Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 3 (1842)
- Issue
- Heft 2 (8.1.1842)
- Date
- 1842-01-08
- Page
- Seite 9 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Dritter Jahrgang. Berichte, Studien und Kritiken für Mische Geschichte und Literat«x, Man abonnirt berjaUen . . röbl. Postämtern und Herausgegeben allen solid. Buchhand- . lungen auf ein Jahr. von - Nr. Julius Fürst. Von dieser Zeitschrift erscheinen wöchentlich, das Literaturblatt mitgerechnet, zwei Wogen, und zwar an jedem Samstag regelmäßig. J^O A. ' Leipzig, den 8. Januar R842» ' Orient. Aus Jerusalem. (Die erste hebräische Buchdruckerei daselbst.) — Frankreich (Straßburg, die, Gesellschaft zur Aufmunterung). — Deutschland. (Wien. Eine declamatorisch-musikalische Akademie. Berlin. Zählungen der Einwohner des preußischen Staates. Berlin, die Gesellschaft der Freunde. Aus O b erschlesie n. Adresse der jüd. Deputation. Stuttgart, Amts-Instruktion für Vorsänger.) -— Licht- und Schattenbilder aus der jüdischen Geschichte der Gegenwart. Die Judenemancipation in Hollstem. — LB. d. Or. O r i e nt Aus Je?u^crlem. Der bekannte m diesem Blatte schon oft erwähnte Joseph Schwarz aus Hürden (in Baiem), der an seinen Bruder, dm Rabbiner H. Schwarz m Hürden schon sehr oft interessante Mittheilungen gemacht, geht so eben damit um, ein höchst interessantes Werk zu veröffentlichen. Dieses Werk soll in drei Theile zerfallen, die zwei ersten führen die Namen 'nm und rnin ^-nn und sind in hebräischer ' Sprache verabfaßt; der dritte Theil enthalt Abhandlungen in deutscher Sprache über Verhältnisse und Zustände des Orients in physischer, politischer und historischer Beziehung. Dieses Werk wird in Jerusalem gedruckt werden, und zwar in der s o eb e n dort neu erricht eten hebr. Buchdruckerei, was so viel wir wissen, in Jerusalem noch nicht war. In jeder Beziehung sehen wir jetzt das geistige Leben unserer Brüder in dem heiligen Lande unserer Ahnen erwachen; nichts von jenem ausgestreueten Saamen einer Restauration des jüdischen Volkes scheint verloren gegangen zu sein, wir sehen täglich Keime dieses Gedankens emporschießen. Frankreich. SLvasbUVg 1841. (Fortsetzung.) Die Dazwischenkunft des Rabbinen ist nützlich, wie diejenige eines verehrungswürdigen Mannes , eines euer Vertrauen besitzenden kenntnißvollen Freundes, welcher den Patienten die Tröstung für die Zukunft bringt, welcher nicht einen eifersüchtigen, starken, zürnenden, mächtigen Gott, strafend eingebildete Sünden, sondern einen nachsichtigen, väterlichen Richter lehrt; welcher nicht Strafen, Büßungen und unverstandene Gebete vorschreibt, aber gänzliche und vollständige Wiedergutmachung des euren Nächsten gethanen Unrechts unerbittlich fordert. Dies müßte das Ziel des Handelns des Rabbinen sein, es würde dann eben so heilsam und fruchtbar sein, als das Verfahren der Chebroth grausam und moralisch schädlich ist. Kehren wir zu unfern Circularen zurück! „Keine große Stadt des Erdballs, in welcher Israeliten wohnen, entbehrt eine so nützliche und heilige Anstalt. Alle bieten ihren armen und kranken Brüdern ein Asyl dar, wo sie in Ruhe ihre Kräfte wiedergewinnen, oder dem Tode in dem Glauben ihrer Väter entgegen sehen können, die Hauptstadt Frankreichs kann nicht allein eine Ausnahme von einer Regel machen, welche von .unfern Brüdern in allen Zeiten, selbst in den drangsalvollsten, welche unsre Geschichte kennt, befolgt wurde." Dieser Vergleich ist falsch. Man findet in den großen Städten des Erdballs z.B. in Frankfurt, Wien, Hamburg, London rc. allerdings solche fromme Anstalten., diese fallen aber dem Publikum nicht zur Last. Sie. werden dort von den Rorhschilden unterhalten. Möge Romilly dasselbe rn Paris thun, niemand wird ihn davon abhalten, im Gegentheil, man wird ihn segnen. Aber weit entfernt: in der Hauptstadt Frankreichs soll nur der Mittelstand alle Lasten tragen, dies ist. wohl zu unterscheiden. Ferner bedenke man: in. den drangsalvollen Perioden unserer Geschichte waren wir alle, und in den größern Städten aller andern Ländern sind unsre Brüder noch unglückliche nur geduldete Juden, ausgeschlossen von dem Schutze der Gesetze, da ist es nöthig, an unfern Satzungen ftstzuhalten. Wie anders befinden wir uns in Frankreichs Hauptstadt, als Frankreichs Bürger tragen wir zu den Abgaben des Landes in gleicher Weise wie unsre Mitbürger bei und genießen eben so wie sie den Schutz der Gesetze, zu welchem Zweck sollen wir uns selbst Lasten aufbürden. Diese Gleichstellung mit Außen, diese uns von den Fremden eingeflößten Theorien müßten von uns zurückgewiesen werden. Lernen wir doch endlich unsere nationale - v :; 2 "