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Der Orient · 1842-03-05 · Heft 10 (5.3.1842) · p. Seite 73

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Journal
Der Orient
Volume
3 (1842)
Issue
Heft 10 (5.3.1842)
Date
1842-03-05
Page
Seite 73 (sequence 1)
Language
German
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Dritter Jahrgang. Berichte, Studie» und Kritiken fü r . «aZT"'%». jüdische Geschichte und Literatur. Man abonnirt bei allenlöbl. Postämtern und Herausa eaeben allen solid. Buchhandlungen auf ein Jahr. v§N Nr Julius Fürst. Von dieser Zeitschrift erscheinen wöchentlich, das Meraturblatt mitgerechnet, zwei Bogen, und zwar .an jedem Samstag regelmäßig. M i« Leipzig, den 5. März 1843. Orte nt. (Palästina. Verfehlter Zweck des Bisthurns in Jerusalem.) — Deutschland.. (Breslau. Geiger's offene Erklärung, alle Traditionen des Judenthums zu verwerfen.) — Rußland. (Petersburg. Gesetzbestimmungen üb. das Wohnrecht der Juden in Riga.) — V o l k 6 t h ü m l i ch e Aufsätze und Beurtheilungen. Jsraelitisch-Hamburgische Anstande; der Nathsbeschluß in Bezug auf die Ritualfrage. Resormpartei innerhalb der orthodoxen Gemeinde. — Die Judenzeugnisse in Criminalsachen vom juristischen Standpunkte. — Personalchronik und Mislellen. Briefe Mendelssohn's. Kley's Katechismus. Vorlesungen über jüdische Literatur. Jubilaen-Feierlichkeiten K♦ — LB. d. Or. O r i e n t. Palästina (Fortsetzungvon Nr. 7 und Schluß). Die Regierung in England blieb ihrem Ausspruche treu; sie schenkte dem Projecte der Mission wirklich ihre Aufmerksamkeit und noch mehr als diese, ihre volle Billigung und Unterstützung. Alle Welt weiß, was seitdem von der englischen Regierung durch Zuziehung des Königs von Preußen geschehen; in Jerusalem entstand ein antikatholisches Biskhum. Aber bei der Gründung dieses Bisthums, an dessen Spitze man einen getauften Jude aus Schönlank stellte, dessen Bruder noch jetzt Vorsänger in Wöllstein ist, wurden, um den Zweck der Bekehrung nicht aus den Augen zu lassen, um Preußen zur Beisteuerung der Hälfte der Kosten zu bewegen und selbst in England die Stimmen gegen diese sonderbare Ausgabe zu beschwichtigen, dem Publikum ganz andere Tendenzen dieses Unternehmens mitgetheilt, als in Wahrheitder Fall war. Bald sollte es ein Sieg des Protestantismus sein, auf dem heiligen Boden des Christcnihums einen Centralpunkt des wahren christlichen Glaubens zu besitzen, also mehr zur innern Erhebung und Eckcaftigung; bald aber auch ein Eentralpunkt für die vielfach gespalteten, zerrütteten Kirchen des Orients sein, wo sich das wahre Christenthum wieder einfinden soll. Unter dem. Vorwände dieser in sich selbst nicht einigen Angaben sucht man sogar an den Kirchlhüren für das Bisthum in Jerusalem zu sammeln, um nur erst das Werk erstarken zu lassen. Aber weder das eine noch das andere ist der wahre Zweck dieser Gründung, und die gebildete öffentliche Meinung, die aus dm bloßen Schein nichts giebt, hat längst eingesehen, daß das ganze Unternehmen in jeder Beziehung «in verfehltes ist. Die öffentliche Meinung hat längst die Fragen aufgeworfen: Wenn es wahr ist. daß der Protestantismus nur die Bibel als ihr höchstes Argument anerkennt und keiner hierarchischen Rangordnung, keinem äußern Prunke hold ist, wozu einen Bischof und wozu ein Bisthum? Zugegeben, daß eine Propagation des evangelischen Glaubens im Protestantismus wesentlich sei, müßte er es nicht durch andere Mittel, durch Belehrung und Verbreitung von Bibeln thun? Und in dem andern Falle, wie konnte die Missionsgesellschaft auch nur glauben, wenn sie es anders geglaubt, daß die Völker des Orients, die niemals einer Religionsform gehuldigt, welche der Tradition, der gemüthlichen Symbole entbehrt, dem kalten verstandesmäßigen Protestantismus sich zuwendm werden? Wir wollen aber absehen von diesen vergebiichen Zwecken, die dem Judenthume übrigens ganz gieichgiltig sind, so ist selbst in Bezug auf den Hauptzweck, auf die Bekehrung der Juden, die ganz« Unternehmung vecfehlt. Die großen Opfer, welche seit Jahrzehnten diesem außerhalb der Religion liegenden Zwecke aus falscher Frömmigkeit und Egoismus gebracht worden sind, und die fast gänzliche Nutzlosigkeit desselben, welche sich herausgestellt, hätten wenigstens bei der Gesellschaft die Ueberzeugung erwecken sollen, daß das Christenihum wohl für das Heidenthum eine Anziehungskraft haben mag, keineswegs aber für eine geoffenbarte Religion, für das Judenthvm. Die bizarre 10

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