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Der Orient · 1842-02-05 · 6 (5.2.1842) · p. Spalte 89-90

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Journal
Der Orient
Volume
1842
Issue
6 (5.2.1842)
Date
1842-02-05
Page
Spalte 89-90 (sequence 5)
Language
German
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89 Apologetik. Salvador,—- de Sacy. Bon M. Schwarzauer. Jüdische Merchumskunde. 9V „Ich füge hinzu, daß die hebräischen Ideen, so wie Herr Salvador mir sie aufzufaffen scheint,, für eine Religion sehr irdisch sind. Ich würde über diesen Gegenstand viel zu reden haben." „Mit wenigen Worten , ist meine Meinung, daß der Mensch sich über diese Welt erhaben fühlen und glauben und seinen Hebel in die Unendlichkeit setzen muß, wenn er den Math und die Kraft haben will, seinen Zustand auf dieser Erde zu verbessern. Jede Verbesserung, welche nicht eine Verachtung des vorübergehenden Genusses zum Grunde hat, ist nach meiner Meinung Abfall und Verderben re." der gesprochen werde n muß, mit folgenden Phrasen und -Redewendungen gespielt: „Ich will es dahin gestellt sein lassen, ob dieses natürlich aufzufassen oder nicht;" oder: „Rehmen wir es in seiner natürlichen Erscheinung rc." Die Motive dieser Homiletik sind zuweilen keine andern, als entweder Allen mundgerecht zu sein, oder die unverzeihliche Eitelkeit -- den Gelehrten in dem Geistlichen nicht aufzugeben. Denn wo sind die Vortheile in dem Negiren des biblischen Wunderglaubens? Nehmt diesen weg und ihr habt dem Kerne der Religion Saft und Kraft genommen. Wir lieben und schätzen die Kritik in jeder Wissenschaft, sie lichtet und leuchtet, bewahrt und verwahrt vor Uebergriffen, Vorurtheilen und Aberglauben. Der Jude soll und darf die wissenschaftliche Untersuchung nicht scheuen, ja sie ist gleichsam ein Element seines Glaubens; aber sie bleibe auf dem Katheder und komme nicht auf die Kanzel, in dem Studierzimmer der Gelehrten, wohin sie eigentlich gehört, aber nicht in die Synagoge. Die Kritik sei eine Leuchte, aber keine Fackel, den theuersten Besitz der Menschheit in Schutt und Asche zu legen. Pudor dimissus nunquam redit in gratiam. (P. Syr.) „Und dennoch, wie schon zu Anfang gesagt, liebe ich das Buch des Herrn Salvador; ich liebe es, weil Hr. S. kein Christ ist, der seine Mutter schlägt und zerreißt, sondern ein Jude, mit Recht stolz auf seinen Adel, den ältesten und glorreichsten der Welt, der seine Würde und die seiner Nation vertheidigt, und die Verheißungen der Propheten nur in Anspruch nimmt, um sie mit allen Menschen zu theilen und das ganze Geschlecht Adams deren theilhaftig zu machen. Ich liebe es auch wegen des Gegenstandes; Fragen dieser Art sind über die erbärmlichen Fragen so sehr erhaben, woraus wir unsere tägliche Nahrung machen; sie erwecken so viele ernste Ideen, so viele rührende Hoffnungen, so viele Sympathie bei dem edelsten Theite der Seele.— Weit entfernt zu glauben, daß das Buch des Hrn. S. ein gefährliches Buch sei, möchte ich um des Christenthums selber willen, lieber, daß wir Büchern dieser Art wieder Geschmack abgewönnen, ich mache mir nichts aus einem Glauben ohne Einsicht und ohne Ernst. Ein Punkt endlich ist, in welchem ich ganz mit Hrn. Salvador übereinstimme, und ich bin glücklich damit enden zu können, nämlich, daß das kleine jüdische Volk, wie man es im letzten Jahrhundert nannte, durch das Wunder seiner Bestimmung, durch den Einfluß, den es auf d ie Welt ausgeübt hat, durch den, der ihm noch vorbebalten zu sein scheint, das größte Volk, das edelste unter den Familien der Menschheit, der wahrhaft auserwählte Stamm Gottes ist." So weit Sylv. de Sacy. (Fortsetzung folgt.) Jüdische Alterthumskunde. Grabs chriften und Inschriften. (Schluß von Nr. 1.) Nun möge hier das versprochene Veczeichniß in chronologischer Ordnung folgen, aber was die Anmerkungen anlangt so finde ich es gerathener, dieselben zu unterlassen, da sie sonst so stark werden müßten, daß sie das Gebiet einer Anzeige überschreiten würden. Reihenfolge. Todesjahr. Todestag. Nummer im Buche. Namen und Stand der Verstorbenen. 1. 1240 21. Thebet. 27 Jehuda ben Mose trorü p, in einem Alter von 27 Jahren. ('2. 25. Thebet. 74 Abraham Ha-Nasi^) Jbn Alfachar. 3. 1240 1 * 3 4) lO.Tammus. 49 Mose ben Josef Jbn-Daud Cwi). 4. 1243 1. Kislew. 62 Jfaak ben Jehuda Jbn Alfandri 5. 1244 18. Nisan 4) 12 Meir ben Todros Ha-Lewi.5) 1) Diesen Grabstein fand der Sammler nicht mehr unverletzt, ec sagt selbst in einer Bemerkung nrpnt iIHNnp Zn Bezug auf die Iahrzahl steht NM, offenbar fehlen aber die kleinern Zahlen; ich habe deswegen die Zahlangabe ganz weggelassen. .2) Da Alfachar blos der Familienname ist, so scheint es, wie schon der Herausgeber richtig bemerkt hat, daß der Vatersname ganz weggelassen sei. 3) Also blos 5000; die kleinere Zahl scheint aber zu fehlen. 4) Dieses steht nicht klar und deutlich in der Grabschrift, aber der Herausgeber hat es schon in einer Anmerkung richtig bewiesen. ' 5) Ist der berühmte noS, der Vers, von rnirf? TO rHDD, und anderer Werke, wovon viele noch nicht gedruckt sind.

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