würdig, durch den wir sie erlangt haben. Scheidet,- so weit es nicht die religiösen Satzungen oder Eure besondere Geschichte und Literatur betrifft, sorgfältige Alles aus, was der Rivalität, dem hierarchischen Streben, ' leidenschaftlicher Eifersucht oder kleinlichem Egoismus entsprungen ist und in dem Inhalte oder der Form den brandmarkenden Stempelder Gemeinheit und Pöbelhaftigkeit an sich trägt. Und die Norm dafür? Die Vermeidung der excmpla odiosa, die uns noch in frischem Angedenken leben, des Widerspruches zwischen dem Lobe der Preßfreiheit und ihren entarteten Aeußerungen-aus demselben Munde, vor Allem aber der Gedanke an den Spruch: litera scripta manet und die Frage des Autors an sich selbst: Würde mir ein Organ der allgemeinen Presse dafür seine Spalten öffnen? Endlich.richte ich noch ein Paar Worte,an Euch, meine christlichen Mitbrüder! Weiset Eure jüdischen Vaterlandsgenoffen fortan nie mehr zurück! Oeffnet ihnen Eure Arme und Euer Herz. Sie haben sich Eurer Freundschaft in diesem Kampfe der Pflicht, des Gewissens, der Ehre auf dem Felde des Gedankens würdig gezeigt; zeiget Euch auch gegen freundlich, wohlwollend, gerecht. Eine nicht geringe moralische Kraft ist es-, die Ihr durch ihre Bundesgenossenschaft erringet; wer, unter Leiden auferzogen, unter der Schmach des Vorurtheits den Glauben an seine Ehre nicht verloren, die . Hoffnung auf die Erringung des Allgemeinmenschlichen,- der edelsten Güter unseres Daseins nicht aufgegeben, ist als ebenbürtiger^ Bundesgenosse in Noth und Tod zu betrachten. Dieselben für Freunde, dieselben für Feinde zu halten, — diesen altrömischen Vertrag wollen wir erneuern. Laßt uns unsere Schiffe verbrennen; nehmet uns ganzunter Euch auf, damit wir einig wirken und leben im Geiste und in der Gesinnung. Ed. Cohn. Literarische Ankündigungen. In diesen Ankündigungen werden literarische Anzeigen aller Art,/so weit sie jüdische und orientalische Geschichte und Literatur betreffen, gegen 1H- Sgr. für die gespaltene Petit-Zeile oder deren-Raum ausgenommen. [6iJ. Nöthige Erklärung. (Verspätet.) Der Verfasser des Aufsatzes in Nr. 6 der A. Z. d. I., das neue Hamburger Gebetbuch betreffend, führt unter den deutschen Religionsbehörden, die der Hamb. Religiönsbehörde und ihrem Interdikt Unrecht geben und widersprechen, auch die hiesiege auf. Der Anonymus befindet sich in Irrthum, welchen wahrscheinlich ein Aufsatz über diesen Gegenstand m die A. Z. d. I.- herbeigeführt Hat, worin das Gutachten des Dr. Geiger, welcher sich „Rabbiner zu Breslau" unterzeichnet hat, mitgetheilt worden ist. , Wir glauben es aber der Wahrheit und der Wichtigkeit des Gegenstandes schuldig zu sein, und um ähnlichen Irrungen zuvorzukommen, hiermit die Erklärung abzugeben , daß Hr.'Dr. Geiger, wie aus mehreren Artikeln in ,jenen Blattern und besonders aus demjenigen Aufsätze, welcher Herrn! Pappen heim zum Verfasser hat (die Nr., liegt uns gerade | nicht vor) klar zu entnehmen, nur zum Rabbinats- Assessor, und zwar mit der ausdrücklichen Beschränkung gewählt worden ist, daß er sich aller Ritual-Entscheidungen zu enthalten habe. Abgesehen von dieser Beschränkung, so ist diese Stellung hinsichtlich einer Rabb.-Autoritär an und für sich hier von so untergeordneter Art (§Z 76 u. 77 der Gemeinde Statuten), daß für diese Functiion nach § 68 ibd. ein Gehalt gar nicht ausgeworfen worden ist. Wenn daher von einem Gutachten, welches die hiesige Religions-Behörde, abgegeben, die. Rede sein soll, so kann darunter nur ein solches gemeint sein, welches, von unserm würdigen Herrn Ober-Rabbiner Salomo n Tickt in selbst oder unter dessen Leitung, oder in dessen Aufträge abgefaßt und unterzeichnet ist. Denn nach § 68 der Statuten ist Herr Tiktin Präses des hiesigen Rabbinats-Colligium. Wenn übrigens dieser bereits seit 20 Jahren hier als Ober-Rabbiner fungirender Mann in der Frage des Hamb. Gebetbuches, sich noch nicht öffentlich ausgesprochen hat, aber wohl nächstens sich aussprechen wird, so kann dies nur darin seinen Grund haben, daß derselbe alle und jede Erläuterung für überflüssig finden muß, worüber Autoritäten, wie solche indem Werke rmsn nT3 zu finden, sich bereits gegen den Hamb. Tempel-Gottesdienst und das Gebetbuch ausgesprochen haben. Breslau, den 21. Febr. 1842. Philalerhes. [62.] Durch alle Buchhandlungen ist von C. L. F ritz sch e in Leipzig zu beziehen: Mtgdal Oz No 818 Vitae Luzzatti Patavini Drama Ifeuadripartitiim Monumentum linguae Neohebraicae praestantxssimum niinc primum ex Codice Italico editum cum commentariis V Lnzzatti et Meiri Letteris additis prolegomenis uberrimis quibus linguae poesisque neoliebraicae historia ’illuslratur e codicillis Frand^ei Oelitzsehii 8 maj. brock Preis 20 Ngr. Dasselbe ohne Prolegomena 15 Ngr. Druck von I. H. Nage l Verlag von C. L. Fritzsch e.

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