Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 82 (1918)
- Issue
- Heft 22 (31.5.1918)
- Date
- 1918-05-31
- Page
- Seite 4 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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4 errichtet worden, während für Perlene rbeiten 2 in Vorbereitung stehen. Erwähnen müssen wir noch, daß wir schon im Dezember 1915 der Vorschuhkaffe der I. C. A. in Przemysl 5000 Kronen als Einlage mit der Bestimmung überwiesen haben, sie zu Darlehen an Gewerbetreibende behufs Ankaufes von Werkzeugen und Maschinen zu verwenden. Die ständigen Einnahmen des Vereines haben sich während dpr Kriegszeit verringert, indem ganze Ortsgrupppen mit Rücksicht auf eine anderlneitige Inanspruchnahme ihrer Mitglieder und innerhalb anderer Ortsgruppen einzelne Mitglieder, zumeist weil sie Kriegsdienste leisten, ihre Beiträge nicht abstatten. Dagegen steigen die Auslagen (die Bezüge des Bureaupersonals und der Lehrkräfte, dann die sachlichen Auslagen) infolge der Teuerung. Wir wollen derzeit eine Erhöhung des Mitgliedsbeitrages nicht beantragen, bitten jedoch unsere P. T. Mitglieder und Gönner, -die dazu in der Lage sind, uns ihre Jahresbeiträge in einem den Verhältnissen entsprechenden größeren Ausmaße gütigst zukommen laffen zu wollen. In der am 6. Mar b. I. stattgefundenen Vereinsleitungssitzung wurde die statutengemäß -aus 42 Mtgliedern bestehende, jedoch durch verschiedene Abgänge nicht mehr vollzählige Vereinsleitung durch nachbenannte Herren ergänzt: Dr. Emil Adler, 1. Sekretär der israelitischen Kultusgemeinde, Wien, kais. Rat Moritz Ballek, Fabrikant. Wien, Leopold Blum, Fabrikant, Wien, Leo Brill, Fabrikant, Wien, Sam. Gold mann, Kaufmann, Wien, Dr. Emil K r a ß n y, Hof- und Gerichtsadvokat, Wien, Dr. Emil Parnaß, Advokat, Lemberg, und Robert Stricker, Staatsbahnrat. Wien. Bei der darauffolgenden Konstituierung der Vereinsleitung wurden gewählt die Herren Leopold L o u r i e zum Präsidenten, Moriz Sonnenschein zum 1. Präsident-Stellvertreter, Josef Mandl zum 2. Präsident-Stellvertreter, Hugo Tuge n d h a t zum Schriftführer, Dr. Edmund Kornfeld zum Schriftführer-Stellvertreter, Direktor Wilhelm Kux zum Zahlmeister., Karl Klemperer zum Zahlmeister- Stellvertreter. Der engere Ausschuß wurde durch die Neuwahl der Herren kais. Rat Moriz Ballek, Leopold B l n m und Dr. Emil Kraßny ergänzt. Von Aah und Lern. .= Die Handelsrichter Albert K i r ch st e i n (Berlin) und Bernhard K a ß (Berlin) sind zu Königlichen Kommerzienräten ernannt worden. — Der Berliner Handelsrichter Emil S t e r n b e r g in Firma Enul Sternberg u. Co., der Inhaber der Konfektionsfirma Gebr. Casper, Hermann Casper, und Alexander W e i n b a u m, Chorleiter der Synagoge Lützowstraße, erhielten das Verdienstkreuz für Kriegshilfe. — Der Begründer und Seniorchef der Firma Gustav und Heinrich Jacoby, der Berliner Handelsrichter Gustav I a c o b h, ist im 76. Lebensjahre gestorben. — Am 18. d. M. verschied Herr Louis I s a a c, der nahezu zwei Jahrzehnte der Kommission zur Unterstützung hilfsbedürftiger durchreisender Juden als Mitglied angehörte und auch sonst im Dienste der Allgemeinheit segensreich wirkte. — Am 21. d. M. ist der Berliner Justizrat Georg Pincus gestorben und am 24. auf dem Friedhof in Weißensee beigesetzt worden. — Die Rote-Kreuz-Medaille dritter Klaffe erhielten: Praktischer Arzt Dr. Wolfs Berlowitz in Czarnikau, Helferin vom Roten Kreuz Frieda L e l e w e r, Tochter des Generalagenten Herrn Moritz Lelewer in Posen, und Frau Kaufmann Milka Weiß geb. Cohn- Koninski in Ostrowo. — Aus Grätz wird uns geschrieben: Der langjährige Kreisarzt des diesseitigen Kreises Geheimer Medizinalrat Dr. Rubensohn beginge am 18. d. M. sein fünfzigjähriges Arztjubiläum. Herr Dr. Rubensohn wird hier als Arzt und Mensch gleich geachtet und geschätzt. Dem Jubilar gingen von amtlicher und privater Seite vielfache Glückwünsche zu. — Aus Bromberg wird uns mitgeteilt: Dem Geheimen Kommerzienrat Stadtrat Aronsohn, Präsident der Bromberger Handelskammer und Mitglied des Preußischen Llbgeordnetenhauses, wurde das Eiserne Kreuz am weißschwarzen Bande verliehen. — Bei den schweren Kämpfen im Westen fiel an der Spitze seiner Kompagnie der Leutnant Ernst Kasel aus Hamburg. Er hatte vom Beginn des Krieges an fast allen Schlachten der Westfront teilgenommen, sich beide Eiserne Kreuze und noch mehrere andere Kriegsauszeichnungen erworben. Noch in der Genesung, meldete er sich gesund, um nur ja nicht bei der Offensive zu fehlen. Der Regimentskommandeur rühmte ihn in einem Briefe an die Mutter als einen vorbildlich tapferen Offizier und lieben Kameraden, und der Bataillonsführer schrieb von ihm, er sei einer der tüchtigsten Offiziere gewesen, auf den man sich in jeder Lage habe unbedingt verlaffen können. Rabbiner Dr. Bärwald in München ist zum Nachfolger des verstorbenen Landrabbiners Dr. Doctor in Kassel gewählt worden. — Der Fliegervizefeldwebel Leopold B a l l i n, Sohn des Hofmöbelfabrikanten Kommerzienrat Louis Ballin in München, wurde mit dem Eisernen Kreuz erster Klaffe ausgezeichnet. — Der Kaufmann Otto Beer, Sohn des Facharztes Dr. Heinrich Beer in München, wurde zum Artillerieleutnant befördert. — Zu den Wiederherstellungskosten von 422 Mark für 64 beschädigte Grabdenkmäler auf dem Israelitischen Friedhofe in Siegburg genehmigte die S t a d t v e r o r d n e t e n v e r s a m m l u n g der Shnagogengemeinde einen Beitrag von 200 Mark. — Im Alter von 65 Jahren verstarb in Marburg 'Professor Dr. Elimar K l e b s, der frühere Ordinarius der Alten Geschichte an der hiesigen Universität. Sein spezielles Arbeitsgebiet war römische Altertumskunde, die ihn auch zu Studien über die Berührung der römischen mit der jüdischen Geschichte brachte. Das Ergebnis dieser Studien ist eine grundlegende Arbeit über „Das lateinische Geschichtswerk über den Jüdischen Krieg", das 1895 erschienen ist. — Ein Antrag auf Gewährung von Teuerungszulagen an die Geistlichen wurde im Badischen Landtage angenommen. Die Regierung hat sich bereit erklärt, 180 060 Mark zur Verfügung zu stellen. Auch die Seelsorger der jüdischen Gemeinden erhalten Teuerungszulagen. — Rabbiner Dr. Viktor Kurrein in Karlsruhe wurde ^"österreichische Ehrenzeichen zweiter Klaffe vom Roten Kreuz mit der Kriegsdekoration taxfrei verlieben. — Der langjährige Rabbiner Professor Dr. Adolf Bi ach in Brüx (Böhmen) verschied plötzlich in seinem 52. Lebensjahre. Die Gemeinde verliert ihren verehrten Seelsorger, der sich insbesondere durch sein Lehrbuch der jüdischen Geschichte einen bekannten Namen erworben hat. — . Der Kaiser von Oesterreich hat der Lehrerin Esther Weißbr ob in Halicz für tapferes und aufopferungsvolles Verhalten im Angesicht des Feindes das Goldene Verdienstkreuz am Bande der TapferKits medaille mit Schwertern verliehen. Die Verleihung der Schwerter als Ordensauszeichnung an eine Frau geschah bisher nur in ganz vereinzelten Fällen, verdient daher besonders vermerkt zu werden. — Dem ungarischen Justizminister Dr. V a s z o n h in Budapest wurde bei seinem Abgänge der Titel „Wirklicher Geheimer Rat" mit dem Prädikat Exzellenz verliehen. — Der ungarisch? Minister des Innern hat die Statuten des im Jahre 1916 gegründeten Vereins der ungarischen israelitischen Kantoren und Tempelsänger genehmigt, der. die Aufgabe hat. die durch den Krieg heimgesuchten und arbeitsunfähig gewordenen Mitglieder und deren Familien materiell zu unterstützen. - Aus Bukarest wird berichtet: In der Erwartung, daß bk von der rumänischen Regierung im Friedensvertrag hm in Rumänien geborenen Juden in Aussicht gestellte bürgerliche Gleichberechtigung die Bildung öffentlich-rechtlich organisierter und staatlich anerkannter jüdischer Kultusgemeinden gestattet, bat sich hierein Komitee aus prominenten Persönlichkeiten gebildet, welches die Vorbereitung eines Gemeindestatuts übernommen bat. Diese Studienkommisston soll einen Statutentypus ausarbeiten, der den speziellen Bedürfnissen der rumänischen Juden entspricht und nicht nur unserer Gemeinde, sondern allen iüdischen Gemeinden unseres Landes als Normalstatut dienen könnte. — Eine Ehrung kür den jüdischen Vorkämpfer für die Freiheit Polens, den tapferen Freischarenoberst B e r e k I o s s e l e w i c z , der im Aufstande unter Kofciuszko fiel, wird von den jüdischen Polen in Warschau geplant. Zum 110. Geburtstage des Verteidigers Pragas soll eine Festschrift herausgegeben werden. Die Mittel für eine Gedächtnistafel für Jostelewicz sollen durch ein Konzert beschafft werden, das unter Mitwirkung erster Kräfte stattfinden soll ur Ehrung unseres Herrn Chefredakteurs, der am J 5. Juni seinen 70. Geburtstag begeht, hat der Verla g dieser Zeitung eine das Bild und die Biographie des Jubilars darbietende Sonderbeilage bestimmt, die der heutigen Nummer beigegeben ist. A. K. Verantwortlicher Redakteur: Älbert Katz in Berlin-Pankow, Floraftraße 58. Verantwortlich für den Anzeiqenteil: Mar Iunae. Berlin-Friedenau. Druck und Verlag von Rudolf Mosse.