Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 5 (1918)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1918)
- Date
- 1918-10-01
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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546 Nachbemerkungen zu ״Gottes Volk“. angewiesen sind. Ihr Ohr wollte ich vielmehr gerade für das haben, was ihnen unter dem Gewichte der Sensation zur Nebensaehe zus^mmenschrumpfte. Angesichts dieses Widerspruches zwischen der Wirkung meiner Schrift und den Absichten, die mich leiteten, als ich sie herausgab. halte ich es für meine Pflicht, wenigstens in aller Kürze nochmals hervorzuheben, für welche Punkte ich das Interesse der Strenggläubigen vorzugsweise wecken wollte, und, sofern diese Punkte doch Stellungnahmen hervorriefen, den geäußerten Ein wanden und Bedenken mit manchen Auf־ klärungen und Hinzufügungen entgegenzutreten 1). Nur möchte ich noch zuvor eine Feststellung allgemeiner Natur machen, die durch u. a. auch laut gewordene Andeutungen, als ob ich im Grunde nichts sage, was die Strenggläubigen nieht schon lange wüßten, ausgelöst ist: daß diese Andeutungen insofern berechtigt sind, als es mir selbstverständlich niemals eingefallen ist, vom geschriebenen und überlieferten Gesetze auch nur um Haaresbreite abweichen zu wollen, aber insofern unberechtigt, als ich reale Verantwortungen der Gesamtheit verlange, wo bisher alle Verantwortung dem Individuum überlassen wurde, als ich vieles als Tat mahne, was man sonst nur als Lehre weiß, und als ich Wege zur Tat zeige, die bisher nicht gezeigt wurden. * * * Zweifelsohne kennt jeder Strenggläubige seine Pflicht, alle jene unser Leben regelnden Gebote, mit denen uns Gott begnadet hat, zu erfüllen, und gibt sich auch alle Mühe, dieser Pflicht nachzukommen. Und es ist' wohl auch keinem von ihnen verborgen geblieben, daß die Dinge um uns herum eine ganze Menge Gefahren in sich bergen, die der Pflichterfüllung *) Ich bedaure, hier nicht alle, namentlich auf das Praktische bezüglichen, Einzelheiten, die in meinen weiteren, bevorstehenden Veröffentlichungen enthalten sein werden, bringen zu können. Ich hätte es um so lieber getan, als diese Veröffentlichungen mit Rücksicht auf die Ostjudenheit, die ich in erster Linie im Auge habe, zunächst wohl nur solche in hebräischer und in jüdischer Sprache sein werden.