Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 3 (1842)
- Issue
- Heft 13 (26.3.1842)
- Date
- 1842-03-26
- Page
- Seite 97 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Dritter Jahrgang. Berichte, Studien und Kritiken; für r»~T» MWe Geschichte und Literatur. Man abonnirt bei allen das Literaturblatt mitlöbl. Postämtern und Herausgegeben gerechnet, zwei Bogen< allen solid. Wuchhand- und zwar an jedem ungen auf ein Jahr. von Samstag regelmäßig. »r. Julia» Fürst. 184L Mi» Leipzig, den 26. März Deutschland. (Leipzig. Dr. Auerbdchs Gutachten über das Hamb. Gebetbuch und der Leipziger israelit. Gottesdienst Bamberg. AnsteUungsfahigkelt der Juden. Heidelberg. Dr. Oppenheim, Privatdocent an der Universität. Berlin Gesetz vom 11. Marz und die Judenverfassung ) Bolksthümliche Aüfsatze und B e ur t h ei lu n g e n Ueber die s^or anbMung der israelitischen Jugend (aus Moisling bei Lübeck). - Aktenstücke -üb.r die Gebetfrage in Hamburg - Oersonalch^ und MisceUen. — LB. d. Or. Deutschland. Leipzig, im Marz. Schon langst war es meine Absicht, Ihnen einen Bericht über den wahrend der beiden Hauptmessen hierorts bestehenden d eütsch - isra elitischen Tempel abzustatten, und das Gutachten des Predigers an demselben, des Herrn Dr. I. L. Auerbach, in Nr. 2 der allg. Zeit, des Judench. v. d. I., veranlaßt mich nicht langer damit zu säumen, weil Stillschweigen über diesen Gegenstand leicht irre führen und zu einer falschen Ansicht leiten könnte. Hr. Dr. Auerbach har sich bewogen gefunden, unaufgefordert ein Gutachten über das bekannte Gebetbuch abzugeben. Und warum das? Er fürchtet zwar nicht, daß der Ausspruch des Herrn Ehacham irgend einen der zahlreichen und frommen Besucher des Gottesdienstes in seinem Gewissen beunruhigen werde, halt es aber doch für angemessener, die Legalität des Gebetbuches öffentlich anzuerkennen und auszusprechen. — Wenn der Hr. Dr. A. weiter keinen Grund zum Abgeben seines Gutachtens hatte, so hatte er es immerhin unterlassen können; denn mir einem Leipziger und ich darf sagen eikem genauen Beobachter des Tempels ist es zur Gewißheit geworden, daß die Zahl der obgenannten frommen Seelen gar nicht so bedeutend und daß es den Wenigen ziemlich gteichgiltig ist, was für ein Gebetbuch sie in den Händen haben, da es nur äußerst selten benutzt wird. — Diese Behauptung bewahrheitet sich am besten durch Thatsachen, die ich denn jetzt auch aufzuführen gedenke. — Die Gründe, welche zum Besuche des Tempels veranlassen, lassen sich im Allgemeinen auf drei zurückführen. Einmal ist es die Neugier, welche die jüdischen Meßfremden dorthin lockt. „Orgel, Gesang , deutsches Gebet, so etwas habe ich noch nicht gehört, ich muß doch einmal hingehen um es mit anzusehen." Daß die meisten der Anwesenden aus Neugier kommen, ist klar, wenn man bedenkt, daß sie nach ein oder zweimaligem Besuche nicht wieder erscheinen, daß nur die geringste Zahl der Zuhörer dem Tempelvereme angehoct, ja daß selbst der Vorstand laßig im Erscheinen beim Gottesdienste ist. —- Dann zweitens, die Predigt. Um die Stunde zu welcher im Leipz. Tageblatts die Predigt im Israel. Tempel angekündigt ist, geht es auch ziemlich geräuschvoll dort her; die Thür wird sehr häufig geöffnet, weil Israeliten, welche bereits in Synagogen ihr Gebet verrichtet, herbeiströmen, um im Tempel die Predigt mit anzuhören. Gleich nach derselben, also vor dem Mussaff-Gebet, vor dem Schluffe des Gottesdienstes, geht es natürlich ebenso und vielleicht noch etwas geräuschvoller her, als vor derselben, denn die ebengenannten Zuhörer entfernen sich wieder. ~~ Endlich drittens, ist der Tempel deshalb gefüllt, weil irr den übrigen zur Meßzeit hier bestehenden engen und räumlich beschränkten Synagogen nicht immer ein Unterkommen zu finden ist. „Wenn ich in der Brcdyer, Berliner, Breslauer, Dessauer Synagoge keinen Platz finde, nun so gehe ich in den Tempel." Am vergangenen rwn (die Messe war allerdings noch nicht recht im Gang, aber die bereits geöff-. 13 ' '