Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 3 (1842)
- Issue
- Heft 5 (29.1.1842)
- Date
- 1842-01-29
- Page
- Seite 33 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Jahrgang, Dritter tu Berichte, Studien und Kritiken Das Abonnement für ein Jahr ist 5 Lhlr. Man abonnirt bei allen löbl. Postämtern und allen solid. Buchhandlungen auf ein Jahr. für Mische Geschichte und Literatur. Herausgegeben von Vr Julius Fürst. Von dieser Zeitschrift erscheinen wöchentlich, das Literaturblatt mitgerechnet, zwei Bogen, und zwar an jedem Samstag regelmäßig. JW 5. Leipzig, den 29. Januar 1842 Orie nt. (London. Drei Ursachen des traurigen Zustandes der Juden im Orient. Erwerbung von Landbesitz.) — De utschlau d. (Leipzig Ansichten Göthe's üb. Juden. Halber stad t. Die ehemalige günstige Stellung der Juden, als es ein Königreich Westphalen gegeben. Die Gemeinden haben unter Preußen Rückschritte gemacht. Franks, a. M. Fortschritte in der Gemeinde. Das Ghetto verschwindet. Hannover. Verhandlungen der zweiten Kammer üb. jüd. Rechtsverhältnisse.) — Lichtu. Schattenbilder aus d. jüd. Gesch. d. Gegenwart. Die Judenewancipation in Holstein. Beurtheilung der Broschüre v. Christern. — Populäre Aufsätze und Bmrtheilungen. Ueber das Verhaltmß des. Lehrers u. der Schule nach d. rabb. Rechte u. d. Herkommen. — LB. d.Or. Seien t. London, Jan. Grundlagen eines Entwurfs zur Verbesserung der Lage der morgenländischen Juden. Aus Nr. 4 der Zeitschrift Kol Jacob . (Sonbott, 12. Nov. Die Drangsale, welchen die Juden im Morgenlande gegenwärtig unterliegen, können auf drei Ursachen zmückgeführt werden: 1) auf den blinden Haß und die unwissenden Vorurtheile einer, fanatischen Bevölkerung, 2) auf den Mangel eines angemessenen Schutzes, 3) aufdie verschiedenen Eigenheiten, die sie den übrigen Bewohnern entfremden. ' Zwar ist diesen Leiden durch die neuliche denkwürdige Mission nach dem Osten ein mächtiger Damm gesetzt worden; aber während die Symptome der Krankheit bekämpft wurden, blieb die Krankheit selbst, und so lange diese nicht gänzlich gehoben werden kann, ist noch keine Sicherheit da, daß die damastener Tragödie nicht wieder ins Leben treten könne. Die Wiedererstehung der Verlaumdungen einer dahin geschwundenen Zeit steht in Verbindung mit andern der jetzigen Zeit eigenthümlichen Umständen, und eine kurze Nachricht darüber mag wohl Beachtung verdienen. Es gilbt eine Partei in Syrien, die sich selbst die christliche nennt, jedoch von der großen Mehrheit ihrer Glaubensbrüder verabscheut wird. Dieselbe benutzt günstige Umstände, um die Sicherheit der Juden zu bedrohen, indem sie nach deren gänzlicher religiöser Vernichtung hinstrebt, und es ist zu fürchten, daß diese Partei auch deren. physische Zerstörung herbeiwünscht. Es giebt außerdem eine andere Partei, die vielleicht noch gefährlicher ist, weil sie ihren Zweck nicht durch gewaltsame Mittel zu erreichen sucht, sondern vielmehr mit der Gesetzlichkeit ihrer Absichten prunkt, und so mit gutgemeinter aber schlechtgeleiteter Selbstgefälligkeit einen verborgenen Einfluß, wirken laßt; ihr Zweck ist die Bekehrung der Juden zum Christenthum. Gewiß, geistige Verfolgungen sind nicht weniger gehäßig als körperliche. Ein anderes Uebel besteht in dem dürftigen Zustande einer zahlreichen jüdischen Bevölkerung, die bisher behindert waren, sich einer rechtlichen Beschäftigung zu widmen, und die kaum andere Mittel zum Unterhalt besitzen, als die Almosen ihrer Brüder im Abendlande, und selbst diese Hilfsquelle ist täglich im Abnehmen. Wir haben gesagt, daß durch Hebung der Krankheit allein deren Symptome zerstört werden können. Um . dies zu bewirken, sollten zuvörderst Anstrengungen gemacht werden, den Juden im Orient vollen Schutz zu sichern, so daß sie der That wie dem Namen nach die Wohlthaten genießen können, die ihnen neuerdings gewahrt worden. Zunächst sollten unter ihnen Anstalten gestiftet werden zur Verbreitung der Erziehung und zur Beförderung der Industrie, und ihnen ein Feld zur Pflegung des Ackerbaues und anderer nützlicher Gewerbe eröffnet werden. Die Zerstreuung der Syrischen Juden unter der christlichen und muhammedamschen Bevölkerung, macht die Verwirklichung dieser Plane wenn nicht 5