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Der Orient · 1842-01-22 · Heft 4 (22.1.1842) · p. Seite 32

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Journal
Der Orient
Volume
3 (1842)
Issue
Heft 4 (22.1.1842)
Date
1842-01-22
Page
Seite 32 (sequence 15)
Language
German
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32 §. 3. Des Lehrers Besoldung. Die höheren Schulen, welche in Babylon und Palästina geblühet hatten, hörten durch den Druck der Juden von Außen und durch die immer größere Zerstreuung derselben auf, und im Occident, wie z. B. in Spanien, freute man sich außerordentlich, als das Ungefähr aus Babylon den Talmudlehrer Moses nach Cordova brachte (993), der da sehr gut ausgenommen wurde, weil es schon längst für die spanischen Jünglinge beschwerlich war, erst im Orient im Talmud, als in einem inhärirenden Theile der Religionslchre auf dortigen Schulen oder von einzelnen Lehrern sich unterrichten zu lassen. Ein großes Honorar oder eine neue Nahrungsquelle konnte aber nirgends junge Leute gerade verleiten, zu Volkslehrern oder gar zu Jugendlehrern sich auszubilden, denn die Belohnung für einen Richterspruch war schon zur Zeit der Mischna illegal *'), und dazu war vorzüglich der Volkslehrer berufen, und selbst den Jugendlehrer mußte ein glücklicher Zufall an einen Ort führen, wo man solche Leute für ihre Mühe und Anstrengung bezahlte. Denn nur, wo früherer Gebrauch es erlaubte, durfte der Jugendlehrer für Honorar '.Thora unterrichten, nicht aber gar Mischna und Gemara für ein solches; bis endlich die Zeit es erzwang, dem Lehrstand wenigstens einen Unterhalt zu verschaffen, der gewiß bei so gestalteten Umständen kärglich genug war.38) Es herrschte vorzüglich die Meinung unter den Israeliten, Jugendlehrer und Schreiber der Gesetzrollen u. s. w. dürfen nicht reich werden, sie könnten sonst dies ärmliche und doch so mühevolle Geschäft gänzlich liegen lassen und ein anderes ergreifen, wodurch aber der Verbreitung der Lehre Schaden erwachsen würde. — Eine für unsere Zeit gewiß falsche Spekulation, — die aber für -die Praxis leider! in einigen Gemeinden noch jetzt deswegen den großen Nachtheil hat, daß die Jugendlehrer noch sehr oft unter den Beamten der Gemeinde am schlechtesten besoldet werden. — Das Alterthum ließ die Forderung: „Ich habe Zeit, Mühe und Vermögen meinen Studien geopfert und darf Ersatz erwarten!" gar nicht zu, denn es heißt ausdrücklich: ' „Es sage Niemand: Wie ich nur für Lohn unterrichtet wurde, so fordere ich desgleichen für meinen Unterricht! sondern er unterrichte umsonst. 39) — Nur die Zeit also konnte dies Gesetz ausheben. (Fortsetzung folgt.) Personalchronik und Miseellen. Die Schriften des Dr. Zunz. In Gekger's wissenschaftlicher Zeitschrift für jüdische Theologie: Band I V. Seite 391—94, und vermehrt und berichtigt im Literaturblatte des Orients vom Jahre 1840 Seite 221 und 22, werden die schriftstellerischen Arbeiten des Dr. Leop. Zunz (geboren Detmold, am 10. August 1794) mitgetheilt; jedoch nachstehende Arbeiten, welche schon Hitzig in wirrem „Gelehrten Berlin" im Jahre 1825 Seite 311 verzeichnet, sind außer Acht gelassen, weßhalb ich sie hiemit nachtrage. 1. (Anonym) Sendschreiben des 37) Cf. Tr. Bechorot p. 29, a. 38) lbid. Tosaphot. Jore Deah Cap. 246, §. 5, 39) ib. ib. ib. „Vereins für Kultur und Wissenschaft der Juden" an die Mitglieder der jüdischen Gemeinde zu Berlin. (Behufs der Errichtung einer Gemeinde-Schule), befindlich in Bendavids 14ter Nachricht von der jüdischen Freischule. Berlin 1823. März S. 19—24. 2. Predigt über Religiosität ( in Jedidja Band. 2 S. 17—25.) 3. (Anonym) Vorwort zu Wrakenridge's Rede für die Rechte der Juden. Berlin 1820. 8. 4. (Anonym) Erinnerungslied nach der Melodie ldes preußischen Volksgesanges (zweimal abgedruckt von dem Verein der vormaligen Studiosi zu Frankfurt a. d. O.) Berlin 1819 und 1820. Von mehreren Beiträgen zu deutschen Zeitschriften, mit und ohne Namen des Verf, werden nur folgende erwähnt: 5. Ueber Maffora, Talmud, Cabbala, Grammatik in historischer Wirksamkeit (Jedidja Band 1. S. 265—268.) 6. Perlenschnur (in Dr. Heinemann's Almanach für die israelitische Jugend. Jahrgang 1. S. 196—206.) 7. Die Sprache der Thiere (ebend. Jahrgang 3. S. 56-67.) 8. Sechs Fabeln nach dem Hebräischen (in Gubitz Gesellschafter. Jahrgang 1819. Nro. 177. 180. 187.) 9. Vorlesung über das Büchermachen (Gesellschafter 1817. Nr. 123—25.) 10. Das Gastmahl der Ehe frei nach Fischart (ebend. 1819. Nr. 94-98.) 11. Lyrische Nebenschriften (ebend. Nr. 80.) 12. Der Ruhm des Goldes (in der Leuchte, Berlin 1tz18. Nr. 3-6.) 13. Acht mathematische Aufgaben (im deutschen Jugendfreund. Berlin 1818. Nr. ,8—46.) Es kommen nunmehr noch hinzu: 14. Die trefflichen Beiträge zu Ashers The Itineraiy of R. Binjamiu of Tudela. 15. Vortrag bei der Feier der Huldigung Sr. Maj. des Königs Friedrich Wilhelm IV. gehalten am Hüttenfeste des Jahres 1840 in der Gemeinde-Synagoge zu Berlin. 16. Predigt bei der Eröffnung des Seminars. 17. Ueber die Damaskusgeschichte in der L. A. Z. Außer diesen Arbeiten hat Hr. Dr. Z. einen sehr thatigen Antheil an der Jenaer Literatur-Zeitung, wo vielerlei Kritiken und Reeensionen von ihm zu finden sind. Professor Krug. Den 12. dieses starb zu Leipzig der berühmte Pros, und Dr. Krug in dem 72sten Jahre feines thätigen den Interessen der Menschheit gewidmeten Lebens. Die Juden in ihrem Kampfe für die Emancipakion haben ihm zu viel zu verdanken, als daß dessen Tod nicht von unfern Glaubensgenossen eine Thräne des Beileids geschenkt werden sollte. Mittherlungen aus den Archiv. Israelites. Nach einer Mitteilung des Ministers des öffentlichen Unterrichts gibt es in Frankreich blos 31 jüdische Schulen, aber 2,059, wo Kinder aller Confessionen "die Schule besuchen. — JnBayonne wurde so eben die Synagoge ein Raub der Flammen; so viel man erfahren, ging kein Menschenleben dabei verloren. — Auch erscheint ein neues politisches Journal in Colmar, unter dem Titel Courier du Haut-Rhin. In dem Prospekte macht der Redacteur bekannt, daß er den Juden eine große Aufmerksamkeit schenken wird.— Verlag von C. L. Fritzsche. Druck von J.'H. Nagel.

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