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Der Orient · 1842-01-15 · Heft 3 (15.1.1842) · p. Seite 17

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Journal
Der Orient
Volume
3 (1842)
Issue
Heft 3 (15.1.1842)
Date
1842-01-15
Page
Seite 17 (sequence 1)
Language
German
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Jahrgang’. Dritter Berichte, Studien und Kritiken für Msche Geschichte und fitcratur. Man abonnlrt bei allen löbl. Postämtern und Heraus gegeben allen solid. jBuchhand- Lungen auf ein Jahr. VON Dr. Julius Fürst. Von dieser Zeitschrift erscheinen wöchentlich, das LiteraturblatL mitgerechnet, zwei Bogen, und -zwar an jedem Samstag regelmäßig. M » Oxient. Palästina. (Antwort des Sir Moses Monte fröre auf eine Adresse in Bezug auf Colonisation Palastma's.) _ DeuLschland. iB erl i n. Verschiedene einzelne Mittheilungen. Arnsberg, über Besugniß des Rabbiners. Berlin, die Vorlesungen des Dr. Zunz über jüdische Literatur. Hamburg. Die aus Talmud-Tora hervorgegangenen Lehrer. Stuttgart, Amts-Instruktion.) — Populäre Aufsätze und B e urt h er l ung en. Ueber das Verhältniß des Lehrers und der Schule nach dem rabbinischen Rechte und dem Herkommen. — LB. d. Or. Leipzig, den 15. Januar 1842. Orient. Palästina. In der jetzigen Seit, in der nicht bloß das in aller Welt zerstreuece Israel, sondern auch die christlichen Völker des Abendlandes nach dem Wundeclande Palästina ihre Blicke richten, ist es wahrhaft belehrend und tröstend, die Stimme unseres Sir Moses Montefiore, der schon zweimal das heilige Land durchgewandect, zu vernehmen. Seit zwei Jahren hat der großartige Gedanke einer jüdischen Colonisation Palästina's, unter europäischem Schutze, die Gemüthec Vieler ergriffen, auf dm verschiedensten Wegen wird noch immer dahin gearbeitet, und gewiß ist es unsem Lesern, welche das Meiste in Bezug auf diesen Gedanken erfahren haben, angenehm, die Meinung des edlen Montefiore darüber zu erfahren. Der Bezirksrabbiner Grünwaldin Lehrensteinsfeld (im Würtembergischen) richtete nämlich eine kleine Adresse, in Bezug auf den Gedanken einer jüdischen Colonisation Palästina's, an Sir Moses Montefiore, worin die natürliche Auslegung unserer Verheißungen in Bezug auf Erlösung, die richtige Auffassung unserer Hoffnungen, mit klaren und lebendigen Worten geschildert wurden. Diesen Gedanken, den er in einer trefflichen am Trost-Sabbat gehaltenen, später gedruckten Predigt, sehr gut entwickelt, denselben hat er in der Adresse, so klein sie auch ausgefallen, mit noch größerer Schärfe dargestellt. Diese Adresse beantwortete nun Sie Moses mit folgenden Worten, die ich hier in einer Uebersetzung wiedergebe: „Der Inhalt Ihrer Adresse so wie der Inhalt der mir gewidmeten und mich ehrenden Predigt zum Trost-Sabbat hat mich so herzinniglich erfreuet, daß ich sehnlichst wünsche, daß alle Söhne meines Volkes wie Sie über Erlösung denken möchtenz unsere Lage in Europa, vorzüglich aber die Lage unserer Brüder in dem heiligen Lande unserer Väter, das unser unveräußerliches Eigenthum ist und bleibt, wäre dann lichtvoller und erfreulicher. Ohne Stolz darf' ich es sagen, ich bin der Mann, der das heilige Land unserer Vater oft und öfter gesehen, ich wandelte in demselben oft nach seiner Lange und Breite einher, und ich glaube, daß mir Nichts in Bezug auf dasselbe entgangen sei. Ich darf es bezeugen, daß es noch nicht aufgehöct hat, ein Land der Herrlichkeit (v^ Dan. 8, 9) zu sein, ein Land, das so zu sagen, von Milch und Honig überströmt. Auch seine, wenn gleich nur geringen jüdischen Einwohner, ssind, obgleich gering an Zahl, nicht so verzagten Herzens und von so geringer Bildung und Gesittung, wie wir zu glauben geneigt sind, aber von dessen Gegentheil ich mich nur zu gut überzeugt habe. Wahrlich, wahrlich ich kann es bezeugen, daß ein muthigec Sinn ihre Herzen durchstromt, und zöge man eine Parallele zwischen ihrer Gesittung und Bildung und der Bildung der übrigen hier hausenden Volksstämme, so müßten selbst unsere Feinde ihnen den Vorrang lassen. Eine edele, bürgerliche Gesinnung belebt alle jüdischen Gemeinden Palästina's; viele bauen den vaterländischen Acker, Viele sind treffliche Künstler und Handwerker, 3

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