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Der Orient · 1842-01-29 · 5 (29.1.1842) · p. Spalte 79-80

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Journal
Der Orient
Volume
1842
Issue
5 (29.1.1842)
Date
1842-01-29
Page
Spalte 79-80 (sequence 8)
Language
German
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79 Lit. Anzeigen. Errichtung einer Pensionsanstalt in Sondershäusen. 80 gis, reine Wäsche u. s. w. zu geben, kurz für leibliches und geistiges Gedeihen eifrigst besorgt zu seyn. Kleider, Betten, Bücher u. dergl. müssen chie verehrten Eltern selbst verabreichen, die Herbeischaffung derselben läßt sich jedoch hier leichtlich ermitteln. Zu jeder ausführlicher« Mittheilung erkläre ich mich übrigens für jetzt und für die Folge gern bereit und werde überhaupt im Verein mit meinen geehrten, von gleichem Geiste beseelten Mitarbeitern Nichts verabsäumen, das mir geschenkte Zutrauen zu würdigen und jeden gerechten Wunsch der Eltern mit Freuden erfüllen. Ich werde meinen Zöglingen ein liebender Vater seyn. Ernst soll mit Milde geziemend wechseln. Erziehung für Religion und Wissenschaft ist das hohe Ziel, das mir, abgesehen von jedem materiellen Interesse, vor Augen schwebt. Mit Gott und für Gott will ich es zu erstreben suchen, dafür wirken und leben! An Euch, geliebte Eltern , fern und nah, ergeht nun mein Ruf, meine herzliche Bitte: kommt mir mit Eurem Vertrauen entgegen, unterstützt mein mit Begeisterung und Gewissenhaftigkeit begonnenes Werk; denn ohne den Beistand des Herrn und Euer vertrauungsvolles Entgegenkommen kann es nicht gedeihen, und seyd versichert, daß Ihr die Pfänder Eurer Liebe rein und unverdorben, gekräftigt am Leibe, veredelt im Herzen und erleuchtet im Geiste, gebildet für die Erde und für den Himmel, aus meinen Händen zurückerhalten werdet! Sondershausen im Januar 1842. Philipp Heidenheim, Prediger und Religionslehrer der hiesigen israelit. Gemeinde und ordtl. Lehrer an der Fürstl. Realschule, Ordinarius d. 2. Klasse.- Dem Herrn Heidenheim, welcher seit zwei Jahren als öffentlich angestellter Lehrer an der hiesigen Realschule fungirt, wird hierdurch bezeugt, daß er mit Nutzen und Segen, so wie zur Zufriedenheit seiner Vorgesetzten Behörde gewirkt, welche das Vertrauen zu ihm hegt, daß er auch künftighin seines Berufes treulich warten werde. Sondershäusen, 11. Dec. 1841. Fürstl. Schwarz-. Confistorium, 3. Abth. Dr. Schneemann. „Ew. re. find nach Ihrer Mittheilung gesonnen, eine größere Pensionsanstalt für israelitische Zöglinge anzulegen, und kann ich jenen Eltern, die ihre Kinder Ihnen anvertrauen, nur Glück zu einer solchen Wahl wünschen. Unsere Zeit geht leider! nur zu oft mit dem, was der Zeit und der Vergänglichkeit angehört, Hand in Hand, und die Aufmerksamkeit, die beim Iugendunterricht der Wissenschaft zugewendet wird, hat häufig als äußerstes Motiv den Broderwerb. Am schlimmsten muß es bei solcher Ansicht dem Religionsunterricht ergehen. Hier ist natürlich weder Statik, noch materielles Gewicht anzuwenden. Hier wird nicht die Aussicht auf eine gegen Außen ssch geltend machende Wissenschaft oder Kunst dargeboten; daher sie so häufig übersehen wird, daher so selten Eltern diese gehörig achten und Lehrer die Heiligkeit dieses Vortrages ganz würdigen. — Von Ihrem religiösen sittlichen Charakter kann mit Recht Vieles erwartet werden : Sie sind ganz durchdrungen von Ihrem Berufe und haben sich die Achtung Vieler, so wie die Ihrer Gemeinde in vollem Maaße erworben. Empfangen Sie hierbei auch meine volle Anerkennung, und, indem ich Ihrer Anstalt vieles Gedeihen wünsche, so glaube ich einen im Interesse des Allgemeinen geäußerten Wunsch hier auszusprechen und zugleich religiösen Eltern meine Ueberzeugung an den Tag zu legen, daß ihre Kinder bei Ihnen sowohl in religiöser, als auch wissenschaftlicher Beziehung vollkommen geborgen sind. Ich habe die Ehre mich mit Achtung zu zeichnen Dresden, d. 22. Dec. 1841, Ew. ergebener Dr. Frankel, Oberrabiner. Herr Ph. Heidenheim, Lehrer an der fürstl. Realschule und israelit. Prediger in Sondershäusen, errichtet so eben eine größere Pensionsanstalt, worin junge Leute die Ausbildung jeder Art erhalten können, um sich zu einem künftigen Berufe im bürgerlichen Leben tüchtig vorzubereiten. Da der Unterzeichnete den Herrn Heidenheim persönlich kennt und von seiner Einsicht, seinem pädagogischen Talent und seinem Eifer vollkommen überzeugt ist, so steht er keinen Augenblick an, diese treffliche Anstalt, welche noch dazu mit allen Mitteln versehen ist, um neben einer wissenschastl. Bildung auch eine jüdische darzubieten, namentlich religiösen Eltern recht angelegentlich zu empfehlen; denn wenn es auch Institute genug giebt, in denen man sich für di? Wissenschaft oder für den Handel recht tüchtig ausbilden kann, so giebt es doch nur wenige, wo neben diesem auch die religiös-jüdische Bildung so gefördert werden kann, wie es bei genannter Anstalt im besten Sinne' der Fall sein wird. Leipzig, den 2. Januar 1842. Dr. Julius Fürst, Docent der Universität zu Leipzig. Auf Verlangen bezeuge ich dem Herrn Ph. Heidenheim, Prediger der Israel. Gemeinde zu Sondershausen und öffenrl. Lehrer an der dortigen fürstl. Realschule, daß ich ihn seit Jahren sowohl als tüchtigen israelitischen Religionslehrer, als auch als fähigen und für seinen Beruf begeisterten und unermüdlich thätigen Pädagogen kenne, und daß seinem projectirten, in Verbindung mit rüstigen Männern auszuführenden Unternehmen, meiner Ansicht nach, volles Vertrauen zu schenken iü. Gewiß wird sein Eifer, die Jugend seiner Glaubensgenossen zum Besten zu leiten, und für Leben und Glauben mit Liebe zu erziehen, gute Früchte erzielen! Magdeburg, den 30. Dec. 1841. (L.S.) Dr. Ludwig Philippson, Geistlicher der isr. Gemeinde zu Magdeburg. [t ij Für die Herren Commiffionnre. Folgende drei Gegenstände meines eigenen Verlags bclieben die resp. Buchhandlungen auf deshalbigen Bestellzettel an mich durch Herrn C. L. Fritzsche in Leipzig gegen Baar zu beziehen, nämlich Dr. Heinemanns Religionsbuch Israels, 2 Hefte ord. 15Sgr. Dessen Hebe. Kalender auf S6QS. - 5 — Dessen Deutsch. Kalender für Juden - 4 — Berlin, den 15. Decbr. 1841. Dr. I. Heine mann. Verlag von C. L. Fritzsche. ___Druck vyn I. H> Nagel. Nebst einer literarischen Extrabeilage.

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