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Jeschurun · 1918-10-01 · Heft 10 (Oktober 1918) · page 5

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
5 (1918)
Issue
Heft 10 (Oktober 1918)
Date
1918-10-01
Page
– (sequence 5)
Language
German
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549 9 Nachbemerkungen zu ״Gottes Volk“. erhaltenden und zugleich bauenden Kräfte, die sich in den über dem Gesetzesleben entstandenen Sonderlebensformen der Ostjuden bergen, noch nicht schätzen gelernt, daß er sich noch nicht von den abgeschmackten Vorurteilen des aufgeklärten Gassengeistes frei gemacht hat. Wer wieder meine auf das Wirtschaftsleben bezüglichen Forderungen ach so naiv findet, wer ihnen gegenüber die überlegene Miene des Beschlagenen aufsetzt, dem versichere ich, daß ich mich in der modernen sozialökonomischen Theorienküche mindestens ebenso umgetan habe, wie er, bloß daß ich ihren Anspruch auf ausschließliche und unfehlbare Herstellung von Geschichte bestreite. Dem rate ich auch, meine Forderungen, denen übrigens die Detailpläne noch folgen werden, denn doch etwas genauer daraufhin zu prüfen, ob sie nicht Stichworte zu ineinandergreifenden Tätigkeiten sind, von denen man, bei gründlicher und umfassender Änderung des ganzen (ost)jüdischen Wirtschaftsbildes, eine Festigung und Sicherung der Jüdischkeit erwarten kann. Wer sich schließlich ein billiges Argument gegen mich damit leistet, daß er, die heutigen Verhältnisse zugrunde legend, auf irgendwelche meiner Forderungen, etwa auf das Verbot des Wohnens in Großstädten, als unerfüllbar hinweist, — den mache ich darauf aufmerksam, was aus dem Zusammenhange der einschlägigen Stellen ganz deutlich hervorgeht, daß ich selbst diese und manch7 andere meiner Forderungen nur dann für erfüllbar halte, wenn sie sich aus einem Milieu heraus verwirklichen, das von den fortschreitenden und in einander greifenden Verwirklichungen aller Forderungen schrittweise gebildet wird. * * * Sicherlich weiß jeder Strenggläubige, daß Gott sein Volk verpflichtet bat, ihm ein Volk von Heiligen zu sein — es steht ja schwarz auf weiß im Buche der Bibel geschrieben. Aber keiner macht sich Skrupel darüber, daß dieses Gebot wie kein anderes unerfüllt blieb bis auf den heutigen Tag, keiner betrübt sich darüber, keiner gibt dem Gedanken Kaum, daß es doch anders sein müßte und auch könnte. Ich aber

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