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Der Orient · 1842-04-16 · Heft 16 (16.4.1842) · p. Seite 121

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Journal
Der Orient
Volume
3 (1842)
Issue
Heft 16 (16.4.1842)
Date
1842-04-16
Page
Seite 121 (sequence 1)
Language
German
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Dritter Jahrgang. Berichte, Studien und Kritiken Las Abonnement für ein Jahr ist 5 Thlr. Man abynnirt bei allen ' lob!. Postämtern und allen solid. Buchhandlungen auf ein Jahr. - kür Mische Geschichte und Literatur. Herausgegeben , von ' Vr Julius Fürst. Von dieser Zeitschrift erscheinen wöchentlich, das Literaturblatt mitgerechnet, zwei Bogen, unh zwar an jedem Samstag regelmäßig. JLO« Leipzig, den 16. April 1842. Deutschland. (Berlin: Ansicht über die neue preuß. Judenverfassung. Hamburg: Zurechtstellung einer früheren Corre-spondenz. Tübingen: Die jüdischen Studirenden. Leipzig: Die Haarbleichersche Recension in, der allgem. Zeit, des Judenth. Aus dem P r e-ußi sch e n : Hoffnung und Vertrauen wegen der Zukunft!) — Böhmen (B ö h m i sch- L e rpp a: Erwiederungen ison I. Neuburg.). — V o lk s t h ü m l i ch e Aussatze u n d B e urt h ei lu n g e n: Die Judenzeugnisse in Criminalsachen (Schluß). — Veuriheilung der Geiger'schen neuesten Schriften. — Ueber das Verhaltniß des Lehrers und der Schule in den früheren jüd. Gemeinden nach dem rabbünschem Rechte u. dem alteren Herkommen (Forts, v. Nr. 6). — Personalchronik u. Miscellen. — LB. d. Or^ Deutschland. .Berlin, 19. Marz. In einer Correspondenz der Hamburger N. A. von hier aus wird bei Bespre- . chung des politischen Zustandes in Preußen auch des neu zu erwartenden Edikts über die Juden gedacht und die trefflichen Worte darüber mögen auch hier einen Platz finden: „Viele unserer jetzigen Institutionen, selbst die neuesten zeugen freilich noch von dem Geiste einer veralteten Staats-Ansicht, welche aus dem Particularen das Allgemeine hervorbilden will, aber, weil dies der verkehrte Weg ist, nur bis zum abstrakten Auseinanderhalten beider Principe gelangt, und dadurch das lebendige Leben des Fortschrittes selbst bei dem besten Willen ertödeet. Ein Beispiel dieser Art aus neuester Zeit ist 'das Gesetz wegen Feststellung der bürgerlichen Verhältnisse der Juden, welches ber Courrier fran^ais ein neues Edict von Nantes nennt. Eine solche Abzirkelung einer längst vergangrnenen Nationalität innerhalb der Nation wäre allerdings ein großer Rückschritt, und würde die Juden um alle Früchte der langst gehofften und erwarteten Emancipation bringen. Die Juden sind Europäer, Deutsche, Franzosen rc., und wir können sie wegen ihrer antiquirten Religionsgebräuche/ um die sie sich nicht zu bekümmern brauchen, nicht wie Türken und Muhammedaner betrachten, deren Natur von der unfern vermöge ihrer NaturrAnlage, - ihres Cl.ima's wesentlich , verschieden ist;/im Gegentheil, wir sind ihnen schuldig, sie als Deutsche anzuerkennen, weil sie so lange unter der Last der Vorurtheile geschmachtet haben. Die Religion ist für den Gebildeten nur das innerliche Element seines Gemüthes, welche Jedem überlassen bleiben, und durchaus keinem äußerlichen Zwange unterworfen werden darf. Vor der Philosophie verschwinden die Unterschiede der Religionen, sie erkennt nur das Denken und die Vernunft an und es wäre also unphilosophisch und der Bildung unserer Zeit unwürdig gehandelt, wenn wir die Juden von irgend, einer Gemeinschaft mit den Christen ausschließen wollten. Hamburg, 23. Marz. In Nr. 12 des Orients findet sich eine mit 7— 1>— Unterzeichnete Einsendung aus Altona, über welche Sie mir einige Worte der Widerlegung erlauben werden. Der Verfasser der-, selben sucht die Partei der Synagogenreform herabzufetzen, ohne dazu im Mindesten berechtigt zu fein 5 ich wenigstens kenne unter diesen Reformern eine Anzahl würdiger und hochachtbarer Männer. Ihr Streben selbst kann nur d e r mißachten, der die Fortdauer der jetzigen Verwirrung wünscht. — Wahrend sich jedoch in der Geringschätzung der Reformer nur eine gewöhnliche feindselige Absicht kundgiebt, vergißt sich der Vers an einer spatem Stelle so weit, das Publikum dazu förmlich aufzufordecn, daß es der „Freischule" die bisherige Unterstützung entziehe. Heißt dies nicht geradezu der Vernunft und dem Rechtsgefühle Hohn gesprochen? Die Freischule hat viel, sehr viel geleistet; wäre sie eine Gemeindefchule im strengsten Sinne des Wortes geworden, sie hätte vielleicht anderes Gutes, aber nichts Edleres leisten können. Sie hat eine große Anzahl jüdischer Knaben ent- 36

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