Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 3 (1842)
- Issue
- Heft 11 (12.3.1842)
- Date
- 1842-03-12
- Page
- Seite 81 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Dritter Jahrgang. Berichte, Studie« und Kritiken Das Abonnement für ein Jahr ist 5 Thlr. Man abonnirt bei allen löbl. Postämtern und allen solid. Buchhandlungen auf ein Jahr. . tt": jüdische Geschichte und Literatur. Herausgegeben von Br. Julius Fürst. Von dieser Zeitschrift erscheinen wöchentlichdas Literaturblatt mitgerechnel, zwei Bogen- und zwar an jedem Samstag regelmäßig. 11> Leipzig, den 12. März _1842. Orient. (Ein ausführlicher Bericht über die Beni-Jsrael; ihr Ursprung und ihre Sitten) — Deutsch lan d.) H a rnburg. Berichtigungen der preußischen Vorfälle in der Synagoge, vom orhodoxen und dem parteilosen Standpunkte) — Böhmen. (Prag. Ueber die Vorbreitungen zu einer Reform des Rabbinenwesens, zu politischen Verbesserungen) — Volks t häm l ich e Aufsätze und B e urt h eilu n g e n. Gutachten über das hamburgische Gebetbuch des Tempels vom Kirchenrathe Maier in Stuttgart. — LB. d. Or. - O r i e nt. Westittdien. So widersprechend und unzureichend auch die Berichte über die Beni-Jsrael im westlichen Indien sein mögen, so ist es doch nicht ohne Interesse, die Berichte der Neuern zu sammeln, damit die Kritik spater aus dem dargebotenen Material das historisch Bewährte ausscheide. Ein gewisser Dr. Wilson, welcher die Beni-Israel im Interesse der schottischen Bekehrungsgesellschast besucht hatte, gab vor ungefähr zwei Jahren im Comite der General-Versammlung der schottischen Kirche einen Bericht über diesen jüdischen Stamm, welchen Bericht die Haube- und Spenersche Zeitung des vorigen Jahres auszüglich ihren Lesern mittheilte. Dieser Auszug über die Bmi-Israel tautet*): „Der Mangel eines geschriebenen Sefer-Tora oder Gesetzbuches, hat die Beni-Jsrael.in eine ganz eigenthümliche, von allen jüdischen Gemeinden auf der Welt verschiedene Lage versetzt. Die bis auf den heutigen Tag unter ihnen fast allgemeine Verwerfung des Namens „Juda", auf den sie, wenn sie ihn verdient hätten, ohne Zweifel stolz gewesen sein würden; die unterscheidende Benennung „Beni-Jsrael", die sie für sich in Anspruch nehmen: das Nichtvorkommen der unter den Juden sonst beliebten Namen Juda und Esther und das Vorherrschen des Namens Rüben und anderer, ') Auch die A.. I. b. I. und Arch. Jsr.. theilten diesen Auszug mir. Red. hauptsächlich an die frühere Geschichte des israelitischen Volkes erinnernder Namen, scheinen für die Ansicht zu sprechen, daß die Beni-Jsrael in derThat Israeliten sind -7— ein Ueberrest der Nachkommen der Stämme, welche von den assyrischen Königen aus ihrer Heimath fortgeführt wurden (1 Chron. 5, 26.). — Sie besitzen keine ihnen eigenthümlichen Geschichts-Documente und ihre Überlieferungen sind äußerst unbestimmt und ungenügend. Ihre Vorfahren kamen, nach ihrer Angabe, vor etwa 1000 Jahren aus einer nördlicher; Gegend nach den Küsten Indiens. Es waren ihrer nur sieben Männer und sieben Frauen, welche bei einem Schiffbruch in der Nahe von Tschal, etwa 30 (engl.) Meilen s. ö. von Bombay dem Tode entgingen. Der Ort, wo sie eine Zufluchtsstätte fanden, hieß Nava- $ am. Sie und ihre Nachkommen wurden von den eingebornen Fürsten im Allgemeinen sehr begünstigt, wenn sie gleich zuweilen ihren Glauben verheimlichen mußten. Als sie sich vermehrten, breiteten sie sich in den Dörfern des Kaukaw, namentlich an der Küste, so wie zwischen dem Bankot-Fluß und der das Land zwischen Panwel und dem Borghat durchschneidenden Straße aus. Hier und in Bombay, wo sie sich bald nach der Besitznahme durch die Britten niederließen, werden ihre Nachkommen noch jetzt angetroffen. Die Bevölkerung auf dieser Insel belauft sich auf ungefähr 1932 Seelen; in den englischen Niederlassungen in dem Kaukan auf 800, in den zu Angela gehörenden Bezirken auf 870, in einigen Dörfern unterhalb des Ghat des Pant Sachira auf etwa 209, in den Bezirken der Habschi aus 11