Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 5 (1918)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1918)
- Date
- 1918-10-01
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Nachbemerkungen zu ״Gottes Volk“. 547 auflauern und daß es auch ta4 sächlich immer und immer wieder Schwache gibt, die den Versuchungen nicht zu widerstehen vermögen. Aber bisher ist auch jeder mit seiner Versucbung so ziemlich allein gelassen worden. Die Gemeinschaft leistete niemandem bewußte Hilfe, half niemandem hei seinem Widerstand. Höchstens hat sie sich dort,, wo es sich, wie im Falle der deutschen Juden, um kleine Gruppen und durchsichtige Verhältnisse handelt, angesichts schon weit fortgeschrittener Zerstörung mit dem notwendigen Flickwerk begnügt und begnügen müssen (ein Beispiel: die “־״שומרי שבת Aktion); dort aber wo, wie hei der Ostjudenheit, komplizierte und *MassenVerhältnisse vorliegen und der drohenden Welt und Zeit noch ein ganzes Volk abzuringen ist, stillschweigend die Losung der passiven Resistenz ausgegeben. Überall hat sie die Versuchungen einfach wild!wachsen lassen. Nirgends hat sie sich aufgerafft, um Weit und Zeit zu Dienern des Gottesgebotes zu machen. Gerade das jedoch ist es, wozu ich sie jetzt aus ihrer Untätigkeit und Bequemlichkeit aufrufe. Zäune (סיגים) für die Gesamtheit verlange ich, auf daß sie mit allen ihren Einzelnen nicht durch tausend vermeidbare Versuchungen schreiten müsse, — Zäune durch Unterlassung und durch Tat. ״Und wenn es schließlich wahr ist“ — sage ich in ״Gottes Volk“, Seite 36, oben, — ״daß die gläubige Juden• heit trotz ihrer Treue es verabsäumte, für die Gemeinschaft des Volkes Wehrnormen einzuführen, die geeignet sind, die Widerstandskraft gegen die Versuchungen der Welt und der Zeit zu stärken, dann muß sie diese Wehren jetzt errichten, dann muß sie, Gottes tiefsten Willen erfüllend, alles, was sie in ihrer Jüdischkeit und Heiligungslähigkeit schrieben kann, als religionsgesetzlich verboten, und alles, was sie darin zu stärken vermag, als religionsgesetzlich befohlen erklären. Dann muß sie alles Aufgeben jüdischer Lebensübung und alles Beharren in Zuständen, die dem Abfall und der Verheidung Vorschub leisten, zur Sünde stempeln und alle Tat, die die Versuchung von Israel fernhält, zur gebotenen Glaubenstat erheben. Sünde muß ihr die Großstadt werden, die ergiebigste Quelle der Ver-