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Der Orient · 1840-01-01 · Editorial · page 3

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Orient
Volume
1 (1840)
Issue
Editorial
Date
1840-01-01
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Vorwort. . Seit dem ersten Januar gebe ich unter dem Titel „Orient" ein zwei Bogen starkes Wochenblatt heraus, welches dem Fortschreiten des jüdischen Geistes in Geschichte und Literatur gewidmet ist; auf den Wunsch vieler achtbarer Männer an deutschen Hochschulen, die, durch anderweitigen Beruf von dem wöchentlichen Lesen abgezogen, lieber eine massenhafte Ueberschau wünschen, laßt der Verleger dieses Blatt auch als Vierteljahrsschrift erscheinen. Ohne Prospectus, ohne Prahlereien und überschwengliche Versprechungen ist der Orient in die Welt getreten; denn ich bin fest überzeugt, daß Versprechungen allein noch kein Blatt gut machen, und daß ein gebildetes Publikum nicht so leichtgläubig ist, maaßlosen Versprechungen Glauben zu schenken. Möge der Gebildete und befähigte Leser das ihm vorliegende Quartal gleichsam als Programm ansehen, um danach ungefähr meine Bestrebungen zu messen; aber dann möge er auch meine Versicherung hinnehmen, daß ich mit jedem Tage meine Bemühungen steigern werde, um das Auserlesenste auf dem Gebiete der jüdischen und der damit verwandten orientalischen Geschichte und Literatur und das Gründlichste auf dem Felde der jüdischen Wissenschaft mitzutheilen. Ohne Gönner und Freunde, mit Rivalitäten und Jndifferentismus kämpfend, hat der Orient seine Laufbahn begonnen, möge mein unermüdliches Streben, den ganzen Umfang des Fortschrittes des jüdischen Geistes allseitig darzustellen, mir Gönner und Freunde gewinnen und die indifferenten Gemüther für mich erwärmen. Wissenschaftlichkeit und Wahrheit soll die eigenthümliche Farbe dieses Blattes fein, unabhängig von kleinlichen Rücksichten und unbekümmert um Partheiinteressen, das Bitterste sagend, wenn es wahr und der reellen Bildung fördernd ist. Ich werde mich bestreben, die Kritiken durch ein Verarbeiten des Buches zu einer positiven zu erheben, denn ich weiß, daß die bloße Anzeige, daß die Bücher bei mir angekommen, den wissenschaftlichen Entwickelungsgang nicht fördert, und ein Monopol in der Beurtheilung unserer Bildung nicht zusagt. Ich werde mich bestreben, die Urtheilslosigkeit und die Flachheit in. den Correspondenzen zu verbannen und nur den

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