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Der Orient · 1842-03-19 · 12 (19.3.1842) · p. Spalte 179-180

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Journal
Der Orient
Volume
1842
Issue
12 (19.3.1842)
Date
1842-03-19
Page
Spalte 179-180 (sequence 2)
Language
German
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179 Die neueste Ausgabe des Kusari, beurtheilt v. M. Sider. Grammatikalisches u. Lexicalisches. 180 — Id e o logi e?). Die sogenannten e mpirischen Wis-' senschaften (z. B. Medicin) machen hier nur insofern eine Ausnahme, als sie — behufs der eigentlichen Terminologie für neuaufgefundene, oder erst durch sie streng unterschiedene Sinnesobjekte — eher veranlaßt sind, zu einem Fremdworte zu greifen, wie z. B. noch jetzt griechische und lateinische Termen gebildet werden. Noch mehr ist dies der Fall, wenn das Object in einer fremden Sprache bereits seinen Terminus gefunden (wie dies beim Neuhebraismus in Beziehung auf das Arabische statt fand), wo sehr leicht mit der Kenntniß des Gegenstandes auch seine Bezeichnung herüber genommen wird 4). Allein einerseits half man sich auch hier, so weit die Sprache reichte, auf die oben bezeichnte Weise ö); anderseits hat die ältere Wiffenschaft überhaupt eine vorherrschende Richtung auf das Metaphysische hin, und war die. strengere Scheidung 4) Vgl. Scheyer 's „Bemerkungen über einen imLB.d. Orients 1840 Nr. 49 mit F. D(elitzsch) Unterzeichneten Aufsatz" (Isr. Annalen 1841 Nr. 22. 23). Der zweite Theil dieser Bem. (Nr. 33) bekämpft D.'s Behauptung „daß der Einfluß des Arabischen auf die Ausbildung des philosophischen Hebraismus nicht sehr hoch anzuschlagen sei, und auf die Aufnahme einer geringen Anzahl arabischer Termen in die philosophische Terminologie, sich beschränke" (S. 180, a.). Die angeführten Daten, fast einzig nach Angaben von Ibn Tibbon's nrrtn n^onp (vgl. unten Anmm. 10. 26. 28) sollten, nach einem schärfer geschiedenen sprachwissenschaftlichen Schema geordnetzu andern Folgerungen führen, wie wir später zeigen werden. In der Hauptsache ist D. freilich etwas zu sehr seiner bekannten Vorliebe fürdasHebr. gefolgt, aber nicht bis ^zu der ihm untergeschobenen Absurdität des angeführten Urtheils in jener negativen und allgemeinen Form, die erst Scheyer's Werk ist, wie sich jeder überzeugen kann. Das eigentliche Schibbolet, welches überhaupt die sich schroff entgegenstehenden neuen Ansichten über den ganzen Neuhebraism charakterisirt, hat Hr. Scheyer erst zu allerletzt vorgebracht, daß nämlich „die Entstehung dieser neuen Bedeutungen keineswegs, wie F. D. meint, als eine Entwicklung, vielmehr noch als eine innere Fortbildung der Sprache anzusehen sei, wovon überhaupt bei einer todten Sprache nicht die Rede sein kann." Dagegen hat sich aber schon D. (a. a. Oi Col. 211) von Vorhinein gewehrt. Demohngeachtet, erkennen wir gern mir Dank die von Scheyer zuerst vorgenommene Analyse der Arabismen im philos» Hebräismuc, indem wir hier als Beleg für unfern Text den schlagenden Umstand entnehmen: daß fast alle arabischen Wörter — und er gibt deren nicht einmal zehn an — mathematische Begriffe bezeichnen (S. 180 b.). Scheint aber dies unftrm Texte geradezu zu widersprechen, so bedenke man, daß eben die Mathematik noch halb zu den ft g. empirischen Wissenschaften gehört, und daß jene Wörter der angewandten Mathem. angehören. 5) Man vgl. z. B. die Ausdrücke für Ader, Muskel, Ncrv^ Sehne, Magnet, Metall u. dergl., je nachdem sie bekannt wurden. Besonders genial und sinnreich sind die rein hebr. Termen mancher jetzt lebenden Schriftsteller, besonders "der Polen, deren Zusammenstellung mit den altern gewiß nicht uninteressante Resultate gäbe. .des Empirischen so wie der experimentale Weg nichtsehr beliebt 6). - ’ * Heraus laßt sich schon a priori schließen, daß die wissenschaftlich e Seite des Neuhebraismus am wenigsten eine resp. Bereicherung an Wurzeln herbeiführte. Ob aber an Formen? Und wenn dies, aus welcher Sprache? Ferner wie verhalt sich der Wurzelschatz des wissenschaftlichen Hebräischen zu dem des Biblischen? Dieß sind Fragen, die nur auf historischem Wege zu beantworten sind, und zwar werden wir hier zu den beiden G eschwistern geführt, die nacheinander und in sehr verschiedenen Verhältnissen aus eigenem Vermögen ihre Schwester gewissermaßen zu einer neuen Verbindung ausstattecen. Für den Rabbinismus (im engern Sinne) bedurfte das Hebräische aramäischer Töne; für die Wissenschaft — durch arabische Sprache vermittelter Begriffe — der rabbimschen Sprache. Daher zwei fremde Elemente vorherrschend sind im wissenschaftlichen Hebräischen, denen kein drittes im Entferntesten an die Seite gestellt zu werden verdiente I. Aramaismett. 1. Aramäische Wurzeln. Selbst nach der neuerdings mit großer Wahrscheinlichkeit von vielen Seiten unterstützten Ansicht einer Priorität des reinen Aramäischen werden, bei dogmatischer Unbefangenheit, nur äußerst wenige aramaische Wurzeln in den hebräischen Büchern der Bibel als unmittelbar aus dem Ursemitismus ererbt betrachtet werden müssen, weil die Geschichte genügenden Aufschluß über das spatere Eindringen aramäischer Elemente gibt (vgl. weiter unten sub 2). Es fand aber im Exil und nach demselben eine allmälig wachsende gegenseitige Durchdringung der schon ursprünglich engverwandten Sprachen statt7), so daß es uns, die wir nur auf wenige literarische Produkte jener Zeit beschränkt' sind, am schwersten wird, einer jeden ihr ursprüngliches Erbth-eil vom Ursemitismus und das selbsterworbene Eigen- 6) Ganz nach arab. Encyklopädiki s. Hammer) rechnet Ibn Tibb. (ntenß/'D) unt«bic nvnD'ion mopn zuerst die nrynD*, vergtt ib. 8. v. ptfn und Bechaji Einl. in Chobot Ha-Lebabot, Ans. — Der Jude insbesondere hat stets die Richtung zum Religiöse n (vgl. „Ein Wort über die neuhebr. Sprache u. s. w." von Dr. L. Herzfeld A. Z. d. I. 1839. Lit. u. homil. Beibl. Nr. 4. 2terFebr. S. 14, b. unten) wozu ebenfalls der Ansporn bei den arabischen Dogmatikern vorhanden war. 7) gegenseitig — insofern auch das Aramäische im Munde und in den Schriften von Juden hebraisirt ward — (was Fürst zu der bekannten Hypothese über das Chaldäische veranlasst hat) — freilich im Ganzen mehr von Seiten der Formation. Vgl. Fürst's Lehrgeb. S. 4. Win er Gramm, d. b. u. t. Chald. 1842. Einl. §. 2. S. 3 ff. — unten An m. 16«

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