Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 3 (1842)
- Issue
- Heft 9 (29.2.1842)
- Date
- 1842-02-28
- Page
- Seite 65 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Dritter Jahrgang. Bevichle, Studien und Kritiken Das Abonnement für lin Jahr ist 5 Thlr. Man abonnirt bel allen löbl. Postämtern und allen solid. Buch ha ndu ngen auf ein Jahr. für Mische Geschichte und Herausgegeben von Dr. Julius Fürst. Von dieser Zeitschrift erscheinen wöchentlich, das Literaturblatt mit- ZerechneLzwei Bogen, und zw-a^ an jedem Samstcrg regelmäßig. O» ' Leipzig, den 29. Februar 1842» Orient. (Smyrna. Schreiben des dortigen Comc e's in t• hi> de J‘Orient. Die Mildthatigkeit No th>schild s.) — D e u t sch l a n d. zV er l i n. Heaelö Ansicht, über Judeir und Judenthum. Wie ,die Juden es anzusehen haben. H arm b.rr r g. Verspäteter Bericht über die letzten Ereignisse daselbst. Jubiläum der Freischule und der Tempelstreit. Leipzig. GesehLMelt der Ehe zwischen Juden uno Ehn'ften.) — Licht- und Schattenbilder aus der jüd. Geschichte der Gegenwart. Die Hamburger Lempelfrage. Gutachten des Dr. ' Frankel wider das Hamburger Gebetbuch. — LB. d. Or - Orte n t* S ttt l) t lt a. Die Zeitschrift i’Ecko de 1’Orient enthalt folgendes Schreiben aus Smyrna, welches, mitgttheiltin den . Isr. (Jan. Heft), auch hier versetzt nid>t p^ne S5nCereffe:ijt, indem es das beste Aktenstück über die Folgen des großen Brandes daselbst ist. Dieses Schreiben lautet: „Smyrna, 3. Nov. 1841. Herr Redacteur! Wollen Sie uns gefälligst auf einen Augenblick die Spalten Ihres geschätzten Blattes öffnen, um da den Ausdruck der lebhaftesten Erkenntlichkeit niederzulegen, von welcher wir für die fortwährend gegen die armen Israeliten, die wir reprasentiren, geübten Wohl- -thaten, durchdrungen sind. Als Opfer des schrecklichen Brandes vom 29. Juli v. I. wurden wir wie alle unsere Glaubensgenossen zerstreuet, ohne Obdach, Preis gegeben dem schrecklichen Unglücke; ohne Zweifel hätten wir der Last des Unglücks erliegen müssen, wenn der milde Sinn unserer Mitbewohner nicht hochherzig uns eine Zuflucht und eine Stütze dargeboten. Unsere traurige Lage vor Augen habend, vereinigten sich Herr F. v. Cramer und noch einige andere ebenfalls mildgesinnte -Personen aus freiem Herzenstnebe zu einem Comite, um uns szu Hilfe zu kommen, und noch vor dem Ende jenes unglückseligen Tages .waren uns die Pforten des griechischen und europäischen Lazarets ge- . öffnet, so wie die türkischen Ca fernen und ihr Zubehör. Zwei Tausend unserer Glaubensgenossen wurden in diesen -Häusern ausgenommen. Vier Tausend aber blieben noch auf der Straße, und Viele haben den KranklMen erliegen müssen, welche sie da nur zu schnell befielen» Das Comitv, der Vervollständigung seines Werk-es entgegengehend, wollte seine Gunst auch auf diese ausdehnen und, alle Hindernisse überwindend, erlangte es von der Oclsbehörde, daß bie...@tab'tca(«.rte' t>orCdufCöt üori den Abgebrannten eingenommen werden möge. An diesen verschiedenen Plätzen wurde täglich Brodt an die Unglücklichen, unter Aufsicht des Hm. John Cohen, des Missionars der Gesellschaft. in London, verweilt, ohne Unterschied des Ritus oder der Religion. Wir können es uns auch nicht versagen, den unermüdlichen Eifer der ehrenwerthen katholischenOcdensgeistlichtn uaft der barmherzigen Schwestern zu rühmen; sie haben da bei allen Lagen .gezeigt,, daß sie des Namens werth sind, deis sie tragen. Unter uns und unter denjenigen, welche wie wir geduldet, giebt es nur einen Ausruf für sie, einen Ausruf der Erkenntlichkeit für die Wohlthaten aller Art., mit welchen sie fortfuhren uns zu überhäufen.; Kaum war dieses Unglück in Europa bekannt, so kam uns auch schon von Allen, deren Herz von Mitleid ergriffen war, Hilfe zugefandr. Unter unfern Glaubensgenossen hat uns der Herr Baron S. M. von Ro th schild aus Wien seine Theilnahme vOrzüglich zugewendet, indem er uns durch die 5zerren Jakob van Lennep & Comp, die Summe von 8009 Gulden zugeschickt, welche Summe in Verbindung mit andern Unterstützungen und der von Hm. I. Cohen an den verschiedenen Plätzen vertheilt wurden. 36,300 Para's wurden ungefähr an 4533 Arme gegeben^ und es blie- ' L) ■